(p.m.) Jetzt, wo die Tage dunk­ler und dunk­ler wer­den, schlei­chen sie wie­der herum. Diebe, die vor nichts Halt machen.

Wenn schwere Bron­ze­fi­gu­ren von Fried­hö­fen ver­schwin­den, ist die Empö­rung groß – und das völ­lig zu Recht. Aber auch wenn Diebe Pflan­zen, Blu­men­schmuck oder Grab­leuch­ten und ‑lich­ter von Grä­bern mit­ge­hen las­sen, ist das kein Kavaliersdelikt.

Ganz abge­se­hen davon, dass diese Typen Angst und Schre­cken unter den meist älte­ren Fried­hofs­be­su­chern ver­brei­ten, ist es ein Ver­stoß gegen § 186 des Straf­ge­setz­bu­ches. Mit ande­ren Wor­ten eine Straf­tat, die mit einer Geld- oder sogar Haft­strafe geahn­det wird.

Scheinst ist Dieb­stahl auf deut­schen Fried­hö­fen an der Tages­ord­nung. Die Frage ist nur: Wer macht so etwas? Wer ent­wi­ckelt solch kri­mi­nelle Ener­gie? Wer lässt jeg­li­che Ach­tung vor Ver­stor­be­nen und Hin­ter­blie­be­nen ver­mis­sen? Es müs­sen Men­schen sein, denen Werte und Mit­ge­fühl feh­len. Denen es völ­lig egal ist, was ihre Mit­men­schen empfinden.

Ob Dieb­stahl oder Zer­stö­rung – stets erfüllt es Betrof­fene mit Trau­rig­keit, wenn sich ein Frem­der an der Grab- und Gedenk­stätte eines gelieb­ten Men­schen zu schaf­fen gemacht hat. Wenn auf ein­mal Grab­licht, Blu­men, Kranz, Bäum­chen … fehlen.

Aber die Dreis­tig­keit die­ser bös­ar­ti­gen, dum­men Hohl­köpfe macht auch wütend. Selbst der Gedanke an eine Art Talios-Strafe, dem Dieb möge die Hand ‚abfal­len‘, kann bei einer sol­chen Grab-Atta­cke für einen kur­zen Moment auf­fla­ckern. Denn Täter han­deln pie­tät­los, stö­ren die Toten­ruhe, bre­chen ein Tabu. Am Ort der Ruhe und des Friedens.

Es ist sicher hilf­reich, wenn alle Friedhofsbesucher/innen ganz­jäh­rig und nicht nur zu Weih­nach­ten, Ostern oder Toten­sonn­tag die Augen offen hal­ten. Wer Ver­däch­ti­ges beob­ach­tet, sollte das umge­hend an das Fried­hofs­amt mel­den. Bei Dieb­stahl raten man­che Mit­ar­bei­ter von Fried­hof­s­äm­tern und Ver­wal­tung, dies bei der Poli­zei anzu­zei­gen. Das erhöht die Auf­merk­sam­keit, die Kon­trol­len und die Chan­cen, dass respekt­lose Diebe ins Netz gehen.

Text und Foto: Petra Müller

 

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