Sport­de­zer­nent Burk­hard Hint­z­sche tes­tet den Blin­den­par­cours im OAC: Mit­hilfe einer Brille wird eine Seh­be­hin­de­rung simu­liert, Mit einem soge­nann­ten Langstock gilt es über die Boden­plat­ten im Par­cours ans Ziel gelangen,©Landeshauptstadt Düsseldorf/Uwe Schaffmeister

 

Kin­der wer­den spie­le­risch für die all­täg­li­chen Her­aus­for­de­run­gen von Men­schen mit Seh­be­hin­de­rung sensibilisiert

Tag der Inklu­sion im Olym­pic Adven­ture Camp: Am Diens­tag, 10. August, stellte Stadt­di­rek­tor und Sport­de­zer­nent Burk­hard Hint­z­sche im Sport­park neben der Mer­kur Spiel-Arena den Blin­den­leit­sys­tem-Par­cours für Kin­der vor.

Das Düs­sel­dor­fer Olym­pic Adven­ture Camp (OAC) bie­tet jähr­lich ein viel­fäl­ti­ges Sport­an­ge­bot für Kin­der, Jugend­li­che und junge Erwach­sene von 6 bis 21 Jah­ren zum akti­ven Mit­ma­chen an. In die­sem Jahr wird neben Aben­teu­er­sport­ar­ten, Trend­sport und den olym­pi­schen Disziplinen
erst­ma­lig auch der Blin­den­par­cours für Kin­der angeboten.

Im Blin­den­par­cours wird den Kin­dern mit­hilfe einer Brille eine Seh­be­hin­de­rung simu­liert — wähl­bar sind ver­schie­dene Bril­len mit unter­schied­lich star­ken Seh­ein­schrän­kun­gen. Mit einem wei­ßen Stock, dem soge­nann­ten Langstock, kön­nen die Kin­der dann über die Boden­plat­ten im Par­cours an ihr Ziel gelan­gen. Auf dem Weg befin­den sich ver­schie­dene Hin­der­nisse, die es zu über­win­den gilt.

Der Par­cours mit Düs­sel­dor­fer Moti­ven dient dazu, Kin­dern das Leben und die tag­täg­li­chen Her­aus­for­de­run­gen eines Men­schen mit Seh­be­hin­de­rung durch eige­nes Erfah­ren näher zu brin­gen. Gleich­zei­tig wer­den auch die Eltern über die Bedeu­tung der tak­ti­len Leit­li­nien infor­miert — mit den Kin­dern als Botschafter.

“Die Mög­lich­keit, sich trotz einer Beein­träch­ti­gung des Sin­nes­or­gans ‘Auge’ im öffent­li­chen Ver­kehrs­raum und in Gebäu­den bewe­gen zu kön­nen, ist für blinde und seh­be­ein­träch­tigte Men­schen immens wich­tig, um selbst­stän­dig am gesell­schaft­li­chen Leben teil­neh­men zu kön­nen”, erläu­tert Stadt­di­rek­tor Burk­hard Hint­z­sche. “Gleich­zei­tig ist auch die Akzep­tanz und das Ver­ständ­nis der Mit­men­schen wich­tig und genau das erhof­fen wir uns, auf spie­le­ri­sche Art durch diese Aktion im Rah­men des OAC bei den Kin­dern zu wecken. Wer sich durch eige­nes Erle­ben bewusst­ma­chen kann, wie wich­tig das Leit­sys­tem ist, kann bei­spiels­weise zukünf­tig ver­stärkt dar­auf ach­ten, dass ent­spre­chende Boden­plat­ten nicht ver­deckt sind. Die Kin­der kön­nen zudem ihre Eltern, Freunde und Fami­lien sen­si­bi­li­sie­ren. Inklu­sion ist nicht nur ein Wort, son­dern das Ver­spre­chen, dass alle Men­schen gleich am gesell­schaft­li­chen Leben teil­neh­men kön­nen sol­len. Dafür set­zen wir uns ein.”

Noch bis Sams­tag, 14. August, kann der Par­cours im Olym­pic Adven­ture Camp im Arena-Sport­park täg­lich von 12 bis 15 Uhr und 15 bis 18 Uhr besucht wer­den. Eine Teil­nahme ist nur mit Anmel­dung mög­lich. Hin­ter­gründe und Infor­ma­tio­nen zur Anmel­dung sind unter https://duesseldorf.de/oac zu finden.

Zukünf­tig kön­nen Kitas und Schu­len den Blin­den­par­cours aus­lei­hen. Außer­dem gibt es eine Info-Karte, die über die Bedeu­tung der tak­ti­len Leit­li­nien informiert.

Hin­ter­grund
In Düs­sel­dorf leben rund 1.000 blinde und etwa 5.000 seh­be­hin­derte Men­schen. Tak­tile Blin­den­leit­sys­teme sind für seh­be­hin­derte und blinde Men­schen äußerst wich­tig, um im All­tag zurecht zu kom­men. Die Blin­den­leit­sys­teme wer­den seit 2010 ver­legt und bei jedem Neu­bau­pro­jekt bedacht. An beson­ders fre­quen­tier­ten Orten, wie etwa im und um den Haupt­bahn­hof, sind sie bereits seit lan­gem vorhanden.

Oft wer­den die Boden­in­di­ka­to­ren aus Ril­len- und Nop­pen­plat­ten aus Unkennt­nis zuge­stellt: Fahr­rä­der, Autos, Müll­ton­nen oder Bau­zäune ste­hen auf dem Blin­den­leit­sys­tem und blo­ckie­ren es. Für blinde und seh­be­hin­derte Men­schen sind diese Hin­der­nisse wahre Stolperfallen.

Bereits im Juni 2019 hat das Amt für Sozia­les mit der Kam­pa­gne “Strei­fen­frei” über das Blin­den­leit­sys­tem infor­miert. Der neu pro­du­zierte Par­cours für Kin­der mit Ril­len- und Nop­pen­plat­ten soll daran anknüp­fen und die Bekannt­heit des Sys­tems noch ein­mal steigern.