Von Gabriele Schreckenberg
Wie riecht der Krieg? Wie riecht Blut? Und wie riecht die Verführung zu Zeiten des Barock?
Und wer erinnert sich an den Duft von Persil 1959, als es die ersten Waschvollautomaten in den Privatwohnungen der Deutschen gab?
Hochspannend ist die Ausstellung „Macht der Düfte“ im Düsseldorfer Kunstpalast, der seit seiner Neueröffnung nach umfangreichen Renovierungsarbeiten am 21. November 2023 ein wirklich gutes Portfolio an Ausstellungen präsentiert.
Die Mischung macht’s
Noch bis zum 8. März 2026 läuft die Ausstellung „Macht der Düfte“ auf zwei Etagen. Dabei sind der Vielfalt keine Grenzen gesetzt: natürliche Düfte, synthetische Düfte, Lieblingsdüfte, modrige Düfte – alles ist dabei. Die Klassiker seit 1895, die in den Regalen gut sortierter Parfümerien standen, die Boudoirs feiner Damen zierten, und noch vieles mehr.
Und auch besonders Wissensdurstige kommen neben den feinen Nasen auf ihre Kosten. Dass natürliches Adlerholz oder Ambergris zu den teuersten Rohstoffen der Welt gehören, lernt der Besucher. Letzteres sind übrigens Ausscheidungen des Pottwals. Beide kosten mehrere Zehntausend Euro pro Kilogramm.
Dass Jasmin- und Rosenöl zu den teuersten Rohstoffen gehören, die aus reinen Blüten gewonnen werden, wissen vielleicht manche. Doch die Komposition der Ausstellung ist einfach hinreißend. Düfte in Glasflakons stehen mitten in den Räumen, die nach Epochen geordnet sind.
Was im Barock zählte, ist völlig anders als zu Zeiten der 30er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts, als der Zweite Weltkrieg tobte. Da hat man den Geruch von Schießpulver fast noch in der Nase.
Johann Wilhelm von der Pfalz
Mittendrin begeistern marmorne Büsten von Kurfürst Johann Wilhelm von der Pfalz, genannt Jan Wellem, neben seiner zweiten Ehefrau Anna Maria Louisa de’ Medici. Beide waren von immenser Bedeutung für Düsseldorf – nicht nur, weil sie die einst bedeutende Gemäldegalerie der Stadt aufgebaut haben, die später Grundlage für die Pinakothek in München wurde. Sie teilten die Leidenschaft für Kunst, Musik und die Jagd.
Düsseldorf hat in der Ausstellung einen Ehrenplatz. Der Kunst wird viel Raum gegeben, ebenso bekannten Absolventen der renommierten Kunstakademie wie Jörg Immendorff, Günther Uecker, Gerhard Richter und Joseph Beuys.
Etwa zwei bis drei Stunden sollten die Besucher für den Rundgang durch die Welt der Düfte einplanen. Sachkundige Führungen gibt es ebenfalls. www.kunstpalast.de





