Die Band Farb­klang macht ihrem Namen alle Ehre. Mit Viel­sei­tig­keit, Farbe und fri­schem musi­ka­li­schen Anstrich in allen jaz­zi­gen Tönen Foto: Düs­sel­dor­fer Orgelfestival

 

Gibt es Men­schen, die noch nie etwas vom Inter­na­tio­na­len Düs­sel­dor­fer Orgel­fes­ti­val gehört haben? Dabei geht das nun­mehr 17. Fes­ti­val, das stets im Sep­tem­ber beginnt und Anfang Novem­ber den Kon­zert­rei­gen beschließt, in Kürze an den Start und hat so viele span­nende Höhe­punkte wie noch nie. Das IDO-Team, alle­samt IDO-Alis­ten und Opti­mis­ten, stei­gert sich halt. Aus purer Freude an der Musik.

Und die ist in fast 50 Kon­zer­ten so viel­fäl­tig wie nie.

Mögen Sie Saxo­phon? Japa­ni­sche Trom­meln? Ken­nen Sie die Nyckel­harpa? Eine Schlüss­sel­fi­del aus Schwe­den?  Oder die indi­sche Shruti-Box? Lie­ben Sie Chöre? Und Gei­gen­mu­sik? Und E‑Gitarren mit Schlag­zeug? Den­ken Sie bei Block­flöte an Ihre ers­ten musi­ka­li­schen Spielversuche?

Wer­fen Sie alles, was Sie bis­her über Orgel­mu­sik gehört haben, über Bord. Und zwar schleu­nigst. Und dann lesen Sie über Doro­thee Ober­lin­ger, die bekann­teste Block­flö­tis­tin Euro­pas. Sie spielt am 5. Novem­ber um 19:30 Uhr so, wie Sie die Block­flöte noch nie gehört haben. Revo­lu­tio­när schön. Beein­dru­ckend und mit­rei­ßend. Sie ist auf Grand Tour mit Peter Kof­ler, einem Orga­nis­ten aus Süd­ti­rol. Beide sind zum ers­ten Mal beim IDO dabei, was uns sehr schmeichelt.

Die Mol­dau plät­schert wogt und reißt mit

Und dann den­ken Sie an Die Mol­dau, die am 22. Okto­ber um 19:30 Uhr vier­hän­dig von den Brü­dern Mar­cus und Pas­cal Kauf­mann gespielt wer­den wird. Das Stück gehört zur sin­fo­ni­schen Dich­tung von Bed­rich Sme­tana aus Tsche­chien und zeich­net musi­ka­lisch den Lauf eines Flus­ses nach. Mal schwung­voll, mal lang­sam, beschau­lich, wild, rei­ßend, tem­pe­ra­ment­voll, ver­spielt. Alles, was ein Fluss auf sei­nem Weg durch die Land­schaft erlebt. Mal abwärts, mal auf­wärts, Kur­ven neh­mend, Stei­gun­gen erklim­mend, ins Tal hinab gleitend.

Ken­nen Sie die Gold­berg-Varia­tio­nen? Das sind Cla­vier­übun­gen, die Johann Sebas­tian Bach 1741 geschrie­ben hat. Die wer­den Dr. Fre­de­rike Möl­ler, Kon­zert­pia­nis­tin und Fes­ti­val­lei­te­rin des IDO, mit Mar­cus Bel­man, Kan­tor der Max­kir­che, Chor­lei­ter und kon­ge­nia­ler Orga­nist, am 15. Okto­ber an Cem­balo und Kla­vier und Orgel char­mant und klang­ge­wal­tig inter­pre­tie­ren. Das hätte der Haupt­fi­gur einer der berühm­tes­ten Erzäh­lun­gen der Welt sicher auch gefallen.

Der Kleine Prinz von Antoine Saint-Exu­péry ist die Geschichte eines Hel­den, der mit ein­fa­chen Wor­ten die Her­zen der Men­schen erreicht. Wie es sonst nur die Musik schafft.

