Stadt will schnell reagieren und wird ab 30 Infizierten pro Woche auf 100.000 Einwohner Gegenmaßnahmen einleiten/OB Geisel: „Wir wollen das Erreichte nicht aufs Spiel setzen“

In den letzten Wochen konnte in Deutschland die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamt werden. Die positive Entwicklung wird auf die seit Mitte März von Bund und Land eingeführten Kontaktbeschränkungen zurückgeführt und ist auch die Grundlage dafür, die geltenden Beschränkungen nun vorsichtig zu lockern. Um einen erneuten Anstieg der Neuinfektionen zu vermeiden und der Weiterverbreitung des Virus erfolgreich entgegenzuwirken, haben Bund und Länder eine Obergrenze bestimmt: Ab einer Neuinfiziertenanzahl von 50 Infizierten pro 100.000 Einwohner innerhalb von 7 Tagen müssen weitreichende Schritte wieder eingeleitet werden.

„Bisher steht lediglich die Zahl 50 Infizierte pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche als Schwellenwert im Raum, allerdings fehlen bis heute die entsprechenden Handlungskonzepte. Deshalb haben wir für die Landeshauptstadt Düsseldorf einen vorsorglichen Stufenplan entwickelt, um bei Erhöhung der Neuinfektionen schnell reagieren zu können. Wir können uns zwar derzeit über eine vergleichsweise niedrige Zahl an Neuinfizierten pro Woche freuen, wollen das Erreichte aber auch nicht aufs Spiel setzen und werden deshalb frühzeitig Maßnahmen ergreifen, sollten die Zahlen wieder steigen. An erster Stelle steht dabei natürlich auch eine klare Kommunikationsstrategie“, sagt Oberbürgermeister Thomas Geisel.

Der Stufenplan ist gut mit einem Ampelsystem vergleichbar. Die Stufe 1 wäre hierbei die gelbe Phase. Diese wird dann aktiviert, wenn mehr als 30 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner in einer Woche registriert werden. Mit den Maßnahmen der Stufe 1 soll eine konsequente Sensibilisierung der Bürgerinnen und Bürger erreicht werden. Ziel ist es, die Bevölkerung detailliert und ausführlich über Themen wie Kontaktverbot, Abstandsgebot, die geltende Maskenpflicht sowie die allgemeinen Hygieneempfehlungen zu informieren.

Die Stufe 2 wäre im Vergleich mit dem Ampelsystem die rote Phase. Diese tritt dann in Kraft, wenn mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner in 7 Tagen auftreten. Ab dieser Stufe sind Maßnahmen zur Reduktion von Neuinfektionen vorgesehen und einzuleiten. Aus einem Maßnahmenkatalog werden geeignete Schritte aktiviert, die zu weiteren Einschränkungen der Kontaktmöglichkeiten und zu einem höheren Schutz der besonders gefährdeten Personengruppen führen. Die aktive öffentliche Kommunikation muss dabei Themen wie die beschlossenen Einschränkungen aufgrund der steigenden Neuinfektionen, Kontaktverbot, Abstandsgebot, die Maskenpflicht sowie die allgemeinen Hygieneempfehlungen umfassen. „Mit einem solchen Stufenplan soll vermieden werden, dass die Landeshauptstadt Düsseldorf von einer Infektionswelle überrollt wird. Daher ist auch ein tägliches Monitoring der Anzahl der Neuinfektionen für die Landeshauptstadt weiterhin notwendig“, erklärt Dr. Klaus Göbels, Leiter des Gesundheitsamtes.
Bei allen zu ergreifenden Maßnahmen muss vor allem zwischen zwei Fällen unterschieden werden: der lokal begrenzte sowie der stadtweite Anstieg der Neuinfektionen. Beim lokal begrenzten Anstieg handelt es sich zum Beispiel um Neuinfektionen in Krankenhäusern, in Pflegeeinrichtungen, in Gemeinschaftsunterkünften oder in Sammelunterkünften. Also dort, wo sich ein Anstieg räumlich lokal zuordnen lässt.

Beim stadtweiten Anstieg handelt es sich um den Anstieg von Neuinfektionen, die sich lokal nicht zuordnen lassen. In diesem Fall ist davon auszugehen, dass es mehrere, nicht unterbrochene Infektionsketten im gesamten Stadtgebiet gibt.

David von der Lieth, Leiter der Düsseldorfer Feuerwehr, der in den letzten Wochen rund 40 Sitzungen des Krisenstabs geleitet hat: „Die letzten Wochen haben gezeigt, dass die eingeführten Kontaktbeschränkungen ein sehr guter Weg sind, um die Verbreitung von SARS-CoV-2 deutlich zu verlangsamen. Die Landeshauptstadt Düsseldorf ist auch weiterhin sehr darum bemüht, diesen Weg weiter zu gehen, um einen erneuten Anstieg der Neuinfektionen zu vermeiden. Die Düsseldorferinnen und Düsseldorfer haben gezeigt, dass sie sehr solidarisch sind, in dem sie sich an die Vorgaben gehalten haben. Die Landeshauptstadt tut auch weiterhin alles, was erforderlich ist, um seine Bürgerinnen und Bürger zu schützen.“

Für Fragen zum Thema „Coronavirus“ hat die Landeshauptstadt ein Informationsportal eingerichtet unter der Adresse: www.duesseldorf.de/corona