An der ers­ten Sta­tion der Route durch den Stadt­be­zirk 6 (v.l.n.r.): Dr. Bas­tian Fleer­mann, Bezirks­bür­ger­meis­te­rin Bir­git Schen­tek, Özlem Yil­maz, Hafida Seg­haoui und BV 6‑Mitglied Mar­cus Münter,©Landeshauptstadt Düsseldorf/David Young

 

 

Elf Sta­tio­nen füh­ren durch den Stadt­be­zirk 6
Orte der Ver­fol­gung und des Wider­stands zur NS-Zeit

Die Mahn- und Gedenk­stätte der Lan­des­haupt­stadt Düs­sel­dorf hat im Auf­trag der Bezirks­ver­tre­tung 6 einen his­to­ri­schen Weg ent­wi­ckelt, der mit einem Heft abge­gan­gen oder mit Fahr­rä­dern abge­fah­ren wer­den kann. Özlem Yil­maz und Hafida Seg­haoui von der Mahn- und Gedenk­stätte stell­ten am Don­ners­tag, 21. Juli, zusam­men mit Dr. Bas­tian Fleer­mann, Lei­ter der Mahn- und Gedenk­stätte, Bezirks­bür­ger­meis­te­rin Bir­git Schen­tek und ande­ren Mit­glie­dern der Bezirks­ver­tre­tung 6 den neuen Stadtführer
“Spurensuche(n). Die NS-Zeit im Stadt­be­zirk 6.” der Öffent­lich­keit vor.

Özlem Yil­maz und Hafida Seg­haoui haben für die Route Orte aus­fin­dig gemacht, an denen Wider­stand geleis­tet oder Men­schen aus unter­schied­li­chen Grün­den ver­folgt wur­den. Der Weg läuft in west­li­cher Rich­tung quer durch den Stadt­be­zirk und ver­deut­licht auf ins­ge­samt elf Sta­tio­nen die Spu­ren aus der Zeit des National­sozialismus und des Zwei­ten Welt­krie­ges: Vom Hei­nefeld­platz im Osten am Flug­ha­fen bis zur ehe­ma­li­gen Reit­zen­stein-Kaserne im Wes­ten führt der Weg vor­bei an his­to­ri­schen Orten, an Stra­ßen, die nach wich­ti­gen Per­so­nen benannt wur­den, oder an den zum Geden­ken ver­leg­ten “Stol­per­stei­nen” im Bürgersteig.

“Wir freuen uns über das Heft und den dazu gehö­ri­gen Rund­gang sehr. Auf diese Weise wird anhand ganz kon­kre­ter Bei­spiele begreif­bar, wie stark das natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Regime auch in unse­ren Stadt­tei­len sich auf das Leben und den All­tag der damals leben­den Men­schen aus­ge­wirkt hat und wo hier über­all his­to­risch bedeu­tende Orte sind. Dass das nun von jun­gen Leu­ten, Bür­ge­rin­nen und Bür­gern erfahr­bar wird, schätze ich sehr”, so Bezirks­bür­ger­meis­te­rin Bir­git Schentek.

Das Heft ist gra­tis bei der Bezirks­ver­wal­tungs­stelle 6, Müns­ter­straße 519, sowie in der Mahn- und Gedenk­stätte, Müh­len­straße 29, erhältlich.

Die Sta­tio­nen
Die elf Sta­tio­nen erin­nern an die Opfer der NS-Ver­fol­gung, die zwi­schen 1933 und 1945 ver­haf­tet, depor­tiert oder ermor­det wur­den, aber auch an den muti­gen Wider­stand von Män­nern und Frauen, die sich wei­ger­ten, dem Natio­nal­so­zia­lis­mus zu fol­gen. Emp­foh­len wer­den kleine Grup­pen mit Fahr­rä­dern. Wenn man die Stre­cke zu Fuß ablau­fen will, emp­fiehlt sich eine Auf­tei­lung der Route in zwei Hälf­ten. Die erste Sta­tion am Unter­ra­ther Hei­nefeld­platz erin­nert an die “wilde Sied­lung Hei­nefeld”, auf der sich bis zur bru­ta­len Räu­mung eine Erwerbs­lo­sen­sied­lung befun­den hat. Zudem waren dort zahl­rei­che Sin­ti­fa­mi­lien unter­ge­bracht, die von dem Maler Otto Pan­kok por­trai­tiert wur­den. Sta­tion Num­mer vier erin­nert am Tilde-Klose-Weg an die namens­ge­bende sozi­al­de­mo­kra­ti­sche Wider­stands­kämp­fe­rin. Der ehe­ma­lige Hoch­bun­ker an der Müns­ter­straße — Sta­tion sie­ben — und die an den ermor­de­ten Aus­nahmepia­nis­ten Karl­robert Krei­ten erin­nernde Krei­ten­straße — Sta­tion elf — zei­gen, wie viel­fäl­tig die ein­zel­nen Aspekte des klei­nen Stadt­füh­rers sind.

Ers­ter Rundgang
Der Rund­gang ist in zwei Teile auf­ge­teilt, die unab­hän­gig von­ein­an­der besucht wer­den kön­nen. Der erste Teil kann schon am Sonn­tag, 31. Juli, um 12 Uhr began­gen wer­den. Özlem Yil­maz und Hafida Seg­haoui laden zum Rund­gang durch den Stadt­be­zirk 6 im Düs­sel­dor­fer Nor­den ein. Besu­che­rin­nen und Besu­cher der Tour sind ein­ge­la­den, mit ihnen die Geschich­ten von Mili­tär- und Bun­ker­an­la­gen, muti­gen Frauen und Män­nern im Wider­stand, von NS-Opfern die zwi­schen 1933 und 1945 ver­folgt, ver­haf­tet und depor­tiert wur­den, zu ent­de­cken. Anmel­dun­gen sind bis Don­ners­tag, 28. Juli, per E‑Mail an nicole.merten@duesseldorf.de möglich.