Foto: Fri­seur-Innung Düsseldorf

 

Zuerst war da ein Hil­fe­ruf, der am Don­ners­tag, den 15.Juli, aus dem Hoch­was­ser-Kata­stro­phen­ge­biet, im Fri­seur­sa­lon von Ste­fan Lupp in Düs­sel­dorf Ober­kas­sel ankam. Ein Freund und Kol­lege am ande­ren Ende der Lei­tung schil­derte die ent­setz­li­chen Umstände, die den Men­schen dort aktu­ell zu schaf­fen machen.

„Ich war so tief berührt. Ich konnte nicht anders, ich musste unbe­dingt sofort han­deln!“ so Ste­fan Lupp, genannt Lupo. Er han­delte: zuerst ein kur­zes State­ment in die Whats­App Gruppe der Düs­sel­dor­fer Fri­seure und an die Düs­sel­dor­fer Fri­seu­r­in­nung. Die spon­tane Hilfs­be­reit­schaft, die sich hier zeigte, war über­wäl­ti­gend, die Berufskollegen/innen waren begeistert.

Es blieb nicht nur bei schö­nen Wor­ten. Bereits am Sams­tag­nach­mit­tag sta­pel­ten sich Pakete, Tüten und Klei­der­sä­cke im Salon auf der Lan­ker — Straße in Düsseldorf.

Am Sonn­tag­nach­mit­tag tra­fen sich die Berufs­kol­le­gen und Kol­le­gin­nen, um die Spen­den rei­se­fer­tig in Autos zu ver­pa­cken. Letzt­lich waren sechs Fahr­zeuge bis an die Dach­kante voll­ge­packt. Nach­barn, wel­che regis­trier­ten was hier pas­sierte, brach­ten aus den umlie­gen­den Häu­sern eben­falls Schuhe Tex­ti­lien bis hin zum Kin­der­spiel­zeug. „Wenn ich das Kin­der­spiel­zeug sehe, kom­men mir die Trä­nen!“ sagt Lupo „ich darf gar nicht daran den­ken, wie es die­sen klei­nen Men­schen geht, die jetzt alles ver­lo­ren haben.“

Alle waren sich dar­über einig, dass diese Hilfe erfor­der­lich und das Vor­ha­ben eine gute Sache ist. „Meine Mädels im Salon sind extra nebenan ins Kauf­haus gelau­fen, um ein­zu­kau­fen. Sie woll­ten hel­fen und die Sachen sind jetzt hier dabei!“ erzählt Janine, die ihren Salon im Diet­rich Kar­ree betreibt.

Halb lachend und halb wei­nend sitzt wäh­rend­des­sen Nika (10 Jahre alt) auf einem klei­nen Schau­kel­pferd im sich lang­sam lee­ren­den Salon. Papa Oli­ver Undorf erklärt: „Nika will das für betrof­fene Kin­der spen­den, das hat sie ent­schie­den, nach­dem sie gehört hat, was wir hier starten“

Das wird aber nicht alles blei­ben, was man sich als Hilfe vor­ge­nom­men hat.

Geplant ist auch eine Bene­fiz Aktion, an wel­cher etli­che Düs­sel­dor­fer Fri­seure teil­neh­men und einen Tag gra­tis arbei­ten wer­den. Der gesamte Erlös soll betrof­fe­nen Fri­seu­ren (die der­zeit ohne Ein­nah­men sind) zur Ver­fü­gung gestellt wer­den. Abge­wi­ckelt wird das ganze über die Fri­seu­r­in­nung Düs­sel­dorf und den Lan­des­in­nungs­ver­band Nord­rhein-West­fa­len. Die betref­fen­den Salons wer­den durch eine Pla­kat­ak­tion auf sich auf­merk­sam machen.

Gleich­zei­tig wer­den Ein­rich­tungs­ge­gen­stände und Geräte gesam­melt, die nach den Auf­räum­ar­bei­ten eben­falls den Weg ins Kata­stro­phen­ge­biet fin­den sollen.