Der Rheinischer Klavierwettbewerb hat sich 2026 endgültig als feste Größe im Düsseldorfer Musikleben etabliert. Am Samstag, 17. Januar, wurde das Palais Wittgenstein bereits zum dritten Mal zum Konzertsaal für junge Pianistinnen und Pianisten – mit so vielen Teilnehmenden wie nie zuvor. Insgesamt 54 Nachwuchstalente traten an, so viele wie noch in keiner der vorangegangenen Ausgaben.
Durch den Wettbewerbstag führte Jurypräsidentin und künstlerische Leiterin Hang Otto. Gemeinsam mit den Jurymitgliedern Jinling Piao und Zhuotao Huang begleitete sie die Beiträge mit fachlicher Präzision und pädagogischem Blick. In ihrer Eröffnungsrede unterstrich Otto das Selbstverständnis des Wettbewerbs: Im Mittelpunkt stünden nicht Ranglisten, sondern musikalische Entwicklung, Ausdruck und der Mut zum öffentlichen Auftritt.
Musikalische Höhepunkte setzte unter anderem Luca Tao mit einer virtuosen Interpretation von „Libertango“ von Astor Piazzolla, die durch technische Souveränität und stilistische Klarheit überzeugte. Großen Applaus erhielt auch die vierhändige Darbietung von „Die Moldau“ von Bedřich Smetana durch Amélie Tianxin Otto und Helena Tianlin Otto, die das Werk mit klarer Rollenverteilung und geschlossenem Klangbild gestalteten.
Besonders emotional wurde es bei Julian Elias Döring. Mit „Oltremare“ von Ludovico Einaudi gewann er nicht nur den ersten Preis, sondern auch den Sonderpreis der Jury. Sein Spiel verband klangliche Weite mit innerer Spannung und überzeugender Dramaturgie. „Der Sonderpreis zeigt mir, dass sich all die Arbeit wirklich gelohnt hat“, sagte Döring nach seinem Auftritt.
Zu den weiteren Sonderpreisträgerinnen und Sonderpreisträgern zählen Amélie Tianxin Otto, Helena Tianlin Otto, Nanxi Hua, Sawara Kunz, Nayla Balci, Jiarui An, Hanah Ruohan Xu, Maxime Knote, Ouwen Wen, Shulin Zhou und Luca Tao.
Den Abschluss bildete die Preisverleihung beider Wettbewerbsteile. Musikalisch eingerahmt wurde sie von einer eindrucksvollen Etüde op. 39 Nr. 6 von Sergei Rachmaninow sowie dem beschwingten „Tico-Tico no Fubá“, gespielt von Jurymitgliedern. Die Jury betonte, ausschlaggebend seien nicht allein technische Perfektion, sondern Persönlichkeit, Ausdruck und Bühnenpräsenz.
Mit Rekordbeteiligung und zahlreichen starken Einzelleistungen unterstrich der Rheinische Klavierwettbewerb 2026 seine wachsende Bedeutung als Plattform für junge musikalische Talente in Düsseldorf und darüber hinaus.



