OB Dr. Ste­phan Kel­ler und Tho­mas Trem­mel, zukünf­tig Lei­ter KoCI, zei­gen die Vor­be­rei­tung des Impf­stoffs mit der neu auf­ge­stell­ten Lami­nar Flow Box in der Impf­stelle Heinrich-Heine-Allee,©Landeshauptstadt Düsseldorf/Ingo Lammert

 

Impf­stel­len, Impf­mo­bil und KoCI übernehmen
Impf­zen­trum schließt nach rund 380.000 Imp­fun­gen an 164 Öffnungstagen

Am heu­ti­gen Mitt­woch, 29. Sep­tem­ber, wird der Impf­be­trieb in der Mer­kur Spiel-Arena voll­stän­dig vom Impf­mo­bil und den bei­den bekann­ten dezen­tra­len Impf­stel­len im Atrium am Haupt­bahn­hof und am U‑Bahnhof Hein­rich-Heine-Allee über­nom­men. Dort kön­nen alle Inter­es­sier­ten mon­tags bis frei­tags in der Zeit von 10 bis 17.30 Uhr wei­ter­hin auch ohne Ter­min­ver­gabe eine Imp­fung erhalten.

Zu die­sem Zweck wer­den die bei­den Impf­stel­len mit zusätz­li­cher Tech­nik aus­ge­rüs­tet. So wer­den die Räum­lich­kei­ten mit soge­nann­ten Lami­nar Flow Boxen aus­ge­stat­tet. Mit die­sen Boxen kön­nen die Phar­ma­zeu­ten bei der Her­rich­tung der ein­zel­nen Impf­do­sen unter Rein­raum­be­din­gun­gen arbei­ten. Dazu saugt das Gerät die Umge­bungs­luft an und rei­nigt die­ses über ein Fil­ter­sys­tem. Im Anschluss wird eine lami­nare Strö­mung erzeugt, das heißt, die Luft fließt in par­al­le­len Strom­li­nien nach unten.

Auch das Impf­mo­bil wird wei­ter an aus­ge­wähl­ten Stand­or­ten in der Stadt Halt machen. Hierzu wird die Stadt die geplan­ten Stand­orte früh­zei­tig bekannt geben. Eben­falls besteht wei­ter­hin die Mög­lich­keit, sich bei sei­nem behan­deln­den Haus- oder Fach­arzt nach vor­he­ri­ger Abspra­che mit den vor­han­de­nen Vak­zi­nen imp­fen zu lassen.

Für die wei­tere Koor­di­nie­rung des Impf­an­ge­bo­tes rich­tet die Stadt Düs­sel­dorf — wie vom Land NRW vor­ge­se­hen — zum 1. Okto­ber eine Koor­di­nie­rende Covid-Impf­ein­heit (KoCI) ein, die vom bis­he­ri­gen Lei­ter des Impf­zen­trums, Tho­mas Trem­mel, gelei­tet wird. Die KoCI über­nimmt den Aus­tausch mit den regio­na­len Ansprech­per­so­nen der Kas­sen­ärzt­li­chen Ver­ei­ni­gung in Hin­blick auf das regio­nale Impf­ge­sche­hen, das Moni­to­ring des Impf­ge­sche­hens — gerade im Berei­che der vul­nerablen Per­so­nen­grup­pen und die Hin­wir­kung auf Impf­an­ge­bote in (teil-)stationären Ein­rich­tun­gen und Diens­ten mit beson­ders vul­nerablen Per­so­nen­grup­pen bezie­hungs­weise einem hohen Infek­ti­ons­ri­siko — sowie die vor­sorg­li­che Vor­pla­nung für gege­be­nen­falls erneute Imp­fun­gen gegen das Coronavirus.

Impf­zen­trum zieht Abschlussbilanz
Nach rund 380.000 Imp­fun­gen gegen das Coro­na­vi­rus an 164 Öff­nungs­ta­gen schließt das Impf­zen­trum Düs­sel­dorf in der Mer­kur Spiel-Arena — ein Rückblick:

Stand­ort­wahl und Kapazität
Zunächst sah das Land für das Düs­sel­dor­fer Impf­zen­trum 2.400 Imp­fung pro Tag vor. In der höchs­ten Aus­las­tungs­phase erhiel­ten rund 4.500 Men­schen pro Öff­nungs­tag ihre Schutz­imp­fung gegen das Coro­na­vi­rus in der Mer­kur Spiel-Arena, die zu einem moder­nen und kun­den­ori­en­tier­ten Impf­zen­trum umge­baut wurde und für rund acht Monate an fünf Tagen in der Woche in der Zeit von mor­gens 8 Uhr bis abends 20 Uhr nicht nur für die Düs­sel­dor­fe­rin­nen und Düs­sel­dor­fer eine wich­tige Anlauf­stelle im Kampf gegen das Virus darstellte.

