Von barocker Malerei aus den Niederlanden bis zum VW Käfer der 60er-Jahre sind auch viele Düfte in der Ausstellung versammelt © Gabriele Schreckenberg
Von barocker Malerei aus den Niederlanden bis zum VW Käfer der 60er-Jahre sind auch viele Düfte in der Ausstellung versammelt © Gabriele Schreckenberg
Von barocker Malerei aus den Niederlanden bis zum VW Käfer der 60er-Jahre sind auch viele Düfte in der Ausstellung versammelt © Gabriele Schreckenberg

Von Gabriele Schreckenberg

Wie riecht der Krieg? Wie riecht Blut? Und wie riecht die Ver­füh­rung zu Zei­ten des Barock?
Und wer erin­nert sich an den Duft von Per­sil 1959, als es die ers­ten Wasch­voll­au­to­ma­ten in den Pri­vat­woh­nun­gen der Deut­schen gab?

Hoch­span­nend ist die Aus­stel­lung „Macht der Düfte“ im Düs­sel­dor­fer Kunst­pa­last, der seit sei­ner Neu­eröff­nung nach umfang­rei­chen Reno­vie­rungs­ar­bei­ten am 21. Novem­ber 2023 ein wirk­lich gutes Port­fo­lio an Aus­stel­lun­gen präsentiert.

Von barocker Malerei aus den Niederlanden bis zum VW Käfer der 60er-Jahre sind auch viele Düfte in der Ausstellung versammelt © Gabriele Schreckenberg

Die Mischung macht’s

Noch bis zum 8. März 2026 läuft die Aus­stel­lung „Macht der Düfte“ auf zwei Eta­gen. Dabei sind der Viel­falt keine Gren­zen gesetzt: natür­li­che Düfte, syn­the­ti­sche Düfte, Lieb­lings­düfte, mod­rige Düfte – alles ist dabei. Die Klas­si­ker seit 1895, die in den Rega­len gut sor­tier­ter Par­fü­me­rien stan­den, die Bou­doirs fei­ner Damen zier­ten, und noch vie­les mehr.

Und auch beson­ders Wis­sens­durs­tige kom­men neben den fei­nen Nasen auf ihre Kos­ten. Dass natür­li­ches Adler­holz oder Amber­gris zu den teu­ers­ten Roh­stof­fen der Welt gehö­ren, lernt der Besu­cher. Letz­te­res sind übri­gens Aus­schei­dun­gen des Pott­wals. Beide kos­ten meh­rere Zehn­tau­send Euro pro Kilogramm.

Dass Jas­min- und Rosenöl zu den teu­ers­ten Roh­stof­fen gehö­ren, die aus rei­nen Blü­ten gewon­nen wer­den, wis­sen viel­leicht man­che. Doch die Kom­po­si­tion der Aus­stel­lung ist ein­fach hin­rei­ßend. Düfte in Glas­fla­kons ste­hen mit­ten in den Räu­men, die nach Epo­chen geord­net sind.

Was im Barock zählte, ist völ­lig anders als zu Zei­ten der 30er-Jahre des ver­gan­ge­nen Jahr­hun­derts, als der Zweite Welt­krieg tobte. Da hat man den Geruch von Schieß­pul­ver fast noch in der Nase.

Johann Wil­helm von der Pfalz

Mit­ten­drin begeis­tern mar­morne Büs­ten von Kur­fürst Johann Wil­helm von der Pfalz, genannt Jan Wel­lem, neben sei­ner zwei­ten Ehe­frau Anna Maria Louisa de’ Medici. Beide waren von immenser Bedeu­tung für Düs­sel­dorf – nicht nur, weil sie die einst bedeu­tende Gemäl­de­ga­le­rie der Stadt auf­ge­baut haben, die spä­ter Grund­lage für die Pina­ko­thek in Mün­chen wurde. Sie teil­ten die Lei­den­schaft für Kunst, Musik und die Jagd.

Düs­sel­dorf hat in der Aus­stel­lung einen Ehren­platz. Der Kunst wird viel Raum gege­ben, ebenso bekann­ten Absol­ven­ten der renom­mier­ten Kunst­aka­de­mie wie Jörg Immendorff, Gün­ther Uecker, Ger­hard Rich­ter und Joseph Beuys.

Etwa zwei bis drei Stun­den soll­ten die Besu­cher für den Rund­gang durch die Welt der Düfte ein­pla­nen. Sach­kun­dige Füh­run­gen gibt es eben­falls. www.kunstpalast.de