Das Stadt­mu­seum, Ber­ger Allee 2, prä­sen­tiert gemein­sam mit Ira Vino­kurova unter dem Titel “Die Magie des Flus­ses” vom 7. Okto­ber bis zum 5. Novem­ber eine Foto­gra­fie-Aus­stel­lung zur Düs­sel. Gezeigt wer­den neben Leih­ga­ben auch vom Museum erwor­bene Werke der Düs­sel­se­rie der Künst­le­rin, die den Gäs­ten einen beson­de­ren Blick auf den Fluss, der der Lan­des­haupt­stadt ihren Namen gab, ermöglicht.

Für Ira Vino­kurova ist die Geschichte die­ses Flus­ses ein Sinn­bild für das sich wan­delnde Ver­hält­nis zwi­schen Mensch und Natur. Seit 2016 beschäf­tigt sich die Foto­gra­fin mit dem Fluss und will seine Eigen­art als Natur­we­sen ergrün­den. Dazu sucht sie die Düs­sel an ver­steck­ten Orten auf, die inmit­ten des urba­nen Raums exis­tie­ren und doch von einer unbe­rühr­ten Wild­nis zeu­gen. Das “Wesen” der Düs­sel als aut­ar­kes Natur­ele­ment stellt die Künst­le­rin in den Kon­text der urba­nen Ent­wick­lung der Stadt und deren Ver­hält­nis zur Düssel.

Aus der Serie Duessel II Umgebung von Ira Vinokurova. Die Künstlerin ist mit der Ausstellung "Die Magie des Flusses" bis zum 6. November im Stadtmuseum präsent,(c)Ira Vinokurova

Kura­tor Dr. Danelzik-Brüg­ge­mann: “Ein klei­ner Fluss gibt einer gro­ßen Stadt ihren Namen. Er durch­fließt sie, teilt sich dabei in meh­rere Arme und ist inmit­ten von Stra­ßen und einem Häu­ser­meer gezähmt. Die Düs­sel scheint in der Gegen­wart gar kein Fluss zu sein; dort, wo das stre­cken­weise kana­li­sierte Gewäs­ser aus dem Unter­grund auf­taucht, wirkt es wie ein Zier­gra­ben. In Ira Vino­kuro­vas Foto­gra­fien der Düs­sel scheint die Welt des Fluss­geis­tes Undine wie­der­ge­fun­den zu sein. Auch inmit­ten der durch­ra­tio­na­li­sier­ten Stadt exis­tie­ren Traum­orte. Ihnen spürt die Künst­le­rin nach.”

In ihren fein dif­fe­ren­zier­ten Schwarz-Weiß-Foto­gra­fien ent­wirft Ira Vino­kurova ein Bild des Flus­ses zwi­schen Schön­heit und Dun­kel­heit. Neben dem Fluss stellt das Licht als Motiv ein fast eigen­stän­di­ges Ele­ment ihrer Foto­gra­fien dar. Vino­kurova foto­gra­fiert im tie­fen Son­nen­licht am Mor­gen und am Abend. Ihre Arbei­ten wir­ken male­risch und eher abs­trakt als gegenständlich-konkret.

Wie im Impres­sio­nis­mus wird das Wesen des Motivs durch die Wahr­neh­mung des Licht­spiels ent­hüllt. Die Künst­le­rin nutzt ana­loge Foto­tech­ni­ken in der Dun­kel­kam­mer, um die Atmo­sphäre des Ortes zu visua­li­sie­ren. In den letz­ten Jah­ren erwarb das Stadt­mu­seum einige Arbei­ten aus Vino­kuro­vas Düs­sel­se­rie. Ergänzt um Leih­ga­ben der Künst­le­rin kann das Publi­kum sich nun selbst der Magie der Düs­sel hin­ge­ben und auf diese Weise auch einen neuen Blick auf die Stadt gewin­nen. Die Aus­stel­lung ent­stand in Koope­ra­tion mit der Künstlerin.

Hin­ter­grund zur Künst­le­rin Ira Vino­kurova
1975 gebo­ren in Kaliningrad/Russland
1991–1995 Musi­ker­aus­bil­dung am Natio­na­len Musik­col­lege in Kaliningrad/Russland
1995–1997 Stu­dium an der Uni­ver­si­tät für Kul­tur im Fach Regie für Film und Fern­se­hen in Moskau/Russland
2000 Beginn Stu­dium an der Kunst­aka­de­mie Düs­sel­dorf
2006 Meis­ter­schü­le­rin von Tho­mas Ruff
2010 Aka­de­miebrief der Kunst­aka­de­mie Düsseldorf

Aus­stel­lun­gen (Aus­wahl)
2021 “The River Knows” — Die Düs­sel, Ein­zel­aus­stel­lung, Gale­rie Clara Maria Sels, Düs­sel­dorf (Kata­log) 2019 “Die Zau­ber­la­terne”, Grup­pen­aus­stel­lung, Ate­lier Schloss Jäger­hof e.V., Düs­sel­dorf
2013 Der Blick dahin­ter | Der Blick hin­ter, Grup­pen­aus­stel­lung, Mär­ki­sches Museum Wit­ten
2012 Ein­zel­aus­stel­lung, Gale­rie Clara Maria Sels, Düs­sel­dorf
2011 Exem­plar 3, Grup­pen­aus­stel­lung, Köln-Art
2006 Junge Künst­ler aus aller Welt zu Gast bei Pri­ce­wa­ter­house­Coo­pers, Grup­pen­aus­stel­lung, Stadt­mu­seum Düs­sel­dorf
2006 Por­träts im Innen­raum, Grup­pen­aus­stel­lung, gale­rie kunst-raum. raum für junge kunst, Essen
2004 “Ansich­ten, Aus­sich­ten, Ein­sich­ten”, Posi­tio­nen jun­ger Foto­gra­fie, Grup­pen­aus­stel­lung, Kunst-Raum für junge Kunst, Essen
2004 “Das foto­gra­fi­sche Por­trät”, Grup­pen­aus­stel­lung, Forum für Foto­gra­fie, Köln
2004 Ein­zel­aus­stel­lung, Städ­ti­sches Museum für Kunst und Geschichte, Kali­nin­grad
2004 “Urba­ni­tät und Pri­vat­sphäre”, Grup­pen­aus­stel­lung, Stadt­mu­seum, Hattingen

Aus­zeich­nun­gen 2008 18. Kunst­för­der­preis für junge Künst­ler, 3. Preis KÖ-Gale­rie, Düs­sel­dorf
2008 Lead Award, 2. Platz (Kate­go­rie Por­trät­fo­to­gra­fie), Ham­burg
2006 För­der­preis Foto­gra­fie, 3. Preis “Photo Vision”, Düsseldorf