Die neu gepflanzte Stech­palme, Baum des Jah­res 2021, wird sym­bo­lisch ange­gos­sen durch Gar­ten­amts­lei­te­rin Doris Tör­kel und Mat­t­hiss Pasch, Abtei­lungs­lei­ter Grünanlagen,©Landeshauptstadt Düsseldorf/Melanie Zanin

 

Zum Inter­na­tio­na­len Tag des Bau­mes am Sonn­tag, 25. April, hat das Garten‑, Fried­hofs- und Forst­amt eine Stech­palme am Vieh­bach im Gara­ther Schloss­park gepflanzt. Die Stech­palme (Ilex aqui­fo­lia) ist der Baum des Jah­res 2021. Damit folgt die Stadt ihrer Tra­di­tion, jedes Jahr zum Inter­na­tio­na­len Tag des Bau­mes, ein Exem­plar des Baums des Jah­res in Düs­sel­dorf zu pflan­zen. Doris Tör­kel, Lei­te­rin des Gar­ten­amts, und Mat­thias Pasch, Abtei­lungs­lei­ter Gar­ten­an­la­gen im Gar­ten­amt, haben den Baum im Schloss­park Garath sym­bo­lisch angegossen.

“Die Stech­palme steht bei­spiel­haft für gelun­ge­nen Arten­schutz. Noch zu Beginn des 20. Jahr­hun­derts waren ihre Bestände stark zurück­ge­gan­gen, weil sie damals als Deko­ra­tion an Fei­er­ta­gen genutzt wurde. Nach der Bun­des­ar­ten­schutz­ver­ord­nung ist die Stech­palme heute beson­ders geschützt und darf nicht aus der Natur ent­nom­men wer­den. Die Bestände haben sich erholt und sind ein wich­ti­ger Bestand­teil der Arten­viel­falt in unse­rer Land­schaft. Der neu gepflanzte Baum passt her­vor­ra­gend in den Gara­ther Schloss­park, der mit dem Umbau und der anschlie­ßen­den Begrü­nung der Gewäs­ser eben­falls gerade öko­lo­gisch auf­ge­wer­tet wurde”, sagt Törkel.

Die neu gepflanzte Stech­palme ist Teil der Neu-Begrü­nung der Gewäs­ser nach den Bau­ar­bei­ten im Gara­ther Schloss­park. Im ver­gan­ge­nen Jahr hatte der Ber­gisch-Rhei­ni­sche Was­ser­ver­band den Gara­ther Müh­len­bach und den Vieh­bach natur­nah umge­stal­tet und damit die Was­ser­rah­men­richt­li­nie der Euro­päi­schen Union umge­setzt. Dabei ent­stan­den an den Kas­ka­den im Bach­ver­lauf zwei so genannte Sohl­glei­ten. Das sind was­ser­bau­li­che Trep­pen, die es Fischen und ande­ren Was­ser­le­be­we­sen ein­fa­cher machen, durch Bar­rie­ren im Bach­ver­lauf hin­durch­zu­schwim­men. Für die Bau­ar­bei­ten muss­ten die Böschungs­be­rei­che zunächst gero­det wer­den — das Gar­ten­amt hat sie nach Abschluss der Arbei­ten wie­der begrünt und dabei neben öko­lo­gi­schen Gesichts­punk­ten die gestal­te­ri­schen Prin­zi­pien der denk­mal­ge­schütz­ten Park­an­lage berück­sich­tigt. Neben Grä­sern, Boden­de­ckern und vor­wie­gend immer­grü­nen Gehöl­zen ver­leiht die Stech­palme den Was­ser­kas­ka­den wie­der ein roman­tisch-land­schaft­li­ches Stimmunsbild.

Hin­ter­grund: Stechpalme
Das immer­grüne Gehölz ist in Europa hei­misch. Sei­nen natür­li­chen Lebens­raum hat es in Nadel- und Laub­wäl­dern mit eher sau­rem, humus­rei­chen Boden. Cha­rak­te­ris­tisch für den Baum sind seine leder­ar­ti­gen, dun­kel­grü­nen und glän­zen­den Blät­ter. Im unte­ren Kro­nen­be­reich sind die Blatt­rän­der mit bis zu sech­zehn Blatt­sta­cheln besetzt, die meist abwech­selnd nach oben und nach unten zei­gen. Im Mai blüht die Stech­palme weiß, zart-röt­lich oder creme­far­ben. Käfer, Flie­gen, Schweb­flie­gen, Wes­pen und Bie­nen bestäu­ben die Blü­ten. Ab Juli trägt die Stech­palme grüne, spä­ter leuch­tend roten Stein­früchte, die im Win­ter als Nah­rung für Vögel die­nen. Für Men­schen sind die Blät­ter und Bee­ren giftig.

Ihren Namen ver­dankt die Stech­palme der christ­li­chen Tra­di­tion, am Palm­sonn­tag Palm­we­del seg­nen zu las­sen. Weil echte Pal­men in Nord­eu­ropa nicht ver­füg­bar waren, ersetzte man sie durch Ilex-Zweige. Ebenso hat die Stech­palme eine lange Tra­di­tion als Weihnachtsdekoration.

Hin­ter­grund: Gara­ther Schloss­park Der Park am Schloss Garath geht in sei­ner heu­ti­gen Gestalt auf das späte 19. und frühe 20. Jahr­hun­dert zurück. Das Her­ren­haus — meist als Schloss Garath bezeich­net — wurde 1912 unter dem dama­li­gen Eigen­tü­mer Albert von Burgsdorff anstelle eines frü­he­ren Rit­ter­gu­tes errich­tet. 1916 ent­stand gegen­über dem Her­ren­haus auf der Süd­seite des Parks die noch heute von der Fami­lie von Burgsdorff genutzte Kapelle.

Für den denk­mal­ge­schütz­ten Park, den die Stadt Düs­sel­dorf 1978 erwor­ben hat, wurde 2007 ein Park­pfle­ge­werk erar­bei­tet, das die Pflege und Ent­wick­lung des Parks ent­spre­chend sei­ner his­to­ri­schen Kon­zep­tion sicherstellt.

Hin­ter­grund: Inter­na­tio­na­ler Tag des Baumes
Der Tag des Bau­mes geht auf Akti­vi­tä­ten des ame­ri­ka­ni­schen Jour­na­lis­ten Julius Ster­ling Mor­ton zurück (1872) und wurde am 27. Novem­ber 1951 von den Ver­ein­ten Natio­nen beschlos­sen. Der deut­sche Tag des Bau­mes wurde erst­mals am 25. April 1952 began­gen. Seit 1989 wird jähr­lich ein “Baum des Jah­res” ernannt. Am Tag des Bau­mes wer­den jedes Jahr Fei­er­stun­den und Baum­pflanz­ak­tio­nen orga­ni­siert, um die Bedeu­tung der Bäume für den Men­schen und die Wirt­schaft im Bewusst­sein zu hal­ten. Die Stech­palme ist der 33. Jah­res­baum in Deutsch­land. Die Liste der Jah­res­bäume von 1989 bis heute ist im Inter­net unter www.baum-des-jahres.de verfügbar.

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