Vor dem Thea­ter­mu­seum im Hof­gärt­ner­haus: (v. r.) Kul­tur­de­zer­nent Hans-Georg Lohe, Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Ste­phan Kel­ler, Insti­tuts­lei­ter Sascha Förs­ter und Anne Blan­ken­berg vom Theatermuseum,©Landeshauptstadt Düsseldorf/Michael Gstettenbauer

 

Gespräch mit dem neuen Lei­ter des Insti­tuts, Sascha Förster/Thema war auch die Zukunft des Hofgärtnerhauses

Das Thea­ter­mu­seum Düs­sel­dorf hat seit dem 1. Juni einen neuen Lei­ter: den Thea­ter­wis­sen­schaft­ler Sascha Förs­ter. Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Ste­phan Kel­ler war am Frei­tag, 16. Juli, für ein Ken­nen­lern-Tref­fen zu Besuch im Insti­tut am Hof­gar­ten. Eben­falls beim Rund­gang und Gespräch dabei waren Kul­tur­de­zer­nent Hans-Georg Lohe und Anne Blan­ken­berg vom Thea­ter­mu­seum. Thema war unter ande­rem auch die Zukunft des Hofgärtnerhauses.

Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Ste­phan Kel­ler: “Seit über 30 Jah­ren ist das Thea­ter­mu­seum im Hof­gärt­ner­haus behei­ma­tet. Wäh­rend das denk­mal­ge­schützte Gebäude dem Insti­tut einen ganz beson­de­ren Raum bie­tet, bele­ben das Museum und seine Ange­bote wie­derum den Stand­ort am Hof­gar­ten — und das pas­send in Nach­bar­schaft zum Düs­sel­dor­fer Schau­spiel­haus. Daher sehe ich die Zukunft des Thea­ter­mu­se­ums im Hof­gärt­ner­haus. Ich freue mich, dass Sascha Förs­ter als neuer Lei­ter des Insti­tuts der­zeit ein Kon­zept für die Zukunft des Thea­ter­mu­se­ums im Hof­gärt­ner­haus erstellt. Gemein­sam mit einer ent­spre­chen­den Beschluss­vor­lage, die den Ver­bleib des Insti­tuts an sei­nem jet­zi­gen Stand­ort emp­fiehlt, wer­den wir es nach der Som­mer­pause in die poli­ti­schen Gre­mien einbringen.”

Sascha Förs­ter: “Im Hof­gärt­ner­haus hät­ten mein Team und ich die Chance, das Thea­ter­mu­seum als einen leben­di­gen Ort zwi­schen Sozio­kul­tur und Kul­tur­ge­schichte zu gestal­ten. So soll sich das Thea­ter­mu­seum in Zukunft nicht nur einer diver­sen Stadt­ge­sell­schaft öff­nen, son­dern im Aus­stel­lungs­be­trieb ver­stärkt kul­tur­his­to­risch aus­ge­rich­tet wer­den. Der ein­ma­lige stadt­his­to­ri­sche Stand­ort im Hof­gar­ten und inmit­ten der Lan­des­haupt­stadt würde für diese Wei­ter­ent­wick­lung eine ein­ma­lige Chance bieten.”

Aktu­ell berei­tet das Thea­ter­mu­seum die Aus­stel­lung “Erin­ne­rungs­geis­ter und Hoff­nungs­lich­ter” vor, die am 9. Okto­ber eröff­nen und sich dem nost­al­gi­schen Erin­nern an Thea­ter­be­such sowie den Sehn­süch­ten nach Refor­men der Dar­stel­len­den Kunst wid­men wird.

Zum Thea­ter­mu­seum
Das Thea­ter­mu­seum ist seit 1988 im denk­mal­ge­schütz­ten Hof­gärt­ner­haus an der Jäger­hof­straße unter­ge­bracht und nutzt es seit­her für seine Aus­stel­lun­gen, Ver­an­stal­tun­gen der kul­tu­rel­len Bil­dung und Thea­ter­auf­füh­run­gen. Zudem beher­bergt das Gebäude die Biblio­thek, die Büros des Thea­ter­mu­se­ums und ein klei­nes Café. Da jedoch für das his­to­ri­sche Gebäude Sanie­rungs­be­darf, unter ande­rem am Dach, besteht, wurde ein Umzug des Insti­tuts erwo­gen. Es sollte neben der Zen­tral­bi­blio­thek und dem Forum Freies Thea­ter (FFT) neue Flä­chen im der­zeit ent­ste­hen­den KAP1 erhal­ten. Mit dem Rats­be­schuss zur Anmie­tung der Flä­chen im Gebäude Kon­rad-Ade­nauer-Platz 1 wurde 2017 daher beschlos­sen, dass das Thea­ter­mu­seum ver­la­gert wird. Nach der Beschluss­lage soll das Hof­gärt­ner­haus in Erb­pacht ver­ge­ben und vor­ran­gig für gas­tro­no­mi­sche Zwe­cke genutzt wer­den. In den ver­gan­ge­nen Jah­ren zeigte sich jedoch, dass die Unter­brin­gung des Thea­ter­mu­se­ums im KAP1 dem Insti­tut nicht gerecht wird. Das Museum wäre so an sei­nem neuen Stand­ort zum Bei­spiel über drei Eta­gen ver­teilt unter­ge­bracht. Auch das Kura­to­rium des Dumont-Lin­de­mann-Archivs/­Thea­ter­mu­se­ums der Lan­des­haupt­stadt Düs­sel­dorf hat sich immer wie­der für den Ver­bleib im Hof­gärt­ner­haus ausgesprochen.