“Die Wahl der Mer­kur Spiel-Arena als Impf­zen­trum hat gezeigt, dass die Lan­des­haupt­stadt für die dyna­mi­sche Impf­si­tua­tion gerüs­tet war. So konnte auch kurz­fris­tig auf die höhere Impf­nach­frage reagiert und unter ande­rem die Räum­lich­kei­ten der Nach­frage ange­passt wer­den”, so Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Ste­phan Kel­ler zur dama­li­gen Ent­schei­dung, die Arena in Rhein­nähe als Stand­ort des Impf­zen­trums zu wäh­len. So erfüllte die Mul­ti­funk­ti­ons­arena auf rund 8.000 Qua­drat­me­tern und zwei Ebe­nen die Anfor­de­run­gen des Lan­des — auch in Hin­blick auf die Ver­kehrs­an­bin­dung mit öffent­li­chem Nah­ver­kehr, Auto und Fahr­rad sowie Logis­tik und Bar­rie­re­frei­heit. Als Erfolgs­re­zept stellte sich auch die früh­zei­tige Zusam­men­ar­beit mit der städ­ti­schen Ver­an­stal­tungs­toch­ter D.Live und dem Berg­hei­mer Unter­neh­men “Spe­cial Secu­rity Ser­vice” dar — die Füh­rungs­kräfte kann­ten sich bereits von zahl­rei­chen Groß­ver­an­stal­tun­gen in Düs­sel­dorf und konn­ten die neuen Auf­ga­ben auf einem ver­trau­ens­vol­len Grund­ge­rüst auf­bauen. Kom­plet­tiert wurde das Team des Impf­zen­trums durch die Kas­sen­ärzt­li­che Ver­ei­ni­gung Nord­rhein und die Apo­the­ker­kam­mer NRW. Michael Brill, CEO von D.Live: “Unser Ziel war es, den so lang ersehn­ten Moment der Imp­fung zu einem beson­ders posi­ti­ven, unver­gess­li­chen Augen­blick für unsere ‘Gäste’ des Impf­zen­trums zu machen, der für jeden Betrof­fe­nen einen ech­ten Neu­start bedeu­tet. Die Freude und erfah­rene Dank­bar­keit aller Betei­lig­ten – vor allem unse­rer Gäste und den vie­len enga­gier­ten Ärz­ten und Hel­fern – hat unser gesam­tes Team sehr bewegt. Wir sind sehr froh und stolz, gemein­sam mit der Stadt Düs­sel­dorf, ins­be­son­dere der Feu­er­wehr und dem Gesund­heits­amt, der kas­sen­ärzt­li­chen Ver­ei­ni­gung und unse­ren Dienst­leis­tern einen klei­nen Bei­trag zur Bekämp­fung die­ser Pan­de­mie geleis­tet zu haben.” Durch diese part­ner­schaft­li­che Zusam­men­ar­beit und den Erfah­run­gen jedes ein­zel­nen Team­mit­glie­des war das Düs­sel­dor­fer Impf­zen­trum bereits Mitte Dezem­ber einsatzbereit.

Die erste Impfung
Start­schuss und ers­ter Impf­tag in der Mer­kur Spiel-Arena war der 8. Februar 2021. Bereits knapp ein­ein­halb Monate vor­her konnte ein mobi­les Team die erste Coro­na­schutz­imp­fung im Wohn­stift Haus Lörick an die Bewoh­ne­rin Ursula Spehr ver­ab­rei­chen. Der 27. Dezem­ber stellte so den Beginn für bis zu 15 mobile Teams dar, die Bewoh­ne­rin­nen und Bewoh­ner aus Senio­ren­hei­men, in Ein­rich­tun­gen der Wie­der­ein­glie­de­rungs­hilfe sowie Behin­der­ten­ein­rich­tun­gen vor Ort auf­such­ten und so unkom­pli­ziert die oft­mals mobi­li­täts­ein­ge­schränk­ten Men­schen erreich­ten. Neben Ursula Spehr erhiel­ten wei­tere 179 Men­schen an die­sem his­to­ri­schen Tag ihre Erst­imp­fung gegen das Coro­na­vi­rus. “Mit den mobi­len Teams war es mög­lich, die Betag­tes­ten und gebrech­lichs­ten Per­so­nen unse­rer Gesell­schaft in ihrem Zuhause auf­zu­su­chen”, berich­tet Stadt­di­rek­tor und Kri­sen­stabs­lei­ter Burk­hard Hint­z­sche und führt wei­ter aus: “Die Erfah­run­gen, die wir in den ers­ten Wochen der mobi­len Ver­imp­fung gemacht haben, haben uns auch im wei­te­ren Ver­lauf der dezen­tra­len Impf­stel­len und den Schul­imp­fun­gen wei­ter­ge­hol­fen.” Pünkt­lich zum ers­ten Öff­nungs­tag des Düs­sel­dor­fer Impf­zen­trums am 8. Februar, erreichte ein Win­ter­ein­bruch die Lan­des­haupt­stadt Düs­sel­dorf. Den gesam­ten Tag über herrsch­ten Minus­grade und eine Schnee­de­cke bedeckte die Stra­ßen und Wege in der Lan­des­haupt­stadt. Trotz der wid­ri­gen Wet­ter­be­din­gun­gen erschie­nen fast alle Senio­rin­nen und Senio­ren zu ihrem Erstimpftermin.

