Am 20.8.2018 fährt die Feu­er­wehr­durc dn Stadt­teil Unter­rath. Immer wie­der wer­den die Stra­ßen von Autos ver­sperrt.
Foto: Stadt Düs­sel­dorf / Uwe Schaffmeister

 

Feu­er­wehr Düs­sel­dorf macht bei der Durch­fahrt von Stra­ßen in Unter­rath auf die Gefahr aufmerksam

Immer öfter wer­den die Ret­tungs­kräfte der Lan­des­haupt­stadt Düs­sel­dorf auf der Fahrt zu Ein­sät­zen durch Falsch­par­ker behin­dert. In Not gera­tene Men­schen, Brände oder Ver­kehrs­un­fälle zäh­len zum täg­li­chen Ein­satz­ge­sche­hen, häu­fig genug kommt es dabei auf jede Sekunde an. Am Mon­tag, 20. August, star­tete die Feu­er­wehr Düs­sel­dorf des­halb an der Wache Flug­ha­fen­straße in Rich­tung Unter­rath und durch­fuhr Stra­ßen wie den Klein­sch­mitt­hau­ser Weg, Olden­bur­ger Straße oder Ire­nen­straße, um auf das Pro­blem, das Falsch­par­ker den Ein­satz­kräf­ten berei­ten, auf­merk­sam zu machen. In Zusam­men­ar­beit mit der Ver­kehrs­über­wa­chung des Ord­nungs­am­tes und dem Amt für Ver­kehrs­ma­nage­ment zeigte die Feu­er­wehr mit einem Lösch­fahr­zeug unter rea­len Ein­satz­si­tua­tio­nen, dass ein Durch­kom­men nur schwer und sehr lang­sam mög­lich war.

“Schon seit vie­len Jah­ren machen wir durch gemein­same Aktio­nen von Feu­er­wehr, Ord­nungs­amt und Amt für Ver­kehrs­ma­nage­ment auf die Pro­ble­ma­tik durch Falsch­par­ker auf­merk­sam, die unsere Ret­tungs­kräfte tag­täg­lich erle­ben. Denn wenn die Men­schen über die Not­ruf­num­mer 112 um Hilfe rufen, geht es oft genug um wenige Sekun­den. Wenn die Ein­satz­wa­gen dann ver­spä­tet oder gar nicht am Unglücks­ort ankom­men, kann das schlimme Fol­gen für die Men­schen haben. Für viele Auto­fah­rer ist es noch immer eine ver­meint­li­che Baga­telle, wenn sie ihre Fahr­zeuge falsch par­ken. Jedem muss bewusst sein, ‘Falsch­par­ker gefähr­den Men­schen­le­ben’, denn die Ret­ter von Feu­er­wehr und Ret­tungs­dienst brau­chen Platz, um schnelle Hilfe leis­ten zu kön­nen”, betonte Chris­to­pher Schus­ter, Pres­se­spre­cher der Feuerwehr.

Ziel der gemein­sa­men Aktion ist es, die Bewe­gungs­frei­heit, die die Feu­er­wehr mit gro­ßen Ein­satz­fahr­zeu­gen braucht, um im Not­fall hel­fen zu kön­nen, in das Bewusst­sein der Par­ker und beson­ders der Falsch­par­ker zu rücken. Im Nach­hin­ein wer­den nun auch Beschil­de­run­gen und Fahr­bahn­mar­kie­run­gen ver­bes­sert, falls das erfor­der­lich ist.

Situa­tion “Falsch­par­ker auf Ret­tungs­we­gen” in Düsseldorf
Die städ­ti­sche Ver­kehrs­über­wa­chung sprach für zuge­parkte Feu­er­wehr­be­we­gungs­zo­nen und ‑zufahr­ten alleine im letz­ten Jahr 2.708 (2016: 1.918) Ver­war­nun­gen aus. 436 (2016: 309) Mal musste der Abschlepp­wa­gen anrü­cken. In der ers­ten Jah­res­hälfte 2018 waren es bereits 1.289 (2017: 1.286) Ver­war­nun­gen und 287 (2017: 212) Abschlep­pun­gen, die durch die Ein­satz­teams des Ord­nungs­am­tes aus­ge­spro­chen wer­den muss­ten — die Ten­denz steigt.

Doch vie­len Bewoh­nern der engen Stra­ßen Düs­sel­dorfs ist gar nicht bewusst, dass sie Ret­tungs­wege ver­sper­ren. Falsch­par­ker igno­rie­ren, dass die Feu­er­wehr­fahr­zeuge grö­ßer sind als nor­male Pkw und dem­entspre­chend mehr Platz benö­ti­gen. Ein Dreh­lei­ter­wa­gen ist zum Bei­spiel zehn Meter lang und benö­tigt ent­spre­chen­den Raum, um zu fah­ren oder zu rangieren.

