Michael Brill, Geschäfts­füh­rer D.Live, über­reicht Düs­sel­dorfs OB Tho­mas Gei­sel und Boris Neis­ser, Geschäfts­füh­rer des Rally-Ver­an­stal­ters Desti­na­tion Düs­sel­dorf, den Autokino-Award.

 

 

Pfings­ten wurde in Düs­sel­dorf doch gejazzt+++Konzert-Film und Live-Acts berüh­ren die Zuschauer+++„Lichthupenbeifall“ statt Applaus: „So ein Publi­kum habe ich noch nie gesehen“

Kon­zert­zelt am Burg­platz, Land­tag oder Hen­kel­saal: Das sind nur drei der ins­ge­samt rund 30 Büh­nen, auf denen am Pfingst­wo­chen­ende 65 Kon­zerte im Rah­men der 28. schau­ins­land-rei­sen Jazz Rally statt­ge­fun­den hät­ten. Nor­ma­ler­weise. Denn in die­sem Jahr ist bekannt­lich alles anders: Statt Rally-Fee­ling in der Innen­stadt gab es Jazz, Swing und Soul vom Feins­ten auf dem Mes­se­park­platz: Her­aus­ra­gende Jazz-Künst­ler ver­wan­del­ten am Frei­tag das Auto­kino Düs­sel­dorf in eine Fes­ti­val­bühne. Statt Applaus ern­te­ten sie Licht­hu­pen- und Blink­licht­zei­chen als Aner­ken­nung für ihre musi­ka­li­sche Leis­tung. Statt vor den Open-Air-Büh­nen zu tan­zen, wink­ten nicht min­der gut gelaunte Zuschauer die­ses Mal aus par­ken­den Autos: Rund 400 Rally-Fans hat­ten ein PKW-Ticket erwor­ben, um „Band Aid Jazz Rally & friends“ zu erle­ben. Unter ihnen auch Düs­sel­dorfs Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Gei­sel und zahl­rei­che Ver­tre­ter der Deut­schen Tele­kom, die das Pro­jekt als Part­ner unter­stützt hat­ten. Durch den Abend führte sou­ve­rän der bekannte Mode­ra­tor Andreas Jancke (u.a. VOX „auto mobil“).

Ein Abend vol­ler Emo­tio­nen: Band Aid Jazz Rally & friends
Den Auf­takt machte um 22.00 Uhr ein Kon­zert-Film aus der Clas­sic Remise Düs­sel­dorf: Drei höchst unter­schied­li­che Künst­ler hat­ten hier im April zwi­schen sel­te­nen Old­ti­mern ein außer­ge­wöhn­li­ches Kon­zert ohne Publi­kum gespielt: Mit dabei der­Soul- und Jazz­sän­ger Udo Schild an der Gitarre, die Tal­king Horns mit ihren Blas­in­stru­men­ten und das Mar­cus Schin­kel Trio, das sich von Beet­ho­vens Musik zu Inter­pre­ta­tio­nen zwi­schen Klas­sik, Jazz und Rock inspi­rie­ren lässt.

Es folgte ein Live-Kon­zert, an dem einige der gefrag­tes­ten Künst­ler der deut­schen Jazz-Szene teil­nah­men: Zur Band unter der Lei­tung von Rei­ner Wit­zel (Saxo­fon), Nico Bran­den­burg (Bass), Sebas­tian Gah­ler (Piano) und Ralf Gess­ler (Drums) gesell­ten sich ver­schie­dene Solis­ten, die die Rally-Fans in ihren Autos auf ganz unter­schied­li­che Art begeis­ter­ten: Jeff Cas­caro erwies sich als wah­rer Stimm­ak­kro­bat und schlug ein­fühl­same Trom­pe­ten­klänge an. Die­ter Falk und sein Sohn Max am Schlag­zeug über­zeug­ten u.a. mit ihrem bekann­ten Bach-Arran­ge­ment mit Rock- und Pop-Rhyth­men: Falk ani­mierte das Publi­kum, mit Licht­si­gna­len pas­send zum Rhyth­mus „mit­zu­g­roo­ven“. Für Gän­se­h­aut­mo­mente sorgte die gebür­tige US-Ame­ri­ka­ne­rin Soleil Niklas­son. Sie berührte mit ihren ein­dring­li­chen und gefühl­vol­len Songs, die der aktu­el­len Situa­tion gewid­met waren, und rief die Zuschauer in einem emo­tio­na­len Appell dazu auf, ihr kri­sen­ge­schüt­tel­tes Hei­mat­land zu unter­stüt­zen: „Please pray for my people“, bat die Sän­ge­rin mit der außer­ge­wöhn­li­chen Soul-Stimme. Tom Gae­bel, der auch gerne als „Dr. Swing“ oder der „deut­sche Frank Sina­tra“ bezeich­net wird, erwies sich nicht nur bei sei­nem Sina­tra-Med­ley ein­mal mehr als Enter­tai­ner: Er for­derte die Zuschauer auf „schal­tet eure Lich­ter ein“ und filmte dies mit sei­nem Handy und den Wor­ten: „Das schi­cke ich gleich mei­ner Mut­ter. So ein Publi­kum habe ich noch nie gesehen.“

Finale mit „See you“-Logo
Zum abschlie­ßen­den Finale kamen alle Künst­ler noch ein­mal gemein­sam auf der Bühne zusam­men und wur­den von den Zuschau­ern mit eupho­ri­schem Auto­hu­pen ver­ab­schie­det. „Trotz der außer­ge­wöhn­li­chen Kulisse haben die Künst­ler es ver­stan­den, das Publi­kum mit­zu­rei­ßen und zu begeis­tern. Dafür möchte ich mich ganz herz­lich bei ihnen, aber auch bei den zahl­rei­chen Part­nern des Abends für ihr Enga­ge­ment bedan­ken. Wir freuen uns auf ein Wie­der­se­hen mit allen Rally-Fans im kom­men­den Jahr, wenn Düs­sel­dorf wie­der zur swin­ging city wird“, sagt Boris Neis­ser vom Ver­an­stal­ter Desti­na­tion Düs­sel­dorf. „Es war ein Erleb­nis der beson­de­ren Art“, resü­miert Rei­ner Wit­zel, zusam­men mit Nils Gropp künst­le­ri­scher Lei­ter der schau­ins­land-rei­sen Jazz Rally: „Trotz der visu­el­len Distanz zum Publi­kum war die Stim­mung auf der Bühne groß­ar­tig: ener­gie­ge­la­den und emo­tio­nal.“ Das ist Ansporn und­zu­gleich Hoff­nung für nächs­tes Jahr: Zum Ende des Kon­zert-Abends erschien noch ein­mal das Logo der Jazz Rally auf der gro­ßen Lein­wand: See you! — 21.–23. Mai 2021.

Wer nicht dabei sein konnte: Der Kon­zert­mit­schnitt aus der Clas­sic Remise ist als rund ein­stün­di­ger Film auf den You­Tube- und Face­book-Kanä­len der Jazz Rally Düs­sel­dorf sowie auf der Face­book-Seite des Tele­kom-Shops Düs­sel­dorf, Scha­dow­straße, zu sehen.