Betei­ligte der “HyPer­for­mer Rhein-Ruhr” und Ver­tre­ter der “NOW” GmbH und des Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­ums Nordrhein-Westfalen,©Franz Josef

 

Die Region Rhein Ruhr hat mit Düs­sel­dor­fer Betei­li­gung den För­der­wett­be­werb “HyPer­for­mer” gewonnen

Die “Kom­pe­tenz­re­gion Was­ser­stoff Düssel.Rhein.Wupper” ist, gemein­sam mit Essen und dem Kreis Emscher-Lippe, eine der Gewin­ne­rin­nen des Wett­be­werbs der “HyLand-Regio­nen­för­de­rung” des Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­ums. Unter dem Titel “HyPer­for­mer-Region Rhein-Ruhr” möchte sie Pro­jekte für den Mark­t­hoch­lauf der kli­ma­freund­li­chen grü­nen Was­ser­stoff­wirt­schaft im Bereich Mobi­li­tät rea­li­sie­ren. Der par­la­men­ta­ri­sche Staats­se­kre­tär beim Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­ter, Michael Theu­rer, hat am Mitt­woch, 26. April, beim “HyLand-Sym­po­sium” in Ber­lin die Gewin­ner-Regio­nen bekannt­ge­ge­ben. Drei Regio­nen sind bun­des­weit aus­ge­wählt worden.

Die Ent­wick­lung der “HyPer­for­mer-Region Rhein-Ruhr” als Was­ser­stoff­re­gion wird im Rah­men des Natio­na­len Inno­va­ti­ons­pro­gramms Was­ser­stoff- und Brenn­stoff­zel­len­tech­no­lo­gie (NIP2) mit ins­ge­samt 15 Mil­lio­nen Euro durch das Bun­des­mