Feu­er­wehr Übung auf dem Rhein Foto: LOKALBÜRO

 

Feu­er­wehr, DLRG, Was­ser­wacht und Was­ser­schutz­po­li­zei war­nen die Erho­lungs­su­chen­den am Was­ser: Auch geübte Schwim­mer kön­nen bei Unter­strö­mun­gen in Not geraten!

Die am Wochen­ende vor­her­ge­sag­ten som­mer­li­chen Tem­pe­ra­tu­ren wer­den wie­der so man­chen Men­schen zum Bad ins kühle Nass locken. Doch das Schwim­men birgt vor allem in Frei­ge­wäs­sern Gefah­ren. Die Ver­tre­ter von Feu­er­wehr, Deut­sche Lebens­ret­tungs-Gesell­schaft (DLRG), Was­ser­wacht und Was­ser­schutz­po­li­zei beto­nen: “Auch geübte Schwim­mer kön­nen bei Unter­strö­mun­gen in Not gera­ten.” In den ver­gan­ge­nen Jah­ren wurde der Rhein immer wie­der zur Todes­falle – im Rhein herrscht Lebensgefahr!

Bereits 24 Ein­sätze in die­sem Jahr
Im Jahr 2020 rückte die Feu­er­wehr Düs­sel­dorf 59 Mal (2019: 60) nach der Alar­mie­rung “Per­so­nen im Rhein” zum Ret­tungs­ein­satz aus. Dabei konn­ten 25 (2019: 12) Men­schen geret­tet wer­den, davon muss­ten 15 (2019: 6) ins Kran­ken­haus trans­por­tier­ten wer­den, für 4 Men­schen kam jede Hilfe zu spät (2019: 8). Die­ses Jahr musste die Düs­sel­dor­fer Feu­er­wehr bereits 24 Mal zur Per­so­nen­ret­tung an den Rhein aus­rü­cken. Dabei kamen vier Men­schen zur wei­te­ren medi­zi­ni­schen Ver­sor­gung ins Kran­ken­haus. Eben­falls zwei Men­schen konn­ten nur noch tot aus dem Was­ser gebor­gen werden.

Am 9. August 2020 rückte die Feu­er­wehr Düs­sel­dorf inner­halb von 90 Minu­ten zu zwei Ein­sät­zen aus. Ein Mann wurde im Rhein in Höhe des Lohau­ser Deichs gesich­tet. Der Schwim­mer konnte eigen­stän­dig das Was­ser Höhe der Flug­ha­fen­brü­cke unver­letzt ver­las­sen. Nur wenig spä­ter erhielt die Feu­er­wehr Düs­sel­dorf einen Not­ruf aus dem Bereich des Para­dies­strands im Düs­sel­dor­fer Hafen. Ein 18-jäh­ri­ger Mann war beim Baden von einer Welle mit­ge­ris­sen wor­den und dann unter­ge­gan­gen. Wäh­rend Tau­cher der Feu­er­wehr Düs­sel­dorf den Bereich der betref­fen­den Buch­ten absuch­ten, erkun­de­ten wei­tere Kräfte den Rheinstrom nach dem jun­gen Mann. Mit­tels eines Sonar­ge­räts der Feu­er­wehr wurde eben­falls an der Bucht nach dem Men­schen gesucht. Zusätz­lich unter­stütz­ten ein Poli­zei­hub­schrau­ber aus der Luft sowie eine wei­tere Tau­cher­gruppe der Feu­er­wehr Duis­burg bei der Suche nach dem Ver­miss­ten. Nach rund vier Stun­den musste die Ret­tungs­ak­tion erfolg­los abge­bro­chen wer­den. Zwei Tage spä­ter konnte der 18-jäh­rige Mann in Höhe Rhein­berg nur noch tot aus dem Was­ser gebor­gen werden.

Tücki­sche Strö­mun­gen und Stru­del prä­gen die Wasserstraße
Nach der Ver­ord­nung über das Baden in den Bun­des­was­ser­stra­ßen Rhein und Schiff­fahrts­weg Rhein-Kleve ist das Schwim­men in bestimm­ten Zonen gene­rell ver­bo­ten. So gel­ten 100 Meter ober­halb und unter­halb von Rhein­hä­fen Bade­ver­bot. An Brü­cken, Schiffs- und Fähr­lan­de­stel­len, Schleu­sen, Vor­hä­fen, Umschlag­stel­len und Werf­ten darf eben­falls nicht geschwom­men wer­den. Auch andern­orts ist Baden im Rhein lebens­ge­fähr­lich. Bei­spiels­weise an so genann­ten Krib­ben – ins Was­ser ragende Kies­flä­chen – bil­den sich oft tücki­sche Stru­del und Strö­mun­gen. Strö­mung herrscht auch in der Fahr­rinne. Wenn ein Schiff vor­bei­fährt, zieht dies das Was­ser an. Der Ein­druck des nied­ri­ge­ren Was­ser­stan­des ver­lockt Kin­der, in den Fluss zu waten. Unter­schätzt wird die Gefahr des “Rück­schwal­les”: Das Was­ser kehrt in Wel­len zurück.

Wei­tere Infor­ma­tio­nen zum Thema gibt es im Inter­net unter:
www.duesseldorf.de/leben-in-duesseldorf/ordnung-und-sicherheit.html

Auch in Bag­ger­seen ist das Schwim­men gefährlich
Baden ist erlaubt, wo Auf­sicht vor­han­den ist, also am Unter­ba­cher See (Nord- und Süd­strand). Für alle ande­ren Bag­ger­seen gilt Bade­ver­bot, das sind die:

  • Anger­mun­der Bag­ger­seen west­lich und öst­lich des Hei­der­we­ges sowie der
  • Suit­ber­tus­see
  • Flied­ner­see
  • Lam­ber­tus­see in Kaiserswerth
  • Lich­ten­broi­cher Bag­ger­see am Flughafen
  • Süd­park-See
  • Uni­see
  • Elb­see Süd und Nord.

Gene­rell soll­ten Men­schen, die zum Baden gehen, einige Regeln beach­ten. Die Feu­er­wehr der Lan­des­haupt­stadt, die DLRG, die DRK-Was­ser­wacht und die Was­ser­schutz­po­li­zei appel­lie­ren, die Bade­re­geln einzuhalten:

  • Nie über­hitzt ins Was­ser gehen,
  • nie alko­ho­li­siert schwim­men gehen,
  • nie mit vol­lem Magen ins Was­ser gehen,
  • nie mit ganz lee­rem Magen schwim­men gehen.

Eltern soll­ten ihre Kin­der an den Gewäs­sern immer im Auge behalten!