
Politik im Austausch mit der Flughafenspitze. V.l.n.r.: Lars Redeligx, CEO Flughafen Düsseldorf GmbH, Mona Neubaur, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie sowie stv. Ministerpräsidentin des Landes NRW, Christof Rasche, Vizepräsident des Landtags NRW, Oliver Krischer, Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes NRW, Dr. Stephan Keller, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Düsseldorf, Pradeep Pinakatt, kaufmännischer Geschäftsführer Flughafen Düsseldorf GmbH. © Frederic Scheidemann / Flughafen Düsseldorf
Zwischen Stabilität, Wachstum und politischen Forderungen
Der Neujahrsempfang des Flughafen Düsseldorf hat auch in diesem Jahr deutlich gemacht, welchen Anspruch der größte Airport in Nordrhein-Westfalen an sich selbst stellt: verlässlich arbeiten, gezielt wachsen und den Standort kontinuierlich weiterentwickeln. Rund 900 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Stadtgesellschaft folgten am 22. Januar der Einladung in die Station Airport.
Die beiden Geschäftsführer Lars Redeligx und Pradeep Pinakatt nutzten den Abend für eine Standortbestimmung – und für klare Botschaften. Der Flughafen verstehe sich als wirtschaftlicher Impulsgeber für die Region, als internationales Drehkreuz und zugleich als Ort, an dem Begegnungen und Emotionen eine Rolle spielten.
Passagierrekord und operative Herausforderungen
Mehr als 21 Millionen Reisende zählte der Airport im vergangenen Jahr. Damit wurde erstmals seit der Corona-Pandemie wieder eine neue Bestmarke erreicht. Der Sommerflugplan 2025 soll diese Entwicklung fortsetzen: neue Airlines, zusätzliche Ziele und ein erweitertes Streckennetz stärken die internationale Anbindung der Landeshauptstadt.
In den verkehrsreichen Sommermonaten lief der Betrieb nach Angaben des Flughafens stabil. Gleichzeitig hätten insbesondere die Herbstferien gezeigt, wie anspruchsvoll die Abläufe bleiben. Zusätzliche Sicherheitsvorgaben führten zeitweise zu Nachkontrollen und verlangsamten Prozesse. Der Airport reagierte gemeinsam mit seinen Partnern, um Qualität und Zuverlässigkeit auch unter erschwerten Bedingungen zu sichern.
Bedeutung für Stadt und Region
Düsseldorfs Oberbürgermeister Stephan Keller hob die Rolle des Flughafens als zentralen Standortfaktor hervor. Der Airport sei weit mehr als reine Infrastruktur. Seine Leistungsfähigkeit entscheide mit darüber, wie international und wettbewerbsfähig Düsseldorf wahrgenommen werde. Verlässlichkeit schaffe Vertrauen – gerade im Bereich der Mobilität.
Erwartungen an Bund und Behörden
Die Flughafen-Geschäftsführung formulierte zugleich klare Erwartungen an die Politik. Das Ziel, zu den führenden europäischen Airports mit bis zu 30 Millionen Passagieren zu gehören, sei kein Selbstläufer. Das seit 2023 laufende Qualitätsprogramm „Off-Block“ habe spürbare Verbesserungen bei Abfertigung und Passagiererlebnis gebracht. Weitere Investitionen, etwa in Sicherheitskontrollen und Gepäckanlagen, seien geplant.
Ein zentrales Thema blieb der Einsatz moderner CT-Technik an den Kontrollstellen. Pradeep Pinakatt begrüßte die Initiative der Bundespolizei, zusätzliche Geräte einzusetzen, und verwies auf die notwendige Unterstützung durch das Bundesinnenministerium. Moderne Sicherheitstechnik müsse an einem Standort dieser Größenordnung höchste Priorität haben.
Auch die Luftverkehrssteuer kam zur Sprache. Lars Redeligx wertete die angekündigte Rücknahme der letzten Erhöhung als wichtiges Signal, mahnte jedoch weitere Entlastungen an. Trotz der Absenkung liege die Belastung des deutschen Luftverkehrs weiterhin deutlich über dem europäischen Durchschnitt. Bürokratieabbau und wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen seien entscheidend, damit Airlines ihre Flugzeuge nicht bevorzugt im Ausland stationierten.
Wachstum innerhalb bestehender Grenzen
Um die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern, hat der Flughafen im Dezember einen Anpassungsantrag im laufenden Planfeststellungsverfahren eingereicht. Neue Start- oder Landebahnen sowie zusätzliche Terminals sind nicht vorgesehen. Ziel ist es, die vorhandene Infrastruktur innerhalb der genehmigten Kapazitäten flexibler und effizienter zu nutzen – unter Berücksichtigung von Anwohner- und Umweltschutz.
Investitionen und Nachhaltigkeit
Parallel treibt der Airport Investitionen in das Passagiererlebnis voran. Die Modernisierung der Lounges, neue Informationsangebote in der Ankunft und umfangreiche Sanierungen der Sanitärbereiche sollen den Aufenthalt am Flughafen spürbar verbessern.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die nachhaltige Infrastruktur. Für 2026 ist die Inbetriebnahme einer großflächigen Photovoltaikanlage geplant. Zudem entstehen eine neue Feuerwache mit nachhaltigem Energiekonzept sowie ein modernes Tanklager, das künftig auch nachhaltige Flugkraftstoffe besser integrieren soll.
Nähe zur Region
Neben den strategischen Themen setzte der Abend auch bewusst auf Nähe und Emotion. Der Flughafen verstehe sich als Teil der Stadt und der Region. Unter dem Claim „Weil DUS liebst“ präsentierte sich der Airport als Ort, der Menschen verbindet. Eine Verlosung besonderer Einblicke hinter die Kulissen brachte 10.000 Euro für soziale Projekte in Düsseldorf ein.
Der Neujahrsempfang zeigte damit einmal mehr: Der Flughafen Düsseldorf will seinen Kurs halten – mit Wachstum, klaren Forderungen an die Politik und dem Anspruch, den Standort Schritt für Schritt weiterzuentwickeln.

