Olym­pia-Bewer­bung Königs­al­lee, 2003, Johan­nes Gal­ert, Digitalfoto,©Johannes Galert

 

Die Schau ist bis zum 29. April im Stadt­mu­seum Düs­sel­dorf zu sehen

Das Stadt­mu­seum Düs­sel­dorf, Ber­ger Allee 2, prä­sen­tiert bis zum 29. April eine Aus­stel­lung, die das Thema Pres­se­fo­to­gra­fie in den Fokus rückt. Die Moment­auf­nah­men mit gro­ßer Aus­sa­ge­kraft sind für Zei­tun­gen unver­zicht­bar und fun­gie­ren bei nähe­rer Betrach­tung trotz der gefor­der­ten Aktua­li­tät auch immer als visu­el­les Gedächt­nis der Stadt. Pres­se­fo­tos hal­ten Augen­bli­cke der Geschichte fest und sind auf Aktua­li­tät getrimmt. Aber es steckt in vie­len Pres­se­fo­to­gra­fien mehr als die Illus­tra­tion eines zei­tungs­wür­di­gen Ereig­nis­ses. Mitt­ler­weile sind Klas­si­ker der Pres­se­fo­to­gra­fie zur Kunst geadelt, muse­ums­wür­dig. Mit der Prä­sen­ta­tion von Arbei­ten zweier Düs­sel­dor­fer Pres­se­fo­to­gra­fen macht das Stadt­mu­seum dar­auf auf­merk­sam, dass es sich lohnt, die Bil­der auch unab­hän­gig vom Erschei­nungs­kon­text zu betrach­ten. Johan­nes Gal­ert und Ser­gej Lepke arbei­ten seit 1990 bzw. 1995 in Düs­sel­dorf. Vor­her hat­ten sie zehn bzw. zwan­zig Jahre in Russ­land gewirkt. Die Aus­wahl der gezeig­ten Bil­der beschränkt sich auf die letz­ten zwan­zig Jahre. Exem­pla­risch wer­den so Momente Düs­sel­dor­fer Zeit­ge­schichte gezeigt.

Johan­nes Galert
Über Gal­erts Her­an­ge­hens­weise schreibt der rus­si­sche Foto­künst­ler Vadim Gush­chin: “Gal­erts Foto­gra­fie ist ehr­lich, lyrisch, pri­vat, manch­mal trau­rig, manch­mal iro­nisch. […] Jedes bedeu­tungs­tra­gende Ereig­nis wird von einer emo­tio­na­len Ener­gie getra­gen, die das Bild inter­es­sant macht, selbst wenn es nicht die Foto­gra­fie ist, son­dern nur das Ereig­nis, das es inter­es­sant macht. Aber wenn man die Bana­li­tät foto­gra­fiert, so braucht man eine gewisse Meis­ter­schaft. Der Künst­ler muss die All­täg­lich­keits­rou­tine über­win­den, eine Poe­sie hin­ein­brin­gen.” Gal­ert zeigt diese Fähig­keit, wenn er das Rhein­hoch­was­ser quasi insze­niert oder den Lock­down des letz­ten Früh­jahrs. Im Zen­trum sei­nes Aus­stel­lungs­bei­trags steht zudem eine Auf­nahme aus dem Jahr 2000 zur Poli­zei­ar­beit nach dem Wehrhahn-Attentat.

Ser­gej Lepke
Ein ebenso genauer wie ori­gi­nel­ler Beob­ach­ter ist Ser­gej Lepke. Auch er fängt die Atmo­sphäre der Stadt ein, ent­deckt das Beson­dere im All­täg­li­chen. Außer­dem nimmt er den Men­schen in den Fokus und hat ebenso einen Blick für den klei­nen Nach­wuchs­kar­ne­va­lis­ten wie für die Pro­mi­nenz wie Doro Pesch, Heino, Klaus Dol­din­ger und Mar­kus Lüpertz. Über die Schul­ter des Pres­se­fo­to­gra­fen schauen lässt sich bei der Neben­ein­an­der­stel­lung einer Zei­tungs­seite und der zuge­hö­ri­gen Bil­der­se­rie eines Tote-Hosen-Kon­zerts. Auch eine Archi­tek­tur­auf­nahme gestal­tet Lepke span­nend in der Kon­fron­ta­tion des wuch­ti­gen “GAP 15”-Gebäudes mit dem ver­gleichs­weise zar­ten – aber einst eben­falls wuch­tig wir­ken­den – Stahl­hofs. Beide Foto­gra­fen len­ken den Blick auf ein viel­ge­stal­ti­ges Düs­sel­dorf und insze­nie­ren es gera­dezu. Sie zei­gen, dass Pres­se­fo­to­gra­fie mehr ist, als leicht ver­gäng­li­cher Zei­tungs­stoff, son­dern Bau­steine des visu­el­len Gedächt­nis­ses der Stadt.