Auf­sto­ckung der Kapazitäten
Die Impf­stoff­knapp­heit zu Beginn der Impf­kam­pa­gne regle­men­tiere zunächst die maxi­mal­mög­li­chen Impf­ter­mine pro Öff­nungs­tag in der Arena, die bei etwa 450 Ter­mi­nen lag. Diese wurde von den zunächst berück­sich­tig­ten Per­so­nen­grup­pen gut ange­nom­men, sodass das Impf­zen­trum täg­lich und schnell aus­ge­bucht war. Mit stei­gen­der Impf­stoff­ka­pa­zi­tät konn­ten zügig und unbü­ro­kra­tisch auch die Kapa­zi­tä­ten des Impf­zen­trums über 2.400 Imp­fun­gen bis zu rund 4.500 Imp­fun­gen pro Tag ange­passt wer­den. “Das Impf­zen­trum und damit die Mög­lich­keit für jede Bür­ge­rin und jeden Bür­ger eine Imp­fung zu erhal­ten, war und ist eine Her­zens­an­ge­le­gen­heit für alle Mit­ar­bei­ten­den des Impf­zen­trums. Das enge und durch sehr viel Ver­trauen geprägte Netz­werk aus Ämtern, Unter­neh­men, Behör­den und Orga­ni­sa­tio­nen in Düs­sel­dorf hat die­ses Impf­zen­trum mög­lich gemacht! Wie­der ein­mal zeigt sich, was wir in die­ser Stadt gemein­sam auf die Beine stel­len kön­nen, wenn es darum geht, Men­schen zu hel­fen”, beschreibt Feu­er­wehr-Chef David von der Lieth die erfolg­rei­che Zusam­men­ar­beit aller Beteiligten.

Der Weg der dezen­tra­len und mobi­len Impfungen
Mit Abnahme des Inter­es­ses der Bevöl­ke­rung an einer zen­tra­len Imp­fung im Impf­zen­trum ging die Lan­des­haupt­stadt Düs­sel­dorf wei­tere krea­tive Wege, um die Men­schen vor Ort über die Not­wen­dig­keit einer Schutz­imp­fung auf­zu­klä­ren und direkt — auch ohne eine vor­he­rige Ter­min­ver­ein­ba­rung — ein Impf­an­ge­bot zu ermög­li­chen. Dazu begann die Lan­des­haupt­stadt Anfang Mai den Beschäf­tig­ten und Bewoh­nern von sta­tio­nä­ren Wohn­ein­rich­tun­gen und Obdach­lo­sen­not­un­ter­künf­ten, Tages­auf­ent­hal­ten, Kon­takt- und Bera­tungs­stel­len sowie Arbeits- und Beschäf­ti­gungs­hil­fen, dem Street­work, hil­fe­su­chen­den Obdach­lo­sen in den ambu­lan­ten Hilfs­an­ge­bo­ten sowie den obdach­lo­sen Men­schen mit dem Lebens­mit­tel­punkt auf der Straße ein nied­rig­schwel­li­ges Impf­an­ge­bot zu unter­brei­ten, wel­ches rund 1.500 Men­schen annah­men. Im Mit­tel­punkt der mobi­len Imp­fun­gen stand auch das Auf­su­chen von mobi­li­täts­ein­ge­schränk­ten Düs­sel­dor­fe­rin­nen und Düs­sel­dor­fern in ihrer häus­li­chen Umgebung.

