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Sym­bol­bild Zoll Düs­sel­dorf Foto: LOKALBÜRO

 

86 Zöll­ne­rin­nen und Zöll­ner der Finanz­kon­trolle Schwarz­ar­beit (FKS) des Haupt­zoll­amts Düs­sel­dorf prüf­ten am 9. März 2023 die Ein­hal­tung des Min­dest­lohns bei einer bun­des­wei­ten ver­dachts­un­ab­hän­gi­gen Schwerpunktaktion.

Zum Haupt­zoll­amt Düs­sel­dorf gehö­ren zwei FKS-Stand­orte mit Sitz in Düs­sel­dorf (zustän­dig für Düs­sel­dorf und Teile des Krei­ses Mett­mann) und Wup­per­tal (zustän­dig für Wup­per­tal, Rem­scheid, Solin­gen und Teile des Krei­ses Mett­mann). Diese prüf­ten 93 Betriebe und befrag­ten 256 Per­so­nen zu ihren Beschäftigungsverhältnissen.

Bei den Prü­fun­gen erga­ben sich die fol­gen­den Ver­dachts­fälle auf mög­li­che Verstöße:

  • Ver­dacht auf Min­dest­lohn­ver­stöße in 50 Fäl­len (davon 42 im Bereich FKS Wuppertal) -
  • Ver­dacht auf ille­gale Aus­län­der­be­schäf­ti­gung in 3 Fäl­len (davon einer im Bereich FKS Wuppertal) -
  • Ver­dacht auf Leis­tungs­miss­brauch in 7 Fäl­len (alle im Bereich FKS Wuppertal) -
  • Ver­dacht auf Ver­stöße gegen Auf­zeich­nungs- und Mel­de­pflich­ten in 30 Fäl­len (davon 27 im Bereich FK Wuppertal).

An die Prü­fun­gen schlie­ßen sich umfang­rei­che Nacher­mitt­lun­gen an, indem die vor Ort erho­be­nen Daten der Arbeit­neh­mer mit der Lohn- und Finanz­buch­hal­tung der Unter­neh­men abge­gli­chen und wei­tere Geschäfts­un­ter­la­gen geprüft wer­den. Hier­bei steht der Zoll in engem Infor­ma­ti­ons­aus­tausch mit ande­ren Behör­den und der Rentenversicherung.

Seit dem 1. Okto­ber 2022 beträgt der all­ge­meine gesetz­li­che Min­dest­lohn 12,00 Euro brutto pro Stunde. Hier­auf hat jede Arbeit­neh­me­rin und jeder Arbeit­neh­mer Anspruch. Ver­ein­ba­run­gen mit dem Arbeit­ge­ber, die die­sen Anspruch unter­schrei­ten, sind unwirk­sam und wer­den bei Auf­de­ckung geahn­det. Neben dem all­ge­mei­nen Min­dest­lohn gibt es noch eine Reihe von Bran­chen­min­dest­löh­nen, z.B. in der Pflege, der Gebäu­de­rei­ni­gung und im Dachdeckerhandwerk.

Bei den Prü­fun­gen der FKS wer­den regel­mä­ßig Ver­stöße gegen die Min­dest­lohn­be­din­gun­gen mit unter­schied­li­chen Mani­pu­la­ti­ons- bzw. Bege­hungs­for­men fest­ge­stellt. Bei­spiels­weise wer­den Arbeit­neh­me­rin­nen und Arbeit­neh­mer als Prak­ti­kan­ten, Aus­zu­bil­dende oder Selb­stän­dige bezeich­net. Auch wer­den oft­mals Stun­den­auf­zeich­nun­gen unrich­tig, unvoll­stän­dig bzw. gar nicht geführt, um Min­dest­lohn­ver­stöße zu verschleiern.

Auch im lau­fen­den Jahr liegt der Fokus der Finanz­kon­trolle Schwarz­ar­beit auf den Min­dest­ar­beits­be­din­gun­gen der Unter­neh­men und den orga­ni­sier­ten For­men von Schwarzarbeit.