Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Ste­phan Kel­ler und Kita-Lei­te­rin Nicole Zucali ver­schaff­ten sich einen Ein­druck vom Par­cours mit Düs­sel­dor­fer Moti­ven, der eine spie­le­ri­sche Her­an­ge­hens­weise an das Thema Seh­be­hin­de­rung und Blin­den­leit­sys­tem ermöglicht,©Landeshauptstadt Düsseldorf/David Young

 

OB Dr. Kel­ler besucht inklu­sive Kita/Kinder wer­den an Her­aus­for­de­run­gen für Seh­be­hin­derte herangeführt

Kin­der in der Kin­der­ta­ges­stätte St. Pius X. in Eller wur­den jetzt für die täg­li­chen Her­aus­for­de­run­gen von Men­schen mit Seh­be­hin­de­rung sen­si­bi­li­siert. Dafür kam ein Blin­den­par­cours zum Ein­satz, der extra für Kin­der ent­wi­ckelt wurde. Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Ste­phan Kel­ler ließ sich bei sei­nem Besuch den Par­cours mit Düs­sel­dor­fer Moti­ven zei­gen, der eine spie­le­ri­sche Her­an­ge­hens­weise an das Thema Seh­be­hin­de­rung und Blin­den­leit­sys­tem ermöglicht.

Im Blin­den­par­cours wird den Kin­dern mit­hilfe einer Brille eine Seh­be­hin­de­rung simu­liert — wähl­bar sind ver­schie­dene Bril­len mit unter­schied­lich star­ken Seh­ein­schrän­kun­gen. Mit einem wei­ßen Stock, dem soge­nann­ten Langstock, kön­nen die Kin­der dann über die Boden­plat­ten im Par­cours an ihr Ziel gelan­gen. Auf dem Weg befin­den sich ver­schie­dene Hin­der­nisse, die es zu über­win­den gilt.

“Die Kin­der erle­ben durch ihr eige­nes Erfah­ren, wie wich­tig Ori­en­tie­rung und damit ein Blin­den­leit­sys­tem ist, wenn das Sin­nes­or­gan Auge beein­träch­tigt ist”, sagt Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Ste­phan Kel­ler. “Wir erhof­fen uns dadurch eine höhere Akzep­tanz, Ver­ständ­nis und Rück­sichts­nahme auf ihre Mit­men­schen. Gleich­zei­tig kön­nen Kin­der als Bot­schaf­ter agie­ren und so auch ihre Eltern und Groß­el­tern auf die Bedeu­tung von tak­ti­len Leit­li­nien hin­wei­sen. Die Eltern kön­nen wie­derum in ihrem täg­li­chen Leben dar­auf ach­ten, ent­spre­chende Boden­plat­ten freizuhalten.”

Inklu­sion in Kitas
Kin­der berei­chern in ihrer Viel­falt und Unter­schied­lich­keit das gemein­same Spie­len und Ler­nen in der Kin­der­ta­ges­stätte. Die Kin­der­ta­ges­stät­ten in Düs­sel­dorf unter­stüt­zen daher die gemein­same Betreu­ung, Erzie­hung und Bil­dung aller Kin­der, unab­hän­gig von ihrer Her­kunft und Kul­tur, ihrer Reli­gion, ihres Geschlechts, ihren indi­vi­du­el­len Fähig­kei­ten oder mög­li­cher Einschränkungen.

Der indi­vi­du­elle Betreu­ungs- und Assis­tenz­be­darf eines Kin­des mit Behin­de­rung oder beson­de­rem För­der­be­darf, die räum­li­chen Gege­ben­hei­ten von Ein­rich­tun­gen, die beruf­li­che Erfah­rung der Päd­ago­gin­nen und Päd­ago­gen oder auch orga­ni­sa­to­ri­sche Bedin­gun­gen sind in den Kitas sehr unter­schied­lich. Daher soll­ten sich Eltern von Kin­dern mit einer Behin­de­rung, einer Ent­wick­lungs­stö­rung oder mit einem beson­de­ren För­der­be­darf früh­zei­tig an die Lei­tung der Kin­der­ta­ges­stätte ihrer Wahl oder an die Mit­ar­bei­ten­den der Bera­tungs­gruppe Kita Inklu­siv beim Jugend­amt unter Tele­fon 0211–8923472, 0211–8923473 oder per E‑Mail an kitainklusiv@duesseldorf.de wen­den. So kön­nen die Betreu­ungs­mög­lich­kei­ten geklärt und bei der Wahl einer geeig­ne­ten Betreu­ungs­form unter­stützt werden.

Beim Olym­pic Adven­ture Camp 2021 stellte Stadt­di­rek­tor Burk­hard Hint­z­sche den Blin­den­par­cours für Kin­der vor, den Kitas und Schu­len aus­lei­hen kön­nen. Aktu­ell wird zudem nach einem Stand­ort für den Blin­den­par­cours gesucht, der dau­er­haft für Kita-Grup­pen und Schul­klas­sen zugäng­lich ist. Außer­dem gibt es eine Info-Karte, die über die Bedeu­tung der tak­ti­len Leit­li­nien informiert.

Wer Inter­esse hat, den Blin­den­par­cours aus­zu­lei­hen, kann sich an das Amt für Sozia­les wen­den unter Tele­fon 0211–8925890.

Hin­ter­grund
In Düs­sel­dorf leben rund 1.000 blinde und etwa 5.000 seh­be­hin­derte Men­schen. Tak­tile Blin­den­leit­sys­teme sind für seh­be­hin­derte und blinde Men­schen äußerst wich­tig, um im All­tag zurecht zu kom­men. Die Blin­den­leit­sys­teme wer­den seit 2010 ver­legt und bei jedem Neu­bau­pro­jekt bedacht. An beson­ders fre­quen­tier­ten Orten, wie etwa im und um den Haupt­bahn­hof, sind sie bereits seit lan­gem vorhanden.

Oft wer­den die Boden­in­di­ka­to­ren aus Ril­len- und Nop­pen­plat­ten aus Unkennt­nis zuge­stellt: Fahr­rä­der, Autos, Müll­ton­nen oder Bau­zäune ste­hen auf dem Blin­den­leit­sys­tem und blo­ckie­ren es. Für blinde und seh­be­hin­derte Men­schen sind diese Hin­der­nisse wahre Stol­per­fal­len. Bereits im Juni 2019 hat das Amt für Sozia­les mit der Kam­pa­gne “Strei­fen­frei”, die in enger Abstim­mung mit dem Blin­den- und Seh­be­hin­der­ten­ver­ein Düs­sel­dorf sowie der Selbst­hil­fe­ver­ei­ni­gung PRO RETINA kon­zi­piert wurde, über das Blin­den­leit­sys­tem infor­miert. Der für Kin­der ent­wi­ckelte Par­cours mit Ril­len- und Nop­pen­plat­ten soll daran anknüp­fen und die Bekannt­heit des Sys­tems noch ein­mal steigern.