Mit der Zeit konnte das Impf­zen­trum die­ses Ange­bot erwei­tern und instal­lierte an drei fes­ten, dezen­tra­len Stand­or­ten abge­setzte Impf­stel­len, an denen sich die Men­schen im Rhyth­mus ihres All­tags quasi im Vor­bei­ge­hen (“Imp­fen to Go”) mit einem der vier zuge­las­se­nen Vak­zine imp­fen las­sen konn­ten. Um noch mehr Men­schen auf einer unbü­ro­kra­ti­schen Art zu errei­chen, setzte das Impf­zen­trum ein mobi­les Impf­mo­bil ein, das an neur­al­gi­schen Stand­or­ten in der Stadt Halt machte. Hier ist auch die ver­trau­ens­volle Zusam­men­ar­beit mit der isla­mi­schen Gemeinde zu nen­nen, sodass das Impf­mo­bil direkt nach dem Frei­tags­ge­bet an der Mas­jid Assa­lam Moschee eine schnelle Imp­fung ermög­lichte. Des Wei­te­ren koope­rierte die Lan­des­haupt­stadt Düs­sel­dorf unter ande­rem mit der Hein­rich-Heine-Uni­ver­si­tät und der Hoch­schule Düs­sel­dorf und stellte so nicht nur den Stu­die­ren­den eine Impf­mög­lich­keit direkt auf dem jewei­li­gen Cam­pus zur Ver­fü­gung, die etwa 2.800 Mal unmit­tel­bar ange­nom­men wurde.

Mit Öff­nung der Alters­klasse der jun­gen Men­schen zwi­schen dem 12. und 16. Lebens­jahr kon­zen­trierte sich die mobile Imp­fung auf den Schul­start und die rund 31.000 Schü­lern der wei­ter­füh­ren­den Schu­len in der Lan­des­haupt­stadt. Das Team des Düs­sel­dor­fer Impf­zen­trums orga­ni­sierte in Zusam­men­ar­beit mit dem Amt für Schule und Bil­dung elf dezen­trale Schul­stand­orte in den ein­zel­nen Stadt­be­zir­ken, an denen sich die Schü­ler wäh­rend der Schul­zeit koor­di­niert eine Imp­fung mit dem zur­zeit ein­zi­gen zuge­las­se­nen Vak­zin für Men­schen ab dem 12. Lebens­jahr der deut­schen Firma Bio­n­Tech abho­len konn­ten. Zusätz­lich zu den Schü­lern stan­den an den Akti­ons­ta­gen auch den Beschäf­tig­ten der Schule, den Eltern sowie der brei­ten Öffent­lich­keit die­ses Ange­bot zur Ver­fü­gung. Von die­ser Mög­lich­keit mach­ten etwa 4.000 Men­schen Gebrauch.

Lob und Anerkennung
“Für uns war es wich­tig, dass die Besu­cher des Impf­zen­trums sich wohl füh­len und mit einem posi­ti­ven Gefühl die Arena ver­las­sen”, sagt Tho­mas Trem­mel, Lei­ter des Impf­zen­trums, “dafür haben wir die Besu­cher bereits am Ein­gang herz­lich will­kom­men gehei­ßen und sind ihnen an jeder neuen Sta­tion offen und freund­lich gegen­über­ge­tre­ten, um even­tu­ell vor­han­dene Unsi­cher­hei­ten und Ner­vo­si­tä­ten der Besu­cher entgegenzuwirken.”

Diese Wert­schät­zung und Offen­heit aller Beschäf­tig­ten des Impf­zen­trums wurde von zahl­rei­chen Men­schen zurück­ge­spielt. Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Ste­phan Kel­ler: “Ich war über­wäl­tigt von den zahl­rei­chen Dank­sa­gun­gen der Men­schen, die mich per Brief oder E‑Mail erreich­ten, aber auch das Feed­back über die sozia­len Netz­werke über die Leis­tun­gen aller Beschäf­tig­ten des Impf­zen­trums zeigt mir, dass die Ent­schei­dung der Ein­bin­dung von Feu­er­wehr, Gesund­heits­amt, der städ­ti­schen Ver­an­stal­tungs­toch­ter D.Live und der ande­ren Part­ner eine rich­tige Ent­schei­dung war. Es macht mich stolz, zu sehen, wie die ein­zel­nen Berei­che der Stadt­ver­wal­tung in der schwie­ri­gen Pan­de­mielage her­vor­ra­gend ver­netzt sind und leis­tungs­stark an der Pan­de­mie­be­kämp­fung mitwirken.”

Auch der Schul­ter­schluss zwi­schen Impf­zen­trum und dem DFB in der Vor­be­rei­tung auf die Euro­pa­meis­ter­schaft zeigt die all­ge­meine Wert­schät­zung der Beschäf­tig­ten der Impf­zen­tren. So stellte der DFB rund 150 Frei­kar­ten zur Ver­fü­gung und dankte so den enga­gier­ten Mit­ar­bei­ten­den der Impf­zen­tren in NRW für ihren täg­li­chen Einsatz.