Zu den Fotografen:
Johan­nes Gal­ert: 1954 gebo­ren in Russ­land; 1980 bis 1990 Foto­graf in Sver­dlovsk; seit 1990 Foto­graf in Düsseldorf.
Ein­zel­aus­stel­lun­gen (Aus­wahl): 1999 Stadt­mu­seum Düs­sel­dorf; 2004 Wolga-Bien­nale, Nish­nij Now­go­rod; 2006 Gale­rie “Foto­so­jus”, Mos­kau; 2006 Mal­kas­ten Düs­sel­dorf; 2006 Cloître des Bil­let­tes, Paris; 2007 Gale­rie “Glas”, Mos­kau; 2008 Gale­rie TAFA, Tian­jin, China; 2018 Rus­si­sches Museum der Foto­gra­fie, Nish­nij Now­go­rod; 2021 Stadt­mu­seum Düsseldorf.
Grup­pen­aus­stel­lun­gen (Aus­wahl): 1998 Fran­ko­pho­nes Fes­ti­val, Frank­reich; 2005 Wan­der­aus­stel­lung “100 Bil­der des Jah­res 2004”, Deutsch­land; 2005 “all about Düs­sel­dorf”, white­BOX, Mün­chen; 2009 “Serebrjan­naja Kamera”, Manege, Mos­kau; 2010 Gale­rie Beckel-Odille-Boi­cos, Paris; 2011 Mos­kauer Haus der Foto­gra­fie; 2015 Uralbi­en­nale, Eka­te­rin­burg; 2016 Fes­ti­val Ost­rov-90, Elz­in­zen­trum, Eka­te­rin­burg; 2018 “Por­traits” Gale­rie San­der und Sohn, Düsseldorf.

Ser­gej Lepke: 1953 gebo­ren in Russ­land; seit 1970 Berufs­fo­to­graf; 1978 bis 1984 Jour­na­lis­mus-Stu­dium, Diplom Fach­rich­tung Foto­jour­na­lis­mus; 1983 Grün­dungs­mit­glied des Foto­clubs “Kamen­nyj Pojas” in Tschelya­binsk, Russ­land; seit 1990 in Deutsch­land als frei­be­ruf­li­cher Pres­se­fo­to­graf tätig, seit 25 Jah­ren in Düsseldorf.
Grup­pen­aus­stel­lun­gen (Aus­wahl): 1984 Manege (Mos­kau); 1985 Kunst­pa­last Perm, Russ­land; 1988 “Nuova Foto­gra­fia URSS” Mai­land; 1996 Alte Post, Neuss; 2000 Nikon-Gale­rie, Düs­sel­dorf; 2000 Alte Post, Neuss; 2008 Tschel­ja­bins­ker Staats­mu­seum, Russ­land; 2016 Gale­rie Kamen­nij Poyas Tschel­ja­binsk, Russ­land; 2019 Kunst­pa­last Magni­to­gorsk, Russland.

Infos für Besu­che­rin­nen und Besucher
Das Stadt­mu­seum hat diens­tags bis sonn­tags von 11 bis 18 Uhr geöff­net. Der Ein­tritt kos­tet für Erwach­sene vier Euro, ermä­ßigt 2 Euro. Kin­der und Jugend­li­che bis 18 Jahre haben freien Ein­tritt. Ab 17 Uhr gibt es die “Happy Hour” mit kos­ten­lo­sem Ein­tritt. Sonn­tags ist der Ein­tritt für alle Besu­che­rin­nen und Besu­cher frei.

Maxi­mal 50 Besu­che­rin­nen und Besu­cher dür­fen sich gleich­zei­tig unter Ein­hal­tung von Hygiene- und Abstands­re­geln in dem Haus auf­hal­ten. Wäh­rend des Auf­ent­halts besteht die Pflicht zum Tra­gen einer medi­zi­ni­schen Maske. Eine vor­he­rige tele­fo­ni­sche Anmel­dung und Ter­min­ver­ein­ba­rung ist unter 0211–8996170 erforderlich.

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