Düsseldorfs Denkmal des Monats Januar 2026: Das ehemalige städtische Dienstwohnungsgebäude am Friedhof Eller soll bald instandgesetzt und wieder zum Wohnen genutzt werden. © Landeshauptstadt Düsseldorf/Denkmalbehörde

Düs­sel­dorfs Denk­mal des Monats Januar 2026: Das ehe­ma­lige städ­ti­sche Dienst­woh­nungs­ge­bäude am Fried­hof Eller soll bald instand­ge­setzt und wie­der zum Woh­nen genutzt wer­den. © Lan­des­haupt­stadt Düsseldorf/Denkmalbehörde

 

Das ehe­ma­lige Fried­hofs­ge­bäude in Eller ist Düs­sel­dorfs ers­tes „Denk­mal des Monats“. Ein neuer Eigen­tü­mer will das lange ver­nach­läs­sigte Haus behut­sam sanie­ren – und ihm neues Leben einhauchen.

Eller. Es ist ein Ort, an dem sich Geschichte eher leise erzählt. Am Wers­te­ner Feld, etwas abseits der gewohn­ten Wege, steht ein Gebäude, das viele Düs­sel­dor­fe­rin­nen und Düs­sel­dor­fer bis­lang kaum wahr­ge­nom­men haben – oder allen­falls als geheim­nis­volle „Geis­ter­villa“, über die immer wie­der spe­ku­liert wurde. Nun rückt das frü­here Dienst­woh­nungs­ge­bäude des Elle­rer Fried­hofs ins Licht der Öffent­lich­keit. Als ers­tes Objekt der neuen Reihe „Düs­sel­dorfs Denk­mal des Monats“ macht die Stadt auf das Haus auf­merk­sam – und auf seine Zukunft.

Errich­tet wurde das Gebäude im Jahr 1907 als Teil der ursprüng­li­chen Infra­struk­tur des damals neu ange­leg­ten städ­ti­schen Fried­hofs von Eller. Was heute wie ein unschein­ba­rer Neben­ein­gang wirkt, war einst der Haupt­ein­gang. Gemein­sam mit Tor­an­lage, Hoch­kreuz, Schup­pen und Gewächs­haus bil­dete das Wohn­haus des Fried­hofs­ver­wal­ters das funk­tio­nale Zen­trum der Anlage. Von hier aus war der Zugang zum Fried­hof weit­hin sicht­bar – und zugleich ein mar­kan­ter Ori­en­tie­rungs­punkt am Rand des dama­li­gen Orts.

Jah­re­lang jedoch stand das Haus leer, der Zustand ver­schlech­terte sich sicht­bar. Ende 2023 schrieb die Stadt das Gebäude schließ­lich zum Ver­kauf aus – und ent­schied sich dabei bewusst gegen das sonst übli­che Erb­bau­recht. Statt­des­sen sollte ein Eigen­tü­mer gefun­den wer­den, der Ver­ant­wor­tung über­nimmt und in den Erhalt inves­tiert. Diese Rech­nung ist auf­ge­gan­gen: Im Herbst 2025 wech­selte das Gebäude den Besit­zer. Aus Sicht der Denk­mal­pflege ein Glücksfall.

Denn par­al­lel zum Ver­kaufs­pro­zess prüfte das Insti­tut für Denk­mal­schutz und Denk­mal­pflege, ob das Haus und die dazu­ge­hö­rige Tor- und Zaun­an­lage die Kri­te­rien eines Bau­denk­mals erfül­len. Medi­en­be­richte, Bür­ger­an­fra­gen und nicht zuletzt die his­to­ri­sche Sub­stanz selbst gaben den Aus­schlag. Das Ergeb­nis: Im Dezem­ber 2025 wurde das Ensem­ble offi­zi­ell in die Denk­mal­liste der Lan­des­haupt­stadt Düs­sel­dorf eingetragen.

Bemer­kens­wert ist dabei die Hal­tung des neuen Eigen­tü­mers. Von Beginn an zeigte er sich offen für die Unter­schutz­stel­lung, die er nicht als Hin­der­nis, son­dern als Aner­ken­nung der beson­de­ren Geschichte des Hau­ses ver­steht. Zudem eröff­nen sich dadurch bes­sere steu­er­li­che Mög­lich­kei­ten für die anste­hende Sanierung.

Aus denk­mal­fach­li­cher Sicht spre­chen meh­rere Gründe für den beson­de­ren Wert des Gebäu­des. Es steht exem­pla­risch für die Ent­wick­lung Ellers zu Beginn des 20. Jahr­hun­derts, als mit dem neuen Fried­hof auch städ­te­bau­li­che Ver­än­de­run­gen am Wers­te­ner Feld ein­her­gin­gen. Archi­tek­to­nisch ist das Haus dem Reform­stil zuzu­ord­nen – einer bewusst schlich­te­ren Bau­weise, die sich von den üppi­gen Ver­zie­run­gen der Grün­der­zeit absetzt. Diese Zurück­hal­tung prägt nicht nur die Fas­sade, son­dern auch das Innere: Zahl­rei­che ori­gi­nale Aus­stat­tungs­de­tails aus der Bau­zeit sind erhal­ten geblie­ben und ver­mit­teln noch heute ein authen­ti­sches Bild des Woh­nens um 1900.

Noch ist viel zu tun. Das Gebäude gilt als stark sanie­rungs­be­dürf­tig. Doch erste Kon­zepte für eine denk­mal­ge­rechte Instand­set­zung lie­gen bereits vor und wer­den der­zeit mit der Denk­mal­be­hörde abge­stimmt. Auch die his­to­ri­sche Tor­an­lage soll behut­sam über­ar­bei­tet werden.

Die Chan­cen ste­hen gut, dass aus der lange ver­nach­läs­sig­ten Immo­bi­lie wie­der ein qua­li­täts­vol­ler Ort wird – einer, der nicht nur Wohn­raum bie­tet, son­dern auch ein Stück Elle­rer Geschichte sicht­bar macht. Düs­sel­dorfs ers­tes „Denk­mal des Monats“ erzählt damit nicht nur von der Ver­gan­gen­heit, son­dern auch von einem Neuanfang.

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