Bei­spiel­bild Foto: Poli­zei Düsseldorf

 

Vier getö­tete Rad­fah­rer und mehr Tote auf den Auto­bah­nen — Ins­ge­samt weni­ger Unfälle — Sta­tis­tik unter beson­de­ren Vorzeichen

Die stell­ver­tre­tende Behör­den­lei­te­rin Silke Wehm­hör­ner, der Lei­ter der Direk­tion Ver­kehr Jür­gen Lan­kes und des­sen Stell­ver­tre­ter, der Lei­ter der Auto­bahn­po­li­zei Rei­ner Schif­fer, die Ver­kehrs­un­fall­bi­lanz 2020 im Rah­men einer Pres­se­kon­fe­renz vor.

“Auch bei den Ver­kehrs­un­fall­zah­len haben die Aus­wir­kun­gen der Corona-Pan­de­mie einen deut­li­chen Ein­fluss. Die Zahl der Unfälle sowie die Zahl der Ver­un­glück­ten im Stra­ßen­ver­kehr sind gesun­ken. Auch die Zahl der Schwer­ver­letz­ten ist deut­lich zum Vor­jahr rück­läu­fig. Aller­dings ist die Gesamt­zahl der Getö­te­ten in unse­rem Zustän­dig­keits­be­reich gestie­gen. Sor­gen berei­ten mir hier ins­be­son­dere die Rad­fah­rer”, resü­mierte die stell­ver­tre­tende Behördenleiterin.

Unfall­sta­tis­tik Bereich Stadt Düsseldorf:

Im abge­lau­fe­nen Jahr 2020 sank die Zahl der Ver­kehrs­un­fälle im Stadt­ge­biet der Lan­des­haupt­stadt auf ins­ge­samt 24.037 (Vor­jahr: 30.552). In rund 90 % der Ver­kehrs­un­fälle (rund 21.300) blieb es bei Sach­schä­den. Die Zahl der Ver­kehrs­un­fälle mit Per­so­nen­schä­den bewegt sich dabei unter dem Niveau des Vorjahres.

So ver­un­glück­ten 2.716 Ver­kehrs­teil­neh­mer in Düs­sel­dorf. Im Vor­jahr lag die Zahl der Ver­un­glück­ten noch bei 3.030. In der Lang­zeit­be­trach­tung lie­gen die Zah­len somit im Jahr 2020 leicht unter dem Trend der Vorjahre.

Im Gegen­satz dazu stieg die Anzahl der Rad- und Pedel­ecun­fälle von 925 auf 1.079. Auch die Zahl der ver­un­glück­ten Rad-/ Pedel­ec­fah­rer erhöhte sich von 784 auf 939.

“In Düs­sel­dorf stie­gen die Bewe­gun­gen von Rad­fah­rern 2020 deut­lich an. Gleich­zei­tig kam es in die­ser Gruppe zu mehr Ver­un­glück­ten bei Ver­kehrs­un­fäl­len. Das ist ein Trend, der mich nach­denk­lich stimmt”, erläu­tert Jür­gen Lankes.

Ins­ge­samt sind elf getö­tete Men­schen zu bekla­gen. Unter den Ver­kehrs­to­ten befan­den sich sechs Senio­ren und ein jun­ger Erwach­se­ner. Vier Per­so­nen waren mit dem Fahr­rad, drei zu Fuß, zwei auf einem Krad und zwei als Bei­fah­rer unter­wegs. Fünf der elf Ver­kehrs­to­ten kom­men als Unfall­ver­ur­sa­cher in Betracht.

“Jedes Ver­kehrs­un­fall­op­fer steht für ein Schick­sal, das mit viel Leid ver­bun­den ist. Ziel ist es, dass das Rad­fah­ren in Düs­sel­dorf sicher ist. Das fängt bei uns allen an. Rück­sicht­nahme und gegen­sei­ti­ges Ver­ständ­nis hilft, Unfälle zu ver­mei­den”, betonte Silke Wehmhörner.

Im Jahr 2020 kam kein Kind im Düs­sel­dor­fer Stadt­ver­kehr zu Tode. Aller­dings ist in die­ser Alters­gruppe im Ver­gleich zum Vor­jahr ein Anstieg von Unfäl­len unter Betei­li­gung von Kin­dern als Rad­fah­rer zu verzeichnen.

Auch für die Ver­kehrs­un­fall­prä­ven­tion gab es im Jahr 2020 beson­dere Umstände: “Wir haben unsere Ver­kehrs­si­cher­heits­ar­beit für die Kin­der in der Pan­de­mie sehr schnell ange­passt. Unter ande­rem haben wir kind­ge­rechte Videos pro­du­ziert, die ein­fach online abruf­bar sind”, stellt Jür­gen Lan­kes dar.

In 2020 wur­den von ins­ge­samt 5.977 Ver­kehrs­un­fall­fluch­ten 292 mit Per­so­nen­scha­den ver­zeich­net. Die Auf­klä­rungs­quote lag hier mit gut 72 % um rund 9 % über dem Landesniveau.

Für den Bereich der Autobahnpolizei:

Im Zustän­dig­keits­be­reich der Auto­bahn­po­li­zei ist die Gesamt­zahl der Getö­te­ten von 11 (2019) auf 18 in 2020 gestie­gen. Die Zahl der Ver­kehrs­un­fälle sank von 14.529 auf 10.263 Unfälle. Auch hier blieb es in gut 90 % (rund 9.200) der Unfälle bei Sach­schä­den. Die Zahl der Ver­kehrs­un­fälle mit Ver­letz­ten sank im Jah­res­ver­gleich von 1.347 auf 1.082.

Ins­ge­samt ver­un­glück­ten 1.639 Ver­kehrs­teil­neh­mer, was einem Rück­gang von 446 Ver­un­glück­ten zum Vor­jahr ent­spricht. Dies stellt die nied­rigste Zahl der Ver­un­glück­ten in den letz­ten zehn Jah­ren dar.

Auch die Anzahl der Unfälle mit Betei­li­gung von Lkw ging im Ver­gleich zum Vor­jahr von 1.350 auf 1.040 zurück. Bei die­sen Ver­kehrs­un­fäl­len ver­un­glück­ten 394 Ver­kehrs­teil­neh­mer, was eben­falls einem Rück­gang von 183 Ver­un­glück­ten zum Vor­jahr entspricht.

Bemer­kens­wert ist, dass auf den Auto­bah­nen knapp 1.100 Straf­ta­ten ohne Ver­kehrs­be­zug zur Anzeige gebracht wur­den. Zum Bei­spiel konn­ten in 2020 Dro­gen mit einem geschätz­ten Markt­wert von gut 5,4 Mil­lio­nen Euro beschlag­nahmt werden.