Richt­fest für das Haus der Jugend,©Landeshauptstadt Düsseldorf/Ingo Lammert

 

Inves­ti­ti­ons­vo­lu­men von mehr als 15 Mil­lio­nen Euro/ Fer­tig­stel­lung vor­aus­sicht­lich im Juli 2022

Das Haus der Jugend wird neu gebaut. Das Richt­fest für das Bau­vor­ha­ben an der Lacom­blet­straße 10 in Düs­sel­tal fand am Mon­tag, 5. Juli, statt. Zum Pro­jekt gehö­ren eine Kin­der­ta­ges­stätte, ein Neu­bau mit Aus­zu­bil­den­den-Woh­nun­gen, Büro- und Semi­nar­räume für den Jugend­ring Düs­sel­dorf und die Junge Akti­ons­bühne (JAB) sowie ein Café und ein Konzertraum.

Rea­li­siert wird das Vor­ha­ben unter der Federführung der städtischen Toch­ter­ge­sell­schaft Immo­bi­lien Pro­jekt Manage­ment Düsseldorf GmbH (IPM). Coro­nabe­dingt fand das Richt­fest in klei­ne­rem Rah­men statt. Die Begrü­ßung über­nahm Man­fred Korn­feld, Geschäfts­füh­rer der IPM. Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Ste­phan Kel­ler rich­tete ein Gruß­wort an die Gäste. Außer­dem mit dabei: Stadt­di­rek­tor Burk­hard Hintzsche, Dag­mar Nie­der­lein (Jugend­amt), Sabine Schlei­cher (IPM), Achim Radau-Krü­ger (Jugend­ring), Hol­ger Spick­mann (Junge Akti­ons­bühne) sowie Ste­fan Keu­len (Gene­ral­un­ter­neh­mer Derichs und Kon­ertz). Mit dem fei­er­li­chen Richt­spruch wurde dem Bau­herrn, dem Archi­tek­ten, den Pla­nern und den Arbei­tern am Bau für die geleis­tete Arbeit gedankt.

Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Ste­phan Kel­ler: “Das neue Haus der Jugend, das hier ent­steht, ist ein Gewinn für die Kin­der, die hier zur Kita gehen wer­den, und vor allem auch ein Gewinn für die Jugend­li­chen in Düs­sel­dorf. Es ist wich­tig, dass wir die Belange der Jugend­li­chen fest im Blick haben und nun einen Ort schaf­fen, der Begeg­nun­gen von Ange­sicht zu Ange­sicht ermög­licht sowie den Jugend­li­chen viel­fäl­tige Frei­hei­ten schenkt, sich aus­zu­pro­bie­ren, sich fort­zu­bil­den, zu infor­mie­ren. Die­ses neue Haus der Jugend wird die große Tra­di­tion des alten, inzwi­schen abge­ris­se­nen Hau­ses der Jugend fort­füh­ren. Ich bin mir sicher: Es wird auch künf­tig ein Hot-Spot der Jugend­kul­tur und Zen­trum der Jugend­ar­beit in unse­rer Stadt sein.”

Stadt­di­rek­tor Burk­hard Hintzsche: “Das Haus der Jugend wird bau­lich und inhalt­lich stär­ker als bis­her unter­schied­li­che Gene­ra­tio­nen mit­ein­an­der ver­bin­den und damit zu einem Ort für Begeg­nung, Inno­va­tion, Inte­gra­tion und Inklusion.”

Der Rat der Lan­des­haupt­stadt Düsseldorf fasste den Finan­zie­rungs­be­schluss zum neuen Haus der Jugend in sei­ner Sit­zung am 6. Februar 2020. Der 1958 errich­tete Bestands­bau des tra­di­ti­ons­rei­chen Hau­ses war marode und ent­sprach nicht mehr den heu­ti­gen Anfor­de­run­gen. Er wurde im Juli und August 2020 abge­ris­sen. Die Arbei­ten gehen zügig voran und befin­den sich im Zeit­plan. Das neue Gebäude wird vor­aus­sicht­lich im April 2022 fer­tig­ge­stellt und kann spätestens im Juli 2022 in Betrieb genom­men wer­den. Die Kos­ten für das Gesamt­pro­jekt belau­fen sich auf rund 15,3 Mil­lio­nen Euro.

Der Neu­bau bie­tet sowohl dem Jugend­ring, die Arbeits­ge­mein­schaft der Düsseldorfer Jugendverbände, als auch der Jun­gen Aktionsbühne Platz. Für die eige­nen Pro­jekte des Jugend­rings wie das Jugend­por­tal You­Pod, das Fan- Pro­jekt oder die Ser­vice­stelle Par­ti­zi­pa­tion ste­hen unter ande­rem Büros und Seminarräume zur Verfügung. Der Ver­an­stal­tungs­be­reich für 200 Per­so­nen mit Küche und Café wird vom Jugend­ring wie auch der Jun­gen Aktionsbühne genutzt wer­den. Er steht künftig für Semi­nare und Schu­lun­gen sowie für Ange­bote im Rah­men der Düsselferien zur Verfügung. Außer­dem wird die lange Tra­di­tion der Musik­kon­zerte des JAB fort­ge­setzt. Bei Ver­an­stal­tun­gen wie “Meets and Beats” bekom­men hier ins­be­son­dere neue und auf­stre­bende Künstlerinnen und Künstler eine Bühne.

