Mit rheinischer Gelassenheit, sicherem Gespür für den Saal und einer guten Portion Selbstironie führte Sitzungspräsident Simon Lindecke durch die 69. Karnevalssitzung der Düsseldorfer Jonges im traditionsreichen Henkel-Saal. Der ehemalige Düsseldorfer Karnevalsprinz verbindet seit Jahren routiniert Tradition und zeitgemäßen Wortwitz. Für einen heiteren Moment sorgte sein augenzwinkernder Blick auf den Elferrat: Frauen gehörten dort zwar schon immer selbstverständlich dazu, diesmal stellten sie jedoch die Überzahl – und hatten, wie Lindecke schmunzelnd anmerkte, eindeutig das Sagen.
Rund 400 Jecken füllten den Saal nahezu bis auf den letzten Platz und sorgten bereits am Sonntagnachmittag für ausgelassene Stimmung. Schon beim Einzug zeigte sich die große Bandbreite des Düsseldorfer Karnevals: fantasievolle, klassische und bewusst schräge Kostüme verwandelten den Saal in einen farbenfrohen Narrentempel. Die gute Stimmung trug das Publikum durch ein abwechslungsreiches Programm aus Musik, Tanz und Comedy.
Den musikalischen Auftakt setzte die Wimmer Band, die mit energiegeladenen Klängen sofort für Bewegung im Saal sorgte. Anschließend strapazierte Comedian Dave Davis in seiner Kunstfigur des Toilettenmanns Motombo mit pointierten Alltagsbeobachtungen und viel Selbstironie die Lachmuskeln des Publikums. Für staunende Gesichter sorgte das Tanzcorps „Fidele Sandhasen“, das mit akrobatischer Präzision und tänzerischer Dynamik überzeugte.
Ein weiterer Höhepunkt folgte mit Volker Weininger alias „Der Sitzungspräsident“, der mit treffsicherem karnevalistischem Humor und selbstironischem Blick auf das närrische Brauchtum lang anhaltenden Applaus erhielt. Offiziellen karnevalistischen Glanz brachte anschließend das Prinzenpaar der Session, Prinz Marcus I. und Venetia Nicole, in den Henkel-Saal.
Mit beeindruckender Athletik und einer kraftvollen Choreografie begeisterte danach die Showtanzgruppe „High Energy“, die ihrem Namen einmal mehr gerecht wurde. Den musikalischen Schlusspunkt eines rundum stimmungsvollen Nachmittags setzten die Swinging Funfares, die das Publikum schließlich von den Stühlen rissen.
Für Reinhold Hahlhege, Baas der Düsseldorfer Jonges, zeigte die Sitzung einmal mehr die enge Verbindung von Karneval und Stadtkultur. Als Heimatverein stünden die Jonges für die Pflege von Tradition und Brauchtum – und dazu gehöre der Karneval ganz selbstverständlich. Die Jongessitzung sei Ausdruck dieser gelebten Kultur und verbinde rheinischen Humor mit Düsseldorfer Identität.
Am Ende blieben zufriedene Gesichter, heisere Stimmen vom Mitsingen und Lachen – und die Gewissheit, dass die Jongessitzung auch 2026 ihrem Ruf als feste Größe im Düsseldorfer Karneval gerecht wurde.

Auch eine Spende für das soziale Engagement des Prinzenpaares durfte nicht fehlen. © Lokalbüro




