
“Spurensuche(n). Die NS-Zeit im Stadtbezirk 8”
Die Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf setzt ihre Publikationsreihe „Spurensuche(n)“ fort. Mit dem neuen Heft „Spurensuche(n): Der Stadtbezirk 8 im Nationalsozialismus“ liegt nun eine weitere Ausgabe vor, die sich der lokalen Geschichte in Eller, Vennhausen, Lierenfeld und Unterbach widmet. Realisiert wurde die Publikation auf Grundlage eines Beschlusses der Bezirksvertretung 8.
Vorgestellt wird das Heft am Dienstag, 20. Januar 2026, um 15.30 Uhr im Rathaus Eller. Die Präsentation übernehmen Bezirksbürgermeisterin Dagmar von Dahlen sowie die beiden Autoren Dr. Bastian Fleermann und Hildegard Jakobs von der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf.
„Wir danken der Mahn- und Gedenkstätte für die Erarbeitung dieses Stadtrundgangs sehr. Es ist wichtig, dass wir mit einem solchen Heft Ortsgeschichte ganz konkret nachvollziehbar machen – besonders für Schülerinnen und Schüler. Gerne haben wir als Bezirksvertretung das Projekt mit auf den Weg gebracht und finanziert“, betont Dagmar von Dahlen.
Stadtrundgang mit 19 Stationen
Der heutige Stadtbezirk 8 zählt mehr als 60.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Das 48-seitige Heft führt auf einem Stadtrundgang mit insgesamt 19 Stationen durch die NS-Zeit vor Ort. Erinnern wird an Verfolgte und Täter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft, an besondere Orte und authentische Schauplätze, an Bauwerke und Machtzentralen – aber auch an Mitmenschlichkeit und stille Hilfen. Die Stationen sind zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem öffentlichen Nahverkehr erreichbar; das Heft gibt dazu konkrete Routenempfehlungen.
Station 4 erinnert etwa an die jüdische Familie Brasch, die an der Gumbertstraße 167 das „Mode- und Manufakturwarengeschäft Gebrüder Bluhm“ betrieb. Station 6 thematisiert die Denunziation des Pfarrers Richard Ludewig im Jahr 1938. Vorgestellt werden zudem die mutigen Düsseldorferinnen Lotte Wicke und Else Gores, die Zwangsarbeit in den zahlreichen Betrieben des Bezirks sowie das kommunale Zwangslager für Sinti und Roma am Höherweg in Lierenfeld. Auch Täter aus SA, NSDAP und Polizei werden benannt.
„Uns ist es bei diesen Heften wichtig, eine möglichst breite Darstellung der Ereignisse zwischen 1933 und 1945 abzubilden“, erklären die Autoren Bastian Fleermann und Hildegard Jakobs. „Wir hoffen, dass vor allem junge Menschen aus den örtlichen Schulen sich auf den Weg machen, ihr Stadtquartier aus dieser Perspektive heraus neu kennenzulernen.“
Hintergrund
Die Reihe „Spurensuche(n)“ erscheint seit Sommer 2022. Bereits vorliegen Ausgaben für den Stadtbezirk 6 sowie seit Februar 2025 für den linksrheinischen Stadtbezirk 4. Weitere Hefte sind für die Stadtbezirke 7 und 2 geplant; entsprechende Anträge haben die Bezirksvertretungen Ende 2025 gestellt. Auf ausdrücklichen Wunsch der Bezirksvertretungen werden die Publikationen kostenlos abgegeben. Erhältlich sind sie in den jeweiligen Bezirksverwaltungsstellen sowie in der Mahn- und Gedenkstätte an der Mühlenstraße.

