450.000 Jecken bejubelten in der Landeshauptstadt nach Angaben des Comitee Düsseldorfer Carneval e.V. (CC) den Rosenmontagszug standesgemäß mit dreifachem Helau. Gegen 13.30 Uhr stieg die Stimmung am Rathaus, als der „Zoch“ auf den Marktplatz einbog. Michael Laumen, Jacques Tilly und Heinz Becker starteten mit Drücken des roten Knopfes die Übertragung des WDR.

Von der Zuschauertribühne vorm Rathaus jubelten 2000 Jecken unter ihnen Oberbürgermeister Thomas Geisel und seine Gattin Vera – verkleidet als Bonnie und Clyde – den Zugakteuren zu. Unter den über 900 Gästen war auch Ehrengast, Jan Hofer von der Tagesschau.

126 Wagen, 35 Kapellen und rund 8.500 Teilnehmer sorgten für einen vier Kilometer-langen Zug. Gegen 14.15 Uhr gab es eine Überraschung im diesjährigen Rosenmontagszug: Die Düsseldorfer Band „Die Toten Hosen“ reihte sich mit einem eigenen Wagen in den Zug ein und gab für die Narren am Wegesrand ein Überraschungskonzert. Die Strecke bot mit ihrer rund 5 Kilometer langen Länge ausreichend Gelegenheit dafür. Sie war in diesem Jahr minimal verändert worden: Der Zugweg führte nicht wie im letzten Jahr über die Breite Straße, sondern an der Bankenseite der Königsallee entlang bis zum Graf-Adolf-Platz, sodass die „Kö“ zeitweise beidseitig befahren wurde.

Motto-Wagen von Jacques Tilly
Thematischer Höhepunkt des diesjährigen Düsseldorfer Rosenmontagszuges, der unter der Regentschaft des Prinzenpaares Venetia Yvonne (Yvonne Stegel) und Prinz Carsten II. (Carsten Gossmann) stand, war das Motto „Jeck erst recht“. Zahlreiche Wagen der Karnevalsgesellschaften interpretierten das Motto auf eigene kreative Weise. Die Mottowagen wurden – wie in den vergangenen Jahren – von Wagenbaumeister und Künstler Jacques Tilly geschaffen. Themen wie „GroKo“, Trump und Brexit wurden in Szene gesetzt. Tillys humoristisch-bissiger Rundumschlag wurde mit Spannung erwartet und mit Applaus bedacht.

Nach Angaben des CC hatte Tilly in der Wagenbauhalle unter anderem 12 Kilometer Maschendraht, 400 Liter Acrylfarbe und zwei Tonnen Kreide verbraucht, unter anderem für die Mottowagen, die beispielsweise Martin Schulz zeigten, der sich selbst durch den Fleischwolf dreht, Angela Merkel als Schwarze Witwe oder Christian Lindner, der als Angsthase vor der Regierungsverantwortung wegläuft. Auch der Abgasskandal von VW und der Bauernverband, der für das Insektensterben verantwortlich gemacht wurde, wurden thematisiert. Im Zug war auch der Karnevalswagen der Jüdischen Gemeinde, die erstmalig mit einem eigenen Wagen im Zoch auffuhr. Sie präsentierte „den größten jüdischen Sohn unserer Stadt“, Heinrich Heine.

Der Vorbeimarsch der Karnevalisten dauerte rund drei Stunden. Mehrere hundert Polizisten sicherten den Zug. Für die Besucher am Wegesrand gab es 120 Tonnen Kamelle.

Hinter den Jecken wird aufgeräumt
Einen Großeinsatz beschert der Rosenmontagszug den Mitarbeitern der Awista GmbH – genauso wie alle anderen „tollen Tage“. Beim Rosenmontagszug setzte die Awista direkt hinter dem letzten Zugwagen an, weitere Reinigungstrupps nehmen ihre Arbeit etwas später an anderer Stelle entlang des Zugweges auf, beispielsweise an der Heinrich-Heine-Allee und am Carlsplatz. Die Reinigung der Altstadt beginnt in der Nacht zum Dienstag und dauert bis etwa 8 Uhr. Feinarbeiten dauern noch den gesamten Vormittag, insbesondere dort, wo noch Stände und Tribünen abgebaut werden müssen. Bolkerstraße, Mühlenstraße, Ratinger Straße, die Altstadt und das Umfeld werden mit 18 Fahrzeugen und 39 Einsatzkräften gereinigt. Insgesamt sind an den „tollen Tagen“ rund 90 Fahrzeuge und 200 Personen im Einsatz.

Alles in allem erlebten wir einen bunten Rosenmontagszug bei schönem Wetter. Viele friedlich bunt verkleidete Jecken und Kinder hatten ihren Spaß

3 x Düsseldorf Helau