Nah­men das erste Fass in Betrieb (v.r.): Amts­lei­te­rin Doris Tör­kel, Umwelt­de­zer­nent Jochen Kral, Julien Peine (Gar­ten­amt), Renate Böhm, Susanne Hum­men (beide Pro Düs­sel­dorf) und Katja Lother (Werk­statt für ange­passte Arbeit) ‚©Lan­des­haupt­stadt Düsseldorf/Michael Gstettenbauer

 

“Gieß­kan­nen­hel­din­nen” gesucht: Stadt ver­gibt große Regen­fäs­ser an enga­gierte Düs­sel­dor­fe­rin­nen und Düsseldorfer

Was­ser sam­meln, wenn es reg­net und damit Bäume oder Grün­flä­chen gie­ßen, wenn es zu tro­cken ist — das ist das Prin­zip der Aktion “Dein Fass — Gieß­kan­nen­hel­din­nen für Düs­sel­dorf”. Die Stadt ver­gibt Regen­fäs­ser an enga­gierte Düs­sel­dor­fe­rin­nen und Düs­sel­dor­fer, die sich bereit erklä­ren, damit öffent­li­ches Grün zu gie­ßen. Die Aktion ergänzt die städ­ti­schen Maß­nah­men zur Bewäs­se­rung. Vor­bild ist das Pro­jekt “Gieß­kan­nen­hel­din­nen” der Ehren­amt Agen­tur in Essen. Gemein­sam mit der Initia­tive Pro Düs­sel­dorf, die bereits seit Län­ge­rem Erfah­run­gen in der Umset­zung gesam­melt hat, hat die Stadt die Pro­jekt­idee part­ner­schaft­lich umgesetzt.

Umwelt­de­zer­nent Jochen Kral, Doris Tör­kel, Lei­te­rin des Garten‑, Fried­hofs- und Forst­amts, und Julien Peine, stell­ver­tre­ten­der Lei­ter Gar­ten­an­la­gen im Gar­ten­amt, haben gemein­sam mit Renate Böhm und Susanne Hum­men vom Pro­jekt­part­ner Pro Düs­sel­dorf und Katja Lother von der Werk­statt für ange­passte Arbeit das erste Fass im Süd­park in Betrieb genommen.

“Der Kli­ma­wan­del zeigt sich in Düs­sel­dorf mit sei­nen Fol­gen: Vor allem lange und heiße Tro­cken­pe­ri­oden schä­di­gen das Grün in der Stadt. Umso wich­ti­ger ist es, Bäume und öffent­li­che Grün­flä­chen zu wäs­sern. Die Stadt nimmt das in der eige­nen Arbeit ernst und setzt zusätz­lich auf das Enga­ge­ment der Düs­sel­dor­fe­rin­nen und Düs­sel­dor­fer”, sagt Umwelt­de­zer­nent Jochen Kral.

Doris Tör­kel, Lei­te­rin des Garten‑, Fried­hofs- und Forst­amts, ergänzt: “Es ist der Stadt bei der Bewäs­se­rung wich­tig, die Res­source Was­ser effek­tiv und nach­hal­tig ein­zu­set­zen. Aus die­sem Antrieb her­aus und nach dem Vor­bild des Esse­ner Pro­jekts, ist die Idee ent­stan­den, große Fäs­ser bereit­zu­stel­len, mit denen Inter­es­sierte auf dem eige­nen Grund­stück Regen sam­meln und mit­hel­fen können.”

“Die Aktion star­tet mit zunächst 50 Regen­was­ser-Con­tai­nern, die je 1.000 Liter fas­sen. Die Teil­neh­men­den bekom­men ihr Fass kos­ten­frei gelie­fert und küm­mern sich selbst darum, es am eige­nen Fall­rohr auf­zu­stel­len und anzu­schlie­ßen. Im Gegen­zug erklä­ren sie sich bereit, damit eine öffent­li­che Grün­flä­che zu gie­ßen”, so Julien Peine, stell­ver­tre­ten­der Lei­ter Gar­ten­an­la­gen im Gartenamt.

Für die Fäs­ser ver­wen­det die Stadt indus­tri­elle Tank-Con­tai­ner, die über einen Hahn ver­fü­gen. Damit das Fass sta­bil und gerade posi­tio­niert und dar­un­ter eine Gieß­kanne befüllt wer­den kann, steht es auf zwei Holz-Palet­ten, die die Stadt eben­falls mit­lie­fert. Das Fass ist mit einer Folie ver­klei­det, die UV-bestän­dig ist. Das ist wich­tig, damit sich im Fass keine Algen bil­den. Die Stadt hat die Folie mit der Bot­schaft “Ich sammle Regen­was­ser” bedruckt und mit einem Gar­ten-Motiv gestal­tet. Der höl­zerne Abdeck­rah­men für die Ober­seite des Fas­ses kommt maß­ge­schnei­dert aus der städ­ti­schen Schrei­ne­rei. Zu jedem Fass lie­fert die Stadt sym­bo­lisch auch eine Gießkanne.