Umgang mit Falsch­par­kern bei Feuerwehreinsätzen
Wenn bei einem Not­fall die Wege für die Feu­er­wehr durch falsch par­kende Autos ver­sperrt sind, ver­su­chen die Ein­satz­kräfte zunächst, die Hin­der­nisse zu umfah­ren. Aus ver­schie­de­nen Rich­tun­gen wer­den dann die Ein­satz­wa­gen zu der gemel­de­ten Adresse gelenkt, um trotz der Eng­pässe den Unglücks­ort schnell zu errei­chen. Durch Umwege geht jedoch wert­volle “Ret­tungs­zeit” ver­lo­ren. Oft genug sind auch die ande­ren Zufahrts­stra­ßen voll­ge­stellt und es ist nur schwer durch­zu­kom­men. Zudem ver­hin­dern falsch abge­stellte Fahr­zeuge — beson­ders in zwei­ter Reihe und in Kur­ven geparkte — nicht nur die Durch­fahrt, son­dern auch das Auf­stel­len von Dreh­lei­ter­wa­gen, die zur Ret­tung von Men­schen aus obe­ren Eta­gen bei Woh­nungs­brän­den not­wen­dig sind. Selbst Hydran­ten, die von der Feu­er­wehr bei Brän­den zur Was­ser­ent­nahme benö­tigt wer­den, sind regel­mä­ßig zuge­parkt. Wenn das Umfah­ren der Hin­der­nis­stelle nicht mög­lich ist, wird ver­sucht das Fahr­zeug weg­zu­drü­cken. Damit ver­bun­dene Beschä­di­gun­gen der Autos sind keine Seltenheit.

Rück­sicht­lo­ses Park­ver­hal­ten kann übri­gens auch recht­li­che Fol­gen nach sich zie­hen, wenn dadurch jemand zu Scha­den kommt und Ersatz­an­sprü­che stellt.

Aktu­elle Bei­spiele für zuge­parkte Rettungswege
Am frü­hen Sonn­tag­mor­gen, 25. Februar, kam es in Eller zu einem Kel­ler­brand in einem Mehr­fa­mi­li­en­haus. Da sich zum Zeit­punkt des Not­ru­fes noch Men­schen im Gebäude auf­hiel­ten, mach­ten sich sofort zwei Lösch­züge sowie meh­rere Ret­tungs­dienst­ein­hei­ten auf den Weg zur Kripp­straße. Bereits nach vier Minu­ten erreich­ten die ers­ten Ein­hei­ten die Brand­stelle und konn­ten die ers­ten Bewoh­ner ret­ten, das Feuer schnell ablö­schen und eine Frau medi­zi­nisch ver­sor­gen. Der zweite Lösch­zug, der eben­falls an der Ein­satz­stelle benö­tigt wurde, konnte die Ein­satz­adresse nicht errei­chen. Durch Falsch­par­ker war auf den wei­te­ren Zufahrs­stra­ßen kein Durch­kom­men für die Fahr­zeuge der Feu­er­wehr mög­lich. Nur durch die hohe Ein­satz­be­reit­schaft der Ein­satz­kräfte vor Ort konnte die­ser Brand auch mit dem vor Ort ein­ge­setz­ten Per­so­nal gelöscht werden.

Auf der Franz-Hitze-Straße in Urden­bach brannte es am Diens­tag­abend, 12. Juni, in einem Kel­ler. Auf der Anfahrt zu der Wohn­sied­lung im Düs­sel­dor­fer Süden ver­lo­ren die Ein­satz­kräfte der Feu­er­wehr wert­volle Zeit, da durch in Kur­ven par­kende Fahr­zeuge ein mehr­ma­li­ges Ran­gie­ren not­wen­dig war. Vier Men­schen erlit­ten eine Rauch­gas­ver­gif­tung und muss­ten anschlie­ßend in einem Kran­ken­haus behan­delt wer­den. Erst nach zwei­ein­halb Stun­den war der Ein­satz für die 40 Brand­be­kämp­fer beendet.

Falsch­par­ker brems­ten am Don­ners­tag, 5. Juli, die Ein­satz­kräfte der Feu­er­wehr auf der Wei­her­straße in Unter­bilk aus. Trotz der Anfahrt über ver­schie­dene Stra­ßen war ein Durch­kom­men der Ret­ter zu einem Woh­nungs­brand nicht mög­lich. Die Bewoh­ner konn­ten sich vor dem Ein­tref­fen der Wehr­män­ner ins Freie ret­ten. Erst mit gro­ßer Ver­zö­ge­rung war der Lösch­ein­satz in der Küche mög­lich. Men­schen wur­den nicht ver­letzt, es ent­stand aller­dings ein Sach­scha­den von rund 20.000 Euro.

Eben­falls bei einem Küchen­brand am spä­ten Abend des 10. August wurde der Mie­ter einer Woh­nung in Düs­sel­tal durch Rauch­gase ver­letzt. Die Ein­satz­kräfte der Feu­er­wa­che Müns­ter­straße ver­lo­ren rund zwei Minu­ten, da im Bereich der Spel­dor­fer Straße und Scheidt­straße Pkw im Kreu­zungs­be­reich park­ten. Nur durch das sofor­tige Ein­grei­fen des Mie­ters konnte ein grö­ße­rer Brand ver­hin­dert wer­den, die­ser ver­letzte sich aller­dings dabei. Anschlie­ßend löschte die Feu­er­wehr die rest­li­chen Brand­nes­ter ab und der Ret­tungs­dienst ver­sorgte den Verletzten.

Quelle: Pres­se­dienst der Stadt Düsseldorf