
Eine gegenseitige Übergabe: Maximilian Arntz (l.) und Claudia Daufenbach (2.v.r) von D.Live überreichen Michael Burgmer und Nasthalie Drmota ein Poster. Diese wiederum kontern mit einem Standlogo. Das sei nicht abgesprochen gewesen, betonen alle vier lachend. © LB / Manfred Fammler
Von Manfred Fammler
Pyrotechnik und Konfettiregen waren ein Auftaktversprechen, das der Abend bis nach Mitternacht hielt. Als zusätzlich über 300 Nachwuchskarnevalisten zu Beginn durch den PSD Dome zur Bühne marschierten, sich dort kurz aufstellten und dann Platz für das Prinzenpaar samt Entourage machten, deutete sich bereits an, dass der Umzug der Lachenden MEH-Halle in den Rather Dome die richtige und konsequente Entscheidung war.
6.500 Besucher beim „Lachenden Dome“ – so viele wie nie zuvor – standen bereits wenige Minuten nach dem fulminanten Auftakt von ihren Sitzplätzen auf, tanzten, klatschten, schunkelten und zeigten beste Feierlaune über den ganzen Abend hinweg. Auch angetrieben von Moderator Stefan Kleinehr, der mit seinem Gespür schnell erkannte, wann die Besucherinnen und Besucher etwas zurückhaltender wurden und einen kleinen Motivationsschub benötigten. Allzu häufig war dies jedoch nicht nötig.
Nathalie Drmota und Michael Burgmer holten mit ihrer Agentur „Konzert Hofner“ und ihrem Netzwerk linksrheinische Erfolgsgaranten nach Düsseldorf. Das ließ – abgesehen vom starken Auftakt – die Heimatquote etwas klein erscheinen. 14 der 17 Acts stammten aus „Düsseldorfs Süden“, also noch südlicher als Monheim. Doch die Düsseldorfer Vertreter schlugen sich angesichts jecker Schwergewichte wie Räuber, Black Fööss, Brings oder Kasalla sehr gut. Letztere setzten mit dem Lied „Sing mich noh Hus“ den außergewöhnlichen Schlussakkord und mischten sich anschließend unters Publikum.
Swinging Funfares, Sportliche Rhythmusgruppe und die Wimmer Band bildeten die Speerspitze eines neuen CC-Konzeptes, das erste Früchte trug und Euphorie weckte. Alex Könen von der Wimmer Band schwärmte: „Die Veranstaltung ist mega schön. Dass wir auf so einer großen Bühne spielen durften, hat uns begeistert. Wir sind darüber hinweg geflogen.“ Zusammengefasst: große Bühne, viel Licht und tolle Technik trieben die Bands an – was das Publikum deutlich spürte.
Allerdings war die Taktung der Auftritte sehr eng, sodass jeder Gig nur drei, maximal vier Lieder umfassen konnte. Nach zehn Minuten brach bereits das nächste Highlight über die Zuschauer herein. Kurzum: Dauerparty im Dome. Selbst während der Umbauphasen vertrieben die Bückeburger Jäger als Hausband mögliche Ermüdungserscheinungen.
Deutlich festgehalten werden muss jedoch: „Der Lachende Dome“ ist kein Ehrenamt. Viele jecke Vereine zwischen Düsseldorf und Mainz können sich ein derartiges Stelldichein der musikalischen Champions League nicht leisten, machen aber erst mit ihrer Arbeit den Karneval für alle, die ihn mögen, erlebbar.
Das erklärt ein Stück weit die Ablehnung mancher Vereine gegenüber diesem Musikabend in der Vergangenheit. Lag der Ursprung in der lachenden Philips‑, später MEH-Halle, hatte der Termin im närrischen Düsseldorfer Kalender stets einen faden Beigeschmack. Er wurde von einem Konzertveranstalter ins Leben gerufen und zog womöglich jeckes Publikum ab, da die auftretenden Sängerinnen, Sänger und Bands schon immer die Crème de la Crème von Hoppeditz erwachen bis Aschermittwoch bildeten – und meist aus der Domstadt kamen.
Dabei darf nicht verschwiegen werden, dass die Landeshauptstadt musikalisch über Jahrzehnte den Kölnern in der Breite hinterherhinkte. Mit dem Umzug in den Dome sollte dieses Konkurrenzdenken der Vergangenheit angehören. „Wir müssen den Düsseldorfer Karneval auf dieser Veranstaltung deutlicher nach vorne bringen“, erklärte CC-Präsident Lothar Hörning das Umdenken.
Der Auftakt ist jedenfalls gemacht. Veranstalter Michael Burgmer zeigte sich vom Umzug begeistert. Einerseits, weil „der Dome eher Arena als Halle ist und das der Veranstaltung gut tut“. Andererseits wegen der Besucher: „Wir haben froh und glücklich jecken Karneval gefeiert. Es war definitiv ein Erfolg.“ Wohlwissend, dass bereits während des Lachenden Domes Tickets für das kommende Jahr gekauft wurden.
Die Phalanx der Düsseldorfer Künstler wird sich allerdings kaum vergrößern lassen, da die Verträge für 2027 bereits geschlossen sind. Aber dann!
„Ich bin super zufrieden“, fasste CC-Präsident Lothar Hörning seine Eindrücke zusammen, um anschließend ins Detail zu gehen. Allein der Auftakt mit dem Einzug des jecken Nachwuchses und des Prinzenpaares ließ seine Augen vor Freude glänzen. „Das Anfangsbild mit dem Aufmarsch des Prinzenpaares sowie der Jugend- und Prinzenpaargarden war gelungen. Vielleicht können unsere Garden schon im nächsten Jahr einen eigenen Programmpunkt bilden.“
Wurde am Samstagabend ein Dreigestirn aus CC, D.Live und Konzert Hofner aus der Taufe gehoben? So weit sollte man nicht gehen. Doch mehr Düsseldorf in Düsseldorf tut dem Düsseldorfer Karneval gut. Gewissheit gibt es am 23. Januar 2027, wenn der nächste Lachende Dome seine Pforten öffnet. Wobei mit dem Umzug von Oberbilk nach Rath vielleicht über den Namen nachgedacht werden könnte. Der „Lachende Dome“ war eher ein tanzender und schunkelnder – dass dabei niemand Trauer trägt, liegt in der Natur der Sache.