Wer ein Fass haben möchte, fin­det auf www.duesseldorf.de/giesskannenheldinnen genauere Infor­ma­tio­nen, die Rah­men­be­din­gun­gen sowie ein Bewer­bungs­for­mu­lar zum Down­load. Inter­es­sierte schi­cken das aus­ge­füllte Doku­ment anschlie­ßend per E‑Mail an deinfass@duesseldorf.de. Im Anschluss prüft die Stadt, ob alle Kri­te­rien erfüllt sind. Wenn das der Fall ist, bekom­men die Teil­neh­men­den nach vor­he­ri­ger Abspra­che ein Fass gelie­fert. Um den Auf­bau und Anschluss küm­mern sie die Teil­neh­men­den selbst. Die Bear­bei­tung ver­läuft nach der Rei­hen­folge der ein­ge­gan­ge­nen Bewer­bun­gen. Bei prak­ti­schen Fra­gen zum Anschluss unter­stützt die Initia­tive “Pro Düs­sel­dorf”. Die Aktion rich­tet sich an Pri­vat­per­so­nen ebenso wie an Grup­pen wie Quar­tiers­ge­mein­schaf­ten oder Nach­bar­schafts­bünd­nisse, die sich zusam­men­schlie­ßen, um gemein­sam zu gießen.

Die Inter­es­sier­ten benö­ti­gen eine geeig­nete Flä­che an einem Fall­rohr auf dem eige­nen Grund­stück bezie­hungs­weise – falls es nicht das eigene Grund­stück ist – das Ein­ver­ständ­nis des Eigen­tü­mers. Die genutzte Dach­flä­che sollte min­des­tens 35 Qua­drat­me­ter groß sein, damit sich das Fass bei Regen rasch auf­füllt. Zudem benen­nen die Inter­es­sier­ten eine öffent­li­che Grün­flä­che, die sie mit dem gesam­mel­ten Was­ser gie­ßen. Die Lie­fe­rung erfolgt nach Abspra­che wochen­tags zwi­schen 9 und 15 Uhr. Das Auf­stel­len und Anschlie­ßen des Regen­fas­ses gelingt mit etwas Geschick selbst – die Stadt gibt zum Fass eine Anlei­tung sowie auf Wunsch Mate­rial für den Auf­bau. Alter­na­tiv kön­nen die Teil­neh­men­den auf eigene Kos­ten einen Dienst­leis­ter beauftragen.

Hin­ter­grund: Städ­ti­sche Maß­nah­men zur Bewäs­se­rung des Stadtgrüns
Die Aktion “Dein Fass – Gieß­kan­nen­hel­din­nen für Düs­sel­dorf” ist ein Bau­stein im städ­ti­schen Kon­zept zur Bewäs­se­rung öffent­li­cher Grün­an­la­gen. Zusätz­lich lässt die Ver­wal­tung der­zeit rund 16.000 Bäume im Stadt­ge­biet wäs­sern. Dafür wer­den neben den inter­nen per­so­nel­len Res­sour­cen aktu­ell externe Dienst­leis­ter ein­ge­setzt. Schwer­punkte lie­gen dabei auf jun­gen Bäu­men sowie Bäu­men an beson­ders schwie­ri­gen Stand­or­ten. Die Stadt setzt außer­dem auf moderne Sen­so­rik, um Rück­schlüsse über die vor­han­dene Feuch­tig­keit im Boden zu zie­hen. Im Rah­men eines Pilot­pro­jekts hat die Ver­wal­tung seit 2020 ins­ge­samt 300 Sen­so­ren an 75 Test­bäu­men an unter­schied­li­chen Stand­or­ten im Stadt­ge­biet ange­bracht. Diese mes­sen die Was­ser­span­nung im Wur­zel­be­reich – jeweils in 30, 60 und 90 Zen­ti­me­ter Tiefe sowie direkt am Wurzelballen.

Zudem baut Düs­sel­dorf die Bewäs­se­rungs­in­fra­struk­tur aus – dazu gehört die auto­ma­ti­sche Bewäs­se­rung flä­chi­ger Vege­ta­ti­ons­be­stände. Bei einem Pilot­pro­jekt im Ost­park wird die Stadt drei ver­schie­dene Bewäs­se­rungs­sys­teme an his­to­ri­schen Rho­do­den­dron­be­stän­den tes­ten und ver­glei­chen. Den Bewäs­se­rungs­er­folg mes­sen Sen­so­ren. So las­sen sich die ver­schie­de­nen Sys­teme in den kom­men­den Jah­ren in einem Moni­to­ring evaluieren.

 

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