v.l.: Ste­fan Coners (Vize­prä­si­dent Amts­ge­richt Düs­sel­dorf), Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Ste­phan Kel­ler, Eck­hard Bart­ling, Dag­mar Bur­kandt, Monika Scholl, Bar­bara Materne-Blunk und Ralf Mol­nar (Lei­ter Arbeits­kreis Düs­sel­dor­fer Schiedsleute),©Landeshauptstadt Düs­sel­dorf / David Young

 

Schieds­per­so­nen fun­gie­ren als ehren­amt­li­che Streit­schlich­ter, deren Ziel es ist, Men­schen in Kon­flikt­si­tua­tio­nen dabei zu hel­fen, die­sen zu lösen oder einen Streit zu schlich­ten, ohne dass Poli­zei oder Gerichte bemüht wer­den. Als Organ der Rechts­pflege neh­men Schieds­per­so­nen eine bedeu­tende Rolle im Rechts­we­sen ein. Aus die­sem Grund lud Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Ste­phan Kel­ler aktu­elle und ehe­ma­lige Düs­sel­dor­fer Schieds­leute zu einem Emp­fang ins Rat­haus, um ihr ehren­amt­li­ches Enga­ge­ment zu würdigen.

“Dass unser Rechts­we­sen Mög­lich­kei­ten bie­tet, sich bür­ger­schaft­lich ein­zu­brin­gen, schätze ich sehr. Denn wenn die Nach­ba­rin oder der Nach­bar „von nebenan“ ein­ge­bun­den ist, hat dies sicher­lich einen posi­ti­ven Effekt auf die Akzep­tanz von Ent­schei­dun­gen”, sagt Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Kel­ler. “Die Lan­des­haupt­stadt ist Ihnen für die­sen ehren­amt­li­chen Bei­trag zum sozia­len Frie­den zu Dank verpflichtet.”

Als Zei­chen der Aner­ken­nung wurde den zuletzt aus­ge­schie­de­nen Schieds­leu­ten ein gra­vier­ter Glas­wür­fel­rad­schlä­ger überreicht.

Ste­fan Coners, Vize­prä­si­dent des Düs­sel­dor­fer Amts­ge­richts: “Schieds­leute sor­gen nicht nur für Ent­las­tung der Gerichte — im bes­ten Fall schaf­fen sie es, dass Par­teien nicht nur ihren aktu­el­len Kon­flikt klä­ren, son­dern auch ihr all­ge­mei­nes Ver­hält­nis ver­bes­sern. Und dadurch ent­ste­hen viele Kon­flikte in der Zukunft erst gar nicht mehr. Wir dan­ken den aktu­el­len und ehren­amt­li­chen Schieds­leu­ten für ihren gro­ßen Einsatz.”

Aktu­ell sind in Düs­sel­dorf 20 Schieds­per­so­nen in den ver­schie­de­nen Stadt­be­zir­ken tätig. Diese wer­den vom Rat der Stadt gewählt und vom Amts­ge­richt ver­ei­digt. Zum brei­ten Auf­ga­ben­spek­trum der Streit­schlich­ten­den zählt unter ande­rem die Ver­mitt­lung bei Nach­bar­schafts­kon­flik­ten, bei Straf­sa­chen oder bei Ehr­ver­let­zun­gen. In ers­ter Linie stel­len Streit­schlich­tende ein Gespräch zwi­schen den Par­teien her, in dem diese in einer neu­tra­len und ent­spann­ten Atmo­sphäre selbst zu einer Lösung des Kon­flikts gelangen.

Dabei arbei­ten die Schieds­leute eng mit der Poli­zei, der Bezirks­ver­tre­tung und ande­ren Stel­len zusam­men. Die Mit­wir­kung im Düs­sel­dor­fer Arbeits­kreis der Schieds­leute, der Erfah­rungs­aus­tausch dort und auch Schu­lun­gen hel­fen den Schieds­per­so­nen, die über­nom­mene Auf­gabe sou­ve­rän, fach­kun­dig und unauf­ge­regt zu meistern.

Neben orga­ni­sa­to­ri­schen wer­den vor allem hohe Ansprü­che an die per­sön­li­che Eig­nung der Schieds­frauen und Schieds­män­ner gestellt. Men­schen­kennt­nis, Lebens­er­fah­rung, Empa­thie, Geduld und Zeit sind nur einige davon. Ange­hen­den Schieds­per­so­nen absol­vie­ren ver­schie­dene Schu­lun­gen, um Gesprächs- und Ver­mitt­lungs­tech­ni­ken zu erlernen.

Denn ein Gespräch aller Betei­lig­ten — auch in emo­tio­nal auf­ge­heiz­ten Situa­tio­nen — gedul­dig, unpar­tei­isch und zurück­hal­tend zu mode­rie­ren, ist eine wich­tige Vor­aus­set­zung für eine erfolg­rei­che Tätig­keit. Schieds­per­so­nen sind ehren­amt­lich tätig und erhal­ten keine Ver­gü­tung, son­dern einen Aus­la­gen­er­satz in Form einer monat­li­chen Aufwandspauschale.