Anläss­lich des dies­jäh­ri­gen CSD wurde das Werk von (v. l.) Künst­ler Claus Rich­ter, OB Dr. Ste­phan Kel­ler, Gabriele Bisch­off, “LSBTIQ+ Forum Düs­sel­dorf”, und Heike van den Valen­tyn, Kunst­kom­mis­sion Düs­sel­dorf, enthüllt,©Landeshauptstadt Düsseldorf/Uwe Schaffmeister

 

Anläss­lich des CSD 2021 wurde das Werk von OB Dr. Kel­ler, der Kunst­kom­mis­sion, dem “LSBTIQ+ Forum Düs­sel­dorf” und dem Künst­ler präsentiert

Die Lan­des­haupt­stadt setzt ein wei­te­res star­kes Zei­chen für die Viel­falt und den Respekt in Düs­sel­dorf und gegen Hass und Aus­gren­zung: Auf der Wiese zwi­schen dem “KIT – Kunst im Tun­nel” und dem “Apollo Varieté” an der Rhein­knieb­rü­cke wurde nun ein Ort für die Erin­ne­rung und Akzep­tanz von geschlecht­li­cher und sexu­el­ler Viel­falt rea­li­siert. Zen­trum ist das Werk des Künst­lers Claus Rich­ter. Anläss­lich des dies­jäh­ri­gen Chris­to­pher Street Day (CSD), der vom 15. bis 17. Okto­ber statt­fin­det, wurde das Werk von Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Ste­phan Kel­ler gemein­sam mit Heike van den Valen­tyn von der Kunst­kom­mis­sion Düs­sel­dorf, Gabriele Bisch­off vom “LSBTIQ+ Forum Düs­sel­dorf” und dem Künst­ler Claus Rich­ter am heu­ti­gen Frei­tag, 15. Okto­ber, enthüllt.

Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Ste­phan Kel­ler: “Düs­sel­dorf ist eine welt­of­fene, bunte und tole­rante Stadt. Hier­her passt das Kunst­werk für die Erin­ne­rung und Akzep­tanz von geschlecht­li­cher und sexu­el­ler Viel­falt. Mit die­sem Ort geden­ken wir der Dis­kri­mi­nie­rung von Les­ben, Schu­len und trans*Menschen und schaf­fen gleich­zei­tig ein sicht­ba­res Sym­bol für die Viel­falt in der Lan­des­haupt­stadt. Ich hoffe auch auf eine Strahl­kraft: Die­ser Ort soll uns alle immer wie­der daran erin­nern, dass ein viel­fäl­ti­ges und tole­ran­tes Mit­ein­an­der keine Selbst­ver­ständ­lich­keit ist. So soll es jede und jeden dazu ermu­ti­gen, sich dafür ein­zu­set­zen, für gegen­sei­ti­gen Respekt und Akzep­tanz ein­zu­tre­ten — und Hass und Dis­kri­mi­nie­rung damit ent­schie­den entgegenzutreten.”

Gabriele Bisch­off: “Auch in ein­hun­dert Jah­ren wer­den die nach­fol­gen­den Genera­tio­nen noch wis­sen, was mit die­sen vier Figu­ren hier am Rhein gesagt wer­den soll: Wir ste­hen hier, weil es Men­schen gibt, die sich dafür ein­ge­setzt haben, dass Lie­ben und Begeh­ren nicht dar­auf beschränkt wird, dass eine Frau einen Mann liebt und begehrt, son­dern ein Mensch einen ande­ren Men­schen. Und dass es mehr als zwei Geschlech­ter gibt.”

Künst­ler Claus Rich­ter: “Die Figu­ren der Skulp­tu­ren­gruppe hal­ten sich alle an den Hän­den. Sie sind ver­eint, und das hat etwas sehr huma­nis­ti­sches für mich. Das ist eine Uto­pie, die nur ab und zu auf­leuch­tet, aber dann umso stär­ker und schö­ner. So kit­schig das klingt: Es geht um die Kraft der Gemeinschaft.“

Heike van den Valen­tyn, Vor­sit­zende der Kunst­kom­mis­sion: “Dank sei der ers­ten Kunst­kom­mis­sion Düs­sel­dorf gesagt, die den Pro­zess in enger Zusam­men­ar­beit mit zahl­rei­chen Protagonist*innen, unter ande­rem dem Düs­sel­dor­fer LSBTIQ+ Forum, der Mahn- und Gedenk­stätte, dem Amt für Gleich­stel­lung und Anti­dis­kri­mi­nie­rung sowie dem Ober­bür­ger­meis­ter Ste­fan Kel­ler und sei­nem Vor­gän­ger Tho­mas Gei­sel, beglei­tet, getra­gen und umge­setzt hat. Ich freue mich, dass die Lan­des­haupt­stadt Düs­sel­dorf mit dem Werk von Claus Rich­ter ein weit­hin sicht­ba­res künst­le­ri­sches Zei­chen für eine viel­fäl­tige und tole­rante Gesell­schaft setzt.”

Zum Pro­jekt
Viele Jahre lang gab es den gro­ßen Wunsch, in Form eines Denk­mals im öffent­li­chen Raum der Dis­kri­mi­nie­rung von Les­ben, Schwu­len und trans*Menschen zu geden­ken. Die Kunst­kom­mis­sion wurde im Som­mer 2018 vom Kul­tur­aus­schuss der Lan­des­haupt­stadt Düs­sel­dorf beauf­tragt, einen offe­nen Wett­be­werb für die Rea­li­sie­rung des Erin­ne­rungs­or­tes in Rhein­nähe zwi­schen Rhein­knieb­rü­cke und Ober­kas­se­ler Brü­cke durch­zu­füh­ren. Vor­an­ge­gan­gen war bereits ein Werk­statt­tag im März 2018 in der Mahn- und Gedenk­stätte, bei wel­chem erste Vor­stel­lun­gen zu einem Gedenk­ort in der Stadt aus­ge­tauscht wurden.

Für den Erin­ne­rungs­ort hatte die dem Kul­tur­de­zer­nat zuge­ord­nete Kunst­kom­mis­sion Düs­sel­dorf in Zusam­men­ar­beit mit dem “LSBTIQ+ Forum Düs­sel­dorf” einen zwei­pha­si­gen und anony­men Wett­be­werb aus­ge­lobt. Ins­ge­samt waren 14 Künst­le­rin­nen und Künst­ler ein­ge­la­den wor­den, sich an dem Wett­be­werb zu betei­li­gen. Im April 2019 fand eine öffent­li­che Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung in der Kunst­halle statt, um über den Stand der Dinge und die jüngs­ten Ent­wick­lun­gen im Zusam­men­hang mit dem Wett­be­werb zu infor­mie­ren. 40 Kunst­schaf­fende und Inter­es­sierte waren der Ein­la­dung gefolgt. Im Mai 2020 Stand dann der Sie­ger­ent­wurf fest: Der Ent­wurf “Ein selt­sam klas­si­sches Denk­mal” von Claus Rich­ter, eine lebens­große Figu­ren­gruppe aus Bronze, konnte sich durch­set­zen. Im März die­ses Jah­res beschloss der Rat der Lan­des­haupt­stadt den Stand­ort des Wer­kes auf der Wiese zwi­schen dem “KIT – Kunst im Tun­nel” und dem “Apollo Varieté”.

Zum Kunst­werk
Das Werk von Claus Rich­ter bil­det eine Figu­ren­gruppe, die die Hände zum Teil zu Fäus­ten geballt oder mit Vic­tory-Zei­chen empor streckt. Die Gruppe steht ver­eint auf einem Stu­fen­so­ckel aus Beton. Die vier Figu­ren sym­bo­li­sie­ren alle Spek­tren sexu­el­ler und geschlecht­li­cher Vielfalt.

Ergänzt wird das Werk um eine Tafel mit fol­gen­der Inschrift: “Ort für die Erin­ne­rung und Akzep­tanz geschlecht­li­cher und sexu­el­ler Viel­falt. Die­ser Ort ist den Les­ben, Schwu­len, Bise­xu­el­len und trans* Men­schen gewid­met, die Opfer von Gewalt, Ver­fol­gung und Dis­kri­mi­nie­rung in Düs­sel­dorf wur­den. Und all denen, die in Ver­gan­gen­heit, Gegen­wart und Zukunft für geschlecht­li­che und sexu­elle Viel­falt ein­stan­den und einstehen.”

Claus Rich­ter, gebo­ren 1971 in Lipp­stadt, hat an der Hoch­schule für Gestal­tung in Offen­bach stu­diert. Er lebt und arbei­tet in Köln.