Die boot 2026 versucht erneut den Spagat zwischen Luxus und Spaß im und am Wasser. Sie ist damit ein Abbild des wirklichen Lebens: Mal gewinnt man, mal verliert man – aber träumen kann man immer.
Ein Gewinner kommt aus dem Baltikum, genauer gesagt aus Litauen. Während sich die britischen Millionenyachten auf der Messe im Luxus gegenseitig übertreffen, schippert eine schwimmende Ferienvilla gemütlich mit maximal 16 km/h über Seen und Flüsse. Dieses Hausboot der Werft Desidus bietet in seiner Schlichtheit eine gelungene Kombination aus Wohnkomfort und Exklusivität – zu einem Preis, der im Verhältnis durchaus Tränen in die Augen treiben kann.
Ab 270.000 Euro gibt es 77 Quadratmeter Rundum-Entspannung, beim Messeausstellungsstück sogar inklusive integrierter Sauna. Nun ist diese gar nicht so fehl am Platz, denn das Hausboot besitzt lediglich eine Zulassung für „geschützte Gewässer“. Kurzum: Für eine Reise in den sonnigen Süden ist dieses mit Solarpaneelen ausgerüstete Schmuckstück nicht geeignet. Da kommt die Sauna gerade recht.
Schade ist allerdings, dass es nur mit konventionellem Antrieb angeboten wird – Hybridtechnik wäre hier sicherlich ein erster Schritt in die richtige Richtung.
Wer fragt bei einem klassischen Segelboot nach Hybridantrieb oder einer Rollreffanlage? Niemand. Und wenn doch, entpuppt er oder sie sich schnell als Luxussegler. Die Woy 26 aus der Werft Jan Brügge Bootsbau reduziert ihre Weltneuheit konsequent auf das puristische Segelerlebnis. Kein Komfort, kein Bett – stattdessen einfache Bedienung für maximalen Spaß auf dem Wasser.
Für 240.000 Euro wechselt die acht Meter lange und 2,40 Meter breite „Jolle“ mit einem Tiefgang von 1,10 bis 1,90 Metern und E‑Motor den Eigner. Dieser kann dann ein Schiff mit patentiertem Rumpf zu Wasser lassen und den Finalisten der „European Yacht of the Year“ hart am Wind segeln.
Wo so viel Licht wie auf der weltgrößten Wassersportmesse strahlt, sind Schatten nicht weit. Insbesondere dann, wenn das eigentliche Produkt hinter einem Eyecatcher verschwindet. Wer sich wie Cayago einen Lamborghini Revuelto auf den Stand holt, sollte sich nicht wundern, dass der über 600.000 Euro teure „LB744“ mehr Blicke auf sich zieht als der durchaus ebenfalls ansprechende und elegant designte Seabob SE63, der als „Water Toy“ für Superyachten gedacht ist.
Ebenfalls unglücklich wirkt der Weckruf der Windsurferlegende Björn Dunkerbeck, mit dem er das Windsurfen aus dem Nischendasein befreien will. Welche Welle ihn geritten hat, als er sich den Claim – frei aus dem Englischen übersetzt „Macht Windsurfen wieder großartig“ – ans Revers heftete, sollte besser nicht hinterfragt werden.
Die boot 2026 unter dem Motto „We love water“ ist und bleibt ein Muss für Liebhaber und Interessenten am und im Wasser. Die weltweit größte Boots- und Wassersportmesse beginnt am Samstag, dem 17. Januar, und endet am Sonntag, dem 25. Januar 2026.
Rund 1.500 Aussteller aus über 60 Ländern präsentieren ihre Produkte – von der Jolle bis zur Luxusyacht, vom Schnorchel bis zur schönsten Urlaubsdestination. Und wenn nicht alles erschwinglich erscheint, darf wenigstens von viel Licht, Sonne und Sommer geträumt werden. Tickets unter boot.de

Boot 26: We love Water © Lokalbüro




