Dritter RhineCleanUp am 12. September: Notwendiger denn je, aber bitte mit Abstand!

Der dritte RhineCleanUp (RCU) steigt am Samstag, 12. September 2020. Wie immer: von der Quelle bis zur Mündung. Ob wieder wie 2019 über 20.000 freiwillige Helfer in 113 Rheinanlieger-Kommunen mitmachen werden, wird sich zeigen. RCU-Initiator Joachim Umbach gibt sich trotz Corona und den damit verbundenen Einschränkungen optimistisch: „CleanUps sind nach dem Lockdown notwendiger denn je. Der Müll ist dadurch nicht weniger, sondern mehr geworden.“ Der Grund: Durch die Ausgangsbeschränkungen floriert der Online-Handel, und dadurch wird wesentlich mehr Verpackungsmaterial eingesetzt. Und: Gastronomie „to go“ hat zu einem dramatischen Anstieg von Einweg-Modellen geführt. Dazu Joachim Umbach: „Alle guten Vorsätze, die es unserer Gesellschaft durchaus gab, wurden temporär vergessen. Es wird Zeit, den Schutz der Umwelt wieder mehr in den Vordergrund zu schieben.“

Die europaweit agierende Initiative aus NRW hofft dabei auf die Unterstützung der Politik – in Düsseldorf, aber auch in den anderen beteiligten Kommunen. Joachim Umbach begründet das: „Durch Dreck-weg-Tage, zahlreiche CleanUps am Rhein und in vielen Stadtteilen sowie durch den großen RhineCleanUp haben die Bürger bewiesen, dass sie zu einem außergewöhnlichen Engagement bereit sind. Jetzt ist es Sache der Politik, diese Menschen nicht zu entmutigen, sondern durch aktive Unterstützung selbst einen wichtigen Beitrag zur Stadtsauberkeit zu leisten.“ Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, hat die RhineCleanUp-Organisation zehn Problemfelder aufgezeigt. RhineCleanUp wird darüber das Gespräch mit Stadt und Müllentsorger suchen. Die Liste reicht von einer Unterstützung der Unverpackt-Läden über eine Neuregelung bei der Leerung von Glas- und Papier-Containern bis zur Verlängerung der Sommertonnen-Aufstellung. Es besteht dringender Handlungsbedarf.

In den Monaten August und September werden die RCU-Organisatoren und ihre zahlreichen Helfer aber erst einmal wieder selbst anpacken:

  • Vom 14. bis zum 21. August startet in Düsseldorf sowie in anderen Städten (Duisburg, Köln, Mainz, Mannheim und Kehl/Straßburg) die RheinKippen-Aktionswoche. In dieser Zeit sammeln die Helferinnen und Helfer nur Zigarettenreste, um dann das gesamte Sammelergebnis am Freitag, 21. August, in einer riesigen Klarsichtsäule zu präsentieren. Im letzten Jahr wurden allein in der NRW-Landeshauptstadt rund 200.000 Kippen aufgelesen. RCU-Initiator Ingo Lentz ordnet diese gigantische Zahl ein: „Da eine Zigarettenkippe 40 Liter Wasser vergiften kann, wurde so die Verseuchung von acht Millionen Liter Grundwasser verhindert.“ Die Bevölkerung ist aufgerufen, an der Aktion teilzunehmen
  • Am Samstag, 12. September 2020, gibt es dann den RhineCleanUp-Tag. Von 10 bis 13 Uhr machen dann über 200 Gruppen das Rheinufer von der Quelle bis zur Mündung sauber. Eigentlich wie gehabt – in diesem Jahr aber unter Berücksichtigung der Corona-Vorgaben der Ordnungs- und Gesundheitsämter. Konkret: Es wird nur allein, zu zweit, in der Familie oder in kleinen Gruppen bis zu zehn Personen gesammelt. Die Abstandsregeln sind einzuhalten. In Düsseldorf liegt die lokale Organisation wieder bei Pro Düsseldorf. Dazu der stellvertretende Vorsitzende Dr. Klaus Vorgang: „Es wird wieder zwei Ausgabestellen für Material geben – an der Oberkasseler Brücke und am Paradiesstrand. An allen Ausgabestellen gelten die Abstandregelungen Gruppen von mehr als zehn Personen können sich ihr Material am Donnerstag, 10. September, von 11 bis 14 Uhr bei der Awista, Auf dem Drap 40, abholen. Es ist klar, dass sich diese größeren Gruppen am Sammeltag entsprechend den Corona-Vorgaben aufteilen müssen.“ Zu den Corona-Vorgaben gehört auch, dass sich alle Teilnehmer über die RCU-Website anmelden.
  • Erstmals ist das Engagement der RhineCleanUp-Organisation nicht auf den Rhein begrenzt. Diesmal sind auch zahlreiche Gruppen an zwei namhaften Nebenflüssen beteiligt – Ruhr und Mosel. Ingo Lentz erklärt diese Ausweitung: „Es gab viele Anfragen von Gruppen aus ganz Deutschland, denen gefallen hat, wie wir das in zwei Jahren am Rhein aufgezogen haben. Es könnten noch mehr Rhein-Zuflüsse dazukommen, aber wir wollen uns in diesem schwierigen Jahr organisatorisch nicht überfordern.“
  • Der Düsseldorfer Bevölkerung bietet RhineCleanUp auch in diesem Jahr wieder etwas Besonderes. Im letzten Jahr war es die spektakuläre, lebensgroße Wal-Skulptur auf den Oberkasseler Rheinwiesen. In diesem Jahr ist es der RiverWhale, eine technische Neuheit, die im Medienhafen zusammen mit unserer Partnerorganisation RiverCleanUp präsentiert wird. Dieses Gerät fischt den Plastikmüll selbstständig aus dem Wasser, es wird von Anfang September für ein halbes Jahr zur Erprobung installiert.

Ermöglicht wird das Ganze vor allem durch die großzügige Unterstützung der Deutschen Postcode Lotterie. Der stellvertretende Geschäftsführer Sascha Maas begründet dieses Engagement: „Als Soziallotterie setzen wir uns deutschlandweit für Mensch und Natur ein. Daher freuen wir uns sehr, erneut Hauptförderer des RhineCleanUps zu sein und somit zum Schutz der Umwelt und zur Förderung des sozialen Miteinanders beizutragen. Neben der Schärfung des Umweltbewusstseins ist es essentiell, Müll zu vermeiden. Wir hoffen, dass die Begeisterung weiterhin steigt und die gefundene Menge an Müll sinkt. Wir sind sehr stolz, dass wir dank unserer Teilnehmer bereits über 2.000 grüne und soziale Projekte mit 42 Millionen Euro in ganz Deutschland fördern.“

Informationen und Registrierung für den RuhrCleanUp ab sofort unter www.ruhrcleanup.org