Die Gra­fik zeigt die stei­gende Menge an Sperr­müll, die aktu­ell anfällt und die sich auf die Gebüh­ren auswirkt

 

Stadt­ver­wal­tung legt Kal­ku­la­tion der Abfall- und Stra­ßen­rei­ni­gungs­ge­büh­ren sowie der Fried­hofs­ge­büh­ren vor/Beratung am 5. Novem­ber im Aus­schuss für öffent­li­che Einrichtungen

Die Stadt­ver­wal­tung legt in der Sit­zung des Aus­schus­ses für öffent­li­che Ein­rich­tun­gen am Frei­tag, 5. Novem­ber, neue Kal­ku­la­tio­nen der Abfall- und Stra­ßen­rei­ni­gungs­ge­büh­ren sowie der Gebüh­ren für Fried­höfe und das Kre­ma­to­rium vor.

Abfall­ge­büh­ren
Die Rest­müll­ge­büh­ren für 2022 müs­sen um durch­schnitt­lich rund 4,5 Pro­zent ange­ho­ben wer­den. Grund sind die stark gestie­ge­nen Men­gen an Rest- und Bio­müll sowie Sperrmüll.

Die erfasste Menge an Rest­müll unter­liegt wei­ter­hin Schwan­kun­gen, ist ab dem ers­ten Quar­tal 2021 aber wie­der gestie­gen. Dem­entspre­chend waren höhere Ent­gelte für die Ent­sor­gung in der Müll­ver­bren­nungs­an­lage zu zah­len. Für 2022 wird wei­ter­hin mit einem erhöh­ten Rest­ab­fall­auf­kom­men gerech­net, was sich in der Gebüh­ren­kal­ku­la­tion mit einem Gebüh­ren­an­stieg von 1,4 Pro­zent bemerk­bar macht.

Durch eine wei­ter­hin stär­kere Nach­frage nach der Bio­tonne ist auch die Menge des Bio­ab­falls von in der Spitze 2.500 Ton­nen im 2. Quar­tal des Jah­res 2018 auf in der Spitze mehr als 3.500 Ton­nen im 2. Quar­tal 2021 gestie­gen. Dies führt zu einem Anstieg der Abfall­ge­büh­ren um 0,25 Pro­zent. Ohne diese Ent­wick­lung wäre die Rest­müll­menge noch stär­ker gestie­gen als oben beschrieben.

Beson­ders hoch ist die Stei­ge­rung beim Sperrmüllaufkommen.:
Sperr­müll Quar­tale III/2018 bis II/2019: 17.070 Tonnen
Sperr­müll Quar­tale III/2019 bis II/2020: 18.344 Tonnen
Sperr­müll Quar­tale III/2020 bis II/2021: 20.204 Tonnen

Die Zahl der Anmel­dun­gen zur Sperr­müll­ab­fuhr stieg von jeweils knapp 150.000 in den Jah­ren bis 2019 auf knapp 190.000 im Jahr 2020, auch im lau­fen­den Jahr 2021 wird mit rund 190.000 Anmel­dun­gen gerech­net. Dazu wer­den zusätz­li­ches Per­so­nal und zusätz­li­che Fahr­zeuge ein­ge­setzt, was zu ent­spre­chen­den Kos­ten­stei­ge­run­gen führt.

Mit den stei­gen­den Abfall­men­gen fal­len höhere Ent­sor­gungs­kos­ten an, die in der Gebüh­ren­kal­ku­la­tion für 2022 abge­bil­det wer­den müs­sen. Daher müs­sen die Rest­müll­ge­büh­ren für das Jahr 2022 im Durch­schnitt um 4,5 Pro­zent stei­gen. Für eine 120-Liter-Rest­müll­tonne im Voll­ser­vice bei­spiels­weise steigt die Gebühr von 481,68 Euro (2021) auf 502,56 Euro (2022) um 20,88 Euro im Jahr.

Die jähr­li­che Voll­ser­vice-Gebühr für Bio- und Papier­ton­nen bis 240 Liter Volu­men steigt von 32,67 auf 32,88 Euro, also um 11 Cent.

Aller­dings fin­den sich im Rest­müll immer noch große Men­gen an Wert­stof­fen, zum Bei­spiel über 10 Pro­zent Papier und mehr als 40 Pro­zent Bio­müll. Wer Papier und Biomüll/Grünschnitt statt­des­sen über die blaue Tonne und die braune Tonne ent­sorgt, kann mög­li­cher­weise sein Min­destrest­müll­vo­lu­men auf mini­mal 15 Liter pro Per­son wei­ter redu­zie­ren und so gege­be­nen­falls zu einer klei­ne­ren Rest­müll­tonne und damit einer gerin­ge­ren Rest­müll­ge­bühr wech­seln. Zu einer mög­li­chen Umstel­lung der Behäl­ter­grö­ßen berät das Amt für Umwelt- und Ver­brau­cher­schutz unter www.duesseldorf.de/abfall sowie per E‑Mail an stadtsauberkeit@duesseldorf.de oder tele­fo­nisch beim “Ser­vice­te­le­fon Stadt­sau­ber­keit” unter Tele­fon 0211–8925050. Dort wird Bür­ge­rin­nen und Bür­gern auch dabei gehol­fen, geeig­nete Stand­plätze für alle Behäl­ter zu finden.

