Montage der alten historischen Leuchten © Loklbüro
Montage der alten historischen Leuchten © Loklbüro
Montage der alten historischen Leuchten © Loklbüro

Der Markt­platz vor dem Rat­haus hat sein his­to­ri­sches Erschei­nungs­bild zurück – und ist zugleich ein Stück moder­ner gewor­den. Rund 100 Jahre nach ihrer Auf­stel­lung sind die vier mar­kan­ten Later­nen rund um das Jan-Wel­lem-Rei­ter­denk­mal umfas­send restau­riert und tech­nisch erneu­ert wor­den. Seit Don­ners­tag ste­hen die gene­ral­über­hol­ten Leuch­ten wie­der an ihrem Platz und tau­chen Denk­mal und Platz in warm­wei­ßes Licht.

Aus­lö­ser für die Arbei­ten war zunächst ein Scha­den: Bei einem Ran­gier­un­fall wurde eine der his­to­ri­schen Leuch­ten stark beschä­digt. Schnell zeigte sich jedoch, dass eine bloße Repa­ra­tur dem Ensem­ble nicht gerecht gewor­den wäre. Die Stadt ent­schied sich gemein­sam mit der Netz­ge­sell­schaft Düs­sel­dorf, alle vier Leuch­ten grund­le­gend zu über­ar­bei­ten – mit hohem hand­werk­li­chem Auf­wand und viel Liebe zum Detail.

Jede der Later­nen ist ein Uni­kat. Maße, Auf­bau und selbst die Glas­schei­ben unter­schei­den sich von­ein­an­der. In der Werk­statt wur­den die Kor­pusse in Hand­ar­beit restau­riert, neu lackiert und mit Blatt­gold ver­edelt. Gleich­zei­tig erfolgte der tech­ni­sche Sprung in die Gegen­wart: Die alte Natri­um­dampf­tech­nik wich moder­ner LED-Beleuch­tung. Auch die Strah­ler, die das Rei­ter­denk­mal selbst illu­mi­nie­ren, wur­den ausgetauscht.

Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Ste­phan Kel­ler sieht darin ein gelun­ge­nes Zusam­men­spiel von Tra­di­tion und Nach­hal­tig­keit. Die restau­rier­ten Leuch­ten gäben dem Denk­mal sei­nen his­to­ri­schen Rah­men zurück und stün­den zugleich für eine zeit­ge­mäße, ener­gie­ef­fi­zi­ente Stadtbeleuchtung.

Der Effekt ist mess­bar: Der Strom­ver­brauch sinkt von bis­lang 4.350 auf künf­tig 1.240 Kilo­watt­stun­den pro Jahr – eine Ein­spa­rung von rund 72 Pro­zent. Damit fügen sich die Markt­platz-Leuch­ten in das städ­ti­sche Pro­gramm ein, bis Ende 2026 die öffent­li­che Beleuch­tung voll­stän­dig auf LED umzu­stel­len. Seit dem Start des Pro­gramms 2022 ist die Zahl der noch umzu­rüs­ten­den Leuch­ten deut­lich gesun­ken; aktu­ell ste­hen rund 9.000 Anla­gen aus.

Auch die guss­ei­ser­nen Mas­ten der Markt­platz­be­leuch­tung wer­den nicht ver­ges­sen. Sie sind bereits restau­riert und sol­len, sobald das Wet­ter es zulässt, einen neuen Anstrich in Basalt­grau erhalten.

Das Jan-Wel­lem-Denk­mal selbst gehört zu den bekann­tes­ten Wahr­zei­chen der Alt­stadt. Das Rei­ter­stand­bild des Kur­fürs­ten Johann Wil­helm stammt von dem Hof­bild­hauer Gabriel Gru­pello und wurde 1711 auf­ge­stellt. Mit dem neuen Licht­kon­zept tritt es nun wie­der deut­li­cher in Erschei­nung – his­to­risch ange­mes­sen, aber mit Tech­nik von heute.

Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller (2.v.l) und Torben Beisch, Geschäftsführer der Netzgesellschaft (2.v.r) präsentieren mit Mitarbeitern der Netzgesellschaft die frisch restaurierten Köpfe der Leuchten. © Lokalbüro

Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Ste­phan Kel­ler (2.v.l) und Tor­ben Bei­sch, Geschäfts­füh­rer der Netz­ge­sell­schaft (2.v.r) prä­sen­tie­ren mit Mit­ar­bei­tern der Netz­ge­sell­schaft die frisch restau­rier­ten Köpfe der Leuch­ten. © Lokalbüro