Ein­bli­cke in die Aus­stel­lung Foto: LOKALBÜRO

 

100 Jahre — Düs­sel­dor­fe­rin­nen, Freun­din­nen, Künstlerinnen

2021 wären Hilde Schra­der (1921 – 2007) und Milein Cos­man (1921 – 2017) 100 Jahre alt gewor­den. Aus die­sem Anlass wid­met das Stadt­mu­seum den bei­den Künst­le­rin­nen, Freun­din­nen und Düs­sel­dor­fe­rin­nen eine Aus­stel­lung zu ihrer lebens­lan­gen Freund­schaft und ihren künst­le­ri­schen Wer­ken. Die Aus­stel­lung wird vom 10. Okto­ber bis zum 28. Novem­ber in den Pro­jekt­räu­men des Stadt­mu­se­ums präsentiert.

“So long, my best friend — io ti abbrac­cio mille volte — Ti voglio bene, tanto! La tua Ilde”, so schreibt Hilde zu Weih­nach­ten 1999 aus Ita­lien an Milein Cos­man nach London.

Zehn Jahre lang drü­cken Hilde und Milein gemein­sam die Schul­bank des Goe­the-Lyze­ums in Düs­sel­dorf. Sie ver­brin­gen eine unbe­schwerte Kind­heit am Rhein. Beide Eltern­häu­ser för­dern früh das Inter­esse der Mäd­chen an der Kunst.

1937 tren­nen sich ihre Wege auf­grund der wach­sen­den Bedro­hung durch den Natio­nal­so­zia­lis­mus. Hilde über­lebt den Krieg in Deutsch­land, lernt den ita­lie­ni­schen Kriegs­ge­fan­ge­nen Gio­vanni Vighi ken­nen und wan­dert unmit­tel­bar nach Frie­dens­schluss mit ihm nach Ita­lien aus. Milein been­det ihre Schul­aus­bil­dung in der Schweiz und emi­griert 1939 nach Eng­land. Von dort schreibt sie 1947 Hilde zum ers­ten Mal nach dem Krieg. Drei Jahre spä­ter sehen sie sich in Turin wieder.

Hilde, die in Mün­chen und Düs­sel­dorf Bild­haue­rei stu­diert hatte, macht in Ita­lien unter dem Namen Ilde Schra­der als Künst­le­rin Kar­riere. Ihre Werke zei­gen eine inten­sive Aus­ein­an­der­set­zung mit den alten ita­lie­ni­schen Meis­tern. Sie sucht und fin­det ihre Motive in ihrem unmit­tel­ba­rem Umfeld: Land­schaf­ten, Men­schen bei der Arbeit, Still­le­ben und reli­giöse The­men. Ihre Ölbil­der, Aqua­relle und Holz­schnitte wer­den immer wie­der in Aus­stel­lun­gen gezeigt.

Milein stu­diert in Eng­land an der Slade School of Fine Art und macht sich schnell einen Namen als hoch­ta­len­tierte Zeich­ne­rin vor allem von Musi­kern und Tän­zern. Ihre beson­dere Gabe ist es, Bewe­gung und Cha­rak­ter­züge mit oft nur weni­gen Stri­chen ein­zu­fan­gen. Sie por­trä­tiert viel berühmte Zeit­ge­nos­sen, aber auch Men­schen im All­tag. Ihr Werk, das in vie­len bedeu­ten­den Museen zu fin­den ist, umfasst Zeich­nun­gen, Druck­gra­phi­ken und Ölbilder.

In ihrem regen Brief­wech­sel tau­schen sich Milein und Hilde bis an ihr Lebens­ende über ihre vie­len gemein­sa­men Erin­ne­run­gen und über ihr künst­le­ri­sches Schaf­fen aus.

“Oft denk ich an Dich mit gro­ßer Wärme und Dank­bar­keit, dass wir uns zusam­men­fan­den“, schreibt Milein an Hilde im Februar 2007.

Anläss­lich ihres 100. Geburts­tags prä­sen­tiert die Aus­stel­lung aus­ge­wählte künst­le­ri­sche Werke von Hilde Schra­der und Milein Cos­man und zeich­net anhand von Fil­men, Fotos und Doku­men­ten das Leben und Schaf­fen sowie die lebens­lange Freund­schaft der bei­den Düs­sel­dor­fe­rin­nen, Freun­din­nen und Künst­le­rin­nen nach.

Die Aus­stel­lung erfolgt in Koope­ra­tion mit der Fami­lie Schra­der und The Cos­man Kel­ler Art & Music Trust.