Neue Kita und Azubi-Wohnen
Darüber hin­aus wird eine vier­grup­pige Kita mit 70 neuen Plätzen für Kin­der geschaf­fen, davon 22 für unter Dreijährige und 48 für über Dreijährige. Im Stadt­be­zirk 2 wer­den drin­gend ent­spre­chende Ange­bote benötigt, um den gesetz­li­chen Anspruch auf einen Betreu­ungs­platz der Kin­der bis zum Schul­ein­tritt zu sichern. Ergänzt wird das Bau­pro­jekt durch 19 Appar­te­ments für Aus­zu­bil­dende, die mit die­sem Ange­bot bei der Suche, Durchführung und dem erfolg­rei­chen Abschluss eines Aus­bil­dungs­be­rufs unterstützt wer­den sollen.
Die Her­aus­for­de­rung unter­schied­li­che Nut­zer­grup­pen störungsfrei in einem Gebäude zu orga­ni­sie­ren, hat das Pro­jekt­team der IPM mit dem Architekturbüro bap aus Wit­ten in Zusam­men­ar­beit mit Ingenieur*innen sowie den zukünftigen Nutzer*innen durch eine fle­xi­ble Grund­riss­struk­tur bewältigt. Der Gene­ral­un­ter­neh­mer Derichs und Kon­ertz hat das Pla­ner­team aus der Ent­wurfs­phase übernommen und konnte gemein­sam mit allen Pro­jekt­be­tei­lig­ten — trotz schwie­ri­ger äußerer Rand­be­din­gun­gen — bis­her durch die Nut­zung moder­ner Tech­ni­ken wie zum Bei­spiel BIM und Lean Con­s­truc­tion einen rei­bungs­lo­sen Bau­ab­lauf gewährleisten.

Die ver­schie­de­nen Funk­ti­ons­be­rei­che wer­den rund um einen Innen­hof orga­ni­siert. Die­ser bie­tet den ankom­men­den Gästen eine ein­la­dende Fläche bevor sie das Gebäude betre­ten. Hier­durch wird das Gebäude kom­pakt gehal­ten, und die Flächenversiegelung wird auf das not­wen­digste beschränkt. Dies wird bei den Stellplätzen fortgeführt, indem sie mit Rasen­git­ter­stei­nen gestal­tet wer­den. Durch zum Bei­spiel einem Abfahrts­mo­ni­tor für den ÖPNV sol­len die Gäste moti­viert wer­den, mit den öffentlichen Nah­ver­kehrs­mit­teln anzureisen.

Ein sozia­les und öko­lo­gisch nach­hal­ti­ges Projekt
Das Gebäude wird in Mas­siv­bau­weise errich­tet, das Dach erhält eine vollflächige Begrünung. Außer­dem wird eine Pho­to­vol­taik-Anlage zur Eigen­be­darfs­de­ckung errich­tet. Im Erd­ge­schoss wird das Gebäude mit einer Holz­fas­sade ver­klei­det. Dabei blei­ben Flächen frei, die Jugend­li­che im Zuge eines Pro­jek­tes mit Graf­fiti gestal­ten können. Die Lüftungsanlage wird zur Lärmvermeidung im Inne­ren des Gebäudes unter­ge­bracht. Das Gebäude und die Außen­an­la­gen sind bar­rie­re­frei kon­zi­piert. Es wer­den Fle­der­maus­nist­mög­lich­kei­ten und Vogel­nist­käs­ten vor­ge­se­hen. Auch bei der Wahl der Bau­ma­te­ria­lien und der Sys­teme wird auf Öko­lo­gie geach­tet. Die Fas­sa­den­ver­klei­dung ist pro­blem­los rück­bau­bar, wodurch eine spä­tere Verwendung/Entsorgung ver­ein­facht wird. Das Gebäude erfüllt somit hohe Ansprü­che an die öko­lo­gi­sche Nach­hal­tig­keit. Trotz der not­wen­di­gen Fäl­lung eini­ger sat­zungs­ge­schütz­ter Bäume, wird das Grund­stück künf­tig wie­der umfas­send begrünt sein. Es wur­den, in Abstim­mung mit dem Gar­ten­amt, eine gar­ten­pla­ne­ri­sche Aus­wahl für die Neu­pflan­zung von Bäu­men aus der Zukunfts­liste der Lan­des­haupt­stadt Düs­sel­dorf getroffen.