Das war uns beim IDO Anlass genug, einer genia­len Stimme Raum und eine Bühne zu geben. So wer­den Chris­toph Tie­mann und das Thea­ter ex libris am 17. Okto­ber um 19 Uhr den klei­nen Prin­zen zu Wort kom­men las­sen, char­mant beglei­tet von Jakob Rein­hardt an der Orgel und einer Dia­show der Ori­gi­na­l­il­lus­tra­tio­nen von Exupéry.

Große Auf­tritte mit der Big Band

Wer lie­ber große Auf­tritte mag, ist mit der Big Band der Hoch­schule Düs­sel­dorf gut bera­ten. Die spie­len beim Eröff­nungs­kon­zert II am 1. Okto­ber um 20 Uhr auf, gelei­tet von Mar­tin Reuth­ner. Dass die Big Band schon alle attrak­ti­ven Preise im Land abge­räumt haben, mag inter­es­sie­ren. Begeis­tern tut aber der Sound, der Esprit, die Leich­tig­keit, mit der alle Bandmitglieder*innen dafür sor­gen, dass das Kon­zert mit Orgel & Big­Band ful­mi­nant wird.

Ita­lie­ni­sche Momente sind bei Mamma mia, Fran­cesco! garan­tiert. Wenn beim Kon­zert und der Kin­der­füh­rung in der Max­kir­che der Held Fran­cesco vor­ge­stellt wird, der gern über die Stränge schlägt, sind nicht nur die Kin­der glück­lich (22. Okto­ber um 11.30 Uhr). In tol­ler Beset­zung sind Maria Beck (Stimme) und Mar­kus Bel­mann mit Orgel, Kla­vier, Har­mo­nium und Melo­dica dabei.

Wer hätte gedacht, dass sich Stumm­film und Orgel die Ehre geben? Das Weib des Pha­rao nach Ernst Lubitsch, dem US-Regis­seur, der den span­nen­den Film in den 20er Jah­ren des vori­gen Jahr­hun­derts in Ber­lin gedreht hat, bevor er nach Hol­ly­wood ging. Hol­ly­wood reif wird die Ver­bin­dung von Domi­nik Ger­hard an der Orgel und dem Stumm­film in der Black Box in der Düss­sel­dor­fer Alt­stadt alle­mal (22. Okto­ber um 20 Uhr).

Schwel­gen wir wei­ter ein biss­chen in der Ver­gan­gen­heit, bevor wir uns der Gegen­wart zuwenden.

Some­where over the rain­bow ver­bin­det Orgel, Musi­cal und Ope­rette stil­voll. Lisenka Kirk­caldy ist auf allen Büh­nen der Welt von Broad­way bis Ope­rette zuhause. Die Gäste kön­nen die größ­ten Hits von Gershwin und Bern­stein genie­ßen (3. Novem­ber um 19.30 Uhr).

Ja, es gibt beim 17. IDO so viele Neu­hei­ten, doch auch die Klas­si­ker dür­fen nicht feh­len. Du meine Seele mit Orgel und 103 Blä­sern (7. Okto­ber um 19.30 Uhr), Chris­tian Schmitt & Andreas Schmidt mit Orgel & Lied (11. Okto­ber um 19.30 Uhr), farb­klang Modern Jazz trifft Orgel (21. Okto­ber um 19.30 Uhr), das Ali Claudi Trio mit all that jazz & more (28. Okto­ber um 19.30 Uhr).

Haben Sie nun Lust auf das 17. IDO bekom­men? Den­ken Sie noch immer an sakrale Orgel­kon­zerte, bei denen die Zuhörer*innen in den Kir­chen­bän­ken ande­ren Gedan­ken nach­hän­gen? Ver­ges­sen Sie’s. Tau­chen Sie ein in 50 Orgel­kon­zerte, die Ihr Bild von der Köni­gin der Instru­mente nach­hal­tig ver­än­dern wer­den. Denn die Köni­gin hält Hof und lässt Platz für bril­lante Darsteller*innen.

Das kom­plette Pro­gramm www.ido-festival.de

Kar­ten gibt es ab sofort unter www.reservix.de und bei allen auf der Home­page auf­ge­führ­ten Vorverkaufsstellen

 

Text: Gabriele Schreckenberg

 

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