Die neue Beschluss­vor­lage der Ver­wal­tung, die nach den Som­mer­fe­rien in die Gre­mien ein­ge­bracht wer­den soll, sieht den Ver­bleib des Thea­ter­mu­se­ums im Hof­gärt­ner­haus vor und würde somit gleich­zei­tig den ent­spre­chen­den Beschluss­teil aus dem Rats­be­schluss zur Anmie­tung des Kon­rad-Ade­nauer-Platz und Ver­la­ge­rung des Thea­ter­mu­se­ums auf­he­ben. Die Vor­lage soll nach den Bera­tun­gen in den Fach­aus­schüs­sen am 16. Sep­tem­ber in den Stadt­rat ein­ge­bracht werden.

Sanie­rungs­be­darf des Hofgärtnerhauses
Nach aktu­el­len Aus­sa­gen eines Sach­ver­stän­di­gen besteht für die Dach­sa­nie­rung der­zeit kein Hand­lungs­be­darf. Grund hier­für ist auch, dass seit 2015 regel­mä­ßig umfang­rei­che Repa­ra­tur- und War­tungs­ar­bei­ten an dem his­to­ri­schen Schie­fer­dach durch­ge­führt wur­den, sodass keine wei­te­ren Feuch­tig­keits­ein­tritte im Dach­be­reich und im Bereich der Gau­ben mehr zu ver­zeich­nen waren.

För­der­mit­tel des Lan­des NRW
Dar­über hin­aus hat die Stadt­ver­wal­tung Gesprä­che mit dem Land NRW über mög­li­che För­der­mit­tel bei Ver­bleib des Thea­ter­mu­se­ums im Hof­gärt­ner­haus geführt. Im Ergeb­nis wäre das Land NRW bereit, ins­be­son­dere für die über die Stadt Düs­sel­dorf hin­aus­ge­hende, wich­tige archi­va­ri­sche Arbeit des Thea­ter­mu­se­ums einen jähr­li­chen Betriebs­kos­ten­zu­schuss von 80.000 Euro bei Nut­zung des Hof­gärt­ner­hau­ses durch das Thea­ter­mu­seum zu gewäh­ren. Das Thea­ter­mu­seum hat sich aus dem Dumont-Lin­de­mann-Archiv her­aus ent­wi­ckelt, das 1947 als Stif­tung an die Lan­des­haupt­stadt Düs­sel­dorf über­ge­ben wurde. Seit­her sind die Samm­lun­gen des Thea­ter­mu­se­ums ste­tig gewach­sen und doku­men­tie­ren das Düs­sel­dor­fer Thea­ter und die rei­che nord­rhein-west­fä­li­sche Theaterlandschaft.

Flä­chen im KAP1
Im KAP1 würde das Thea­ter­mu­seum auf drei unter­schied­li­chen Ebe­nen unter­ge­bracht wer­den: im 3. OG das Schau­de­pot, im Zwi­schen­ge­schoss die Büro­flä­chen und im 1. OG das Archiv. Ver­an­stal­tungs­flä­che und päd­ago­gi­scher Arbeits­raum müss­ten mit der Stadt­bü­che­rei geteilt wer­den und wür­den sich im 2. OG befin­den. Sollte nun der Ver­bleib des Thea­ter­mu­se­ums im Hof­gärt­ner­haus beschlos­sen wer­den, könn­ten die Flä­chen im KAP1 ander­wei­tig genutzt wer­den, unter ande­rem könnte bei­spiels­weise das Archiv vom Goe­the-Museum ver­wen­det wer­den sowie ein Teil der Flä­chen von der Zentralbibliothek.

Hin­ter­grund Hofgärtnerhaus
Das Hof­gärt­ner­haus wurde ursprüng­lich 1769/1770 zusam­men mit dem Hof­gar­ten nach Plä­nen von Nico­las de Pigage als Wohn­sitz des für die Pflege des Gar­tens zustän­di­gen Hof­gärt­ners errich­tet. Im zwei­ten Welt­krieg wurde es zer­stört und 1955 — abwei­chend vom Ursprungs­zu­stand um je eine Sei­te­n­achse erwei­tert — wie­der aufgebaut.