Die Erfas­sung und die Ent­sor­gung der Abfälle kos­tet die Stadt Düs­sel­dorf rund 97,5 Mil­lio­nen Euro im Jahr. Diese aus Gebüh­ren zu finan­zie­rende Summe wird voll­stän­dig und aus­schließ­lich für Ser­vice­leis­tun­gen, die in der Abfall­samm­lung und ‑ent­sor­gung anfal­len, ver­wen­det. Das heißt, bei der Gebüh­ren­kal­ku­la­tion wer­den nach betriebs­wirt­schaft­li­chen Grund­sät­zen nur die Kos­ten ange­setzt, die durch die Abfall­er­fas­sung und ‑ent­sor­gung ent­ste­hen. Neben der Müll­ent­sor­gung gehö­ren dazu auch die Ent­sor­gung des Mülls aus den Stra­ßen­pa­pier­kör­ben und die Besei­ti­gung wil­der Müll­ab­la­ge­run­gen im öffent­li­chen Stra­ßen­raum, wenn sich Ver­ur­sa­cher nicht ermit­teln lassen.

Stra­ßen­rei­ni­gungs­ge­büh­ren
Auch im öffent­li­chen Raum stei­gen die Kos­ten für die Besei­ti­gung des Abfalls an. Die Gebüh­ren für die Stra­ßen­rei­ni­gung im Jahr 2022 stei­gen daher im Durch­schnitt um 1,5 Pro­zent. In der in Düs­sel­dorf häu­figs­ten Rei­ni­gungs­klasse bedeu­tet dies einen Anstieg von 8,40 Euro jähr­lich je Ver­an­la­gungs­me­ter auf 8,52 Euro jährlich.

Gebüh­ren für Fried­höfe und das Krematorium
Das Garten‑, Fried­hofs- und Forst­amt hat die Fried­hofs­ge­büh­ren für das Jahr 2022 kal­ku­liert. Das Ziel dabei ist ein ins­ge­samt mög­lichst sta­bi­les Gebüh­ren­auf­kom­men. Auf­grund gestie­ge­ner Betriebs‑, Sach- und Per­so­nal­kos­ten muss­ten die Gebüh­ren­ta­rife jedoch mode­rat ange­passt wer­den. Die Gebüh­ren stei­gen im Durch­schnitt um 2,65 Pro­zent. Dies ist die erste Preis­er­hö­hung seit 2015.

Eine Sarg-Ein­zel­grab­stätte mit 20 Jah­ren Ruhe­frist erhöht sich auf 1.059,16 Euro — aktu­ell noch 1.030,18 Euro, das Sarg-Wahl­grab mit 20 Jah­ren Nut­zungs­zeit auf 1.402,20 Euro — aktu­ell 1.346,00 Euro.
Ein Urnen-Ein­zel­grab mit 20 Jah­ren Lauf­zeit kos­tet künf­tig 949,65 Euro — aktu­ell noch 929,33 Euro, wäh­rend sich das Urnen-Wahl­grab für drei Urnen mit einer Lauf­zeit von 20 Jah­ren von 1.287,80 Euro auf 1.338,80 Euro erhöht.

Das Garten‑, Fried­hofs- und Forst­amt bie­tet ab dem kom­men­den Jahr mit der Urnen-Wahl­grab­stätte “Urnen­ste­len­hain” eine neue Bestat­tungs­form an. Eine Urnen­stele mit Platz für bis zu drei Urnen und einer Lauf­zeit von 30 Jah­ren kos­tet inklu­sive der Pflege 2.581.76 Euro. Die Inbe­trieb­nahme der neuen Grab­art wird vor­aus­sicht­lich inner­halb der ers­ten Monate des nächs­ten Jah­res erfolgen.

Auf­grund einer sehr gerin­gen Nach­frage in den ver­gan­ge­nen Jah­ren wurde die Ver­län­ge­rung der Nut­zungs­zei­ten der Fried­hofs­ka­pel­len von 20 auf 30 Minu­ten aus den Gebüh­ren­ta­ri­fen gestri­chen. Ange­hö­rige grei­fen statt­des­sen lie­ber auf eine dop­pelte Kapel­len­zeit zurück. Die Nut­zung der Fried­hofs­ka­pelle für 20 Minu­ten erhöht sich von 215,40 Euro auf 228,28 Euro.

Im Bereich der Ein­äsche­run­gen sin­ken die Gebüh­ren im Jahr 2022 deut­lich um 9,27 Pro­zent. Die Gebühr für die Kre­mie­rung ein­schließ­lich der Umsatz­steuer beträgt 287,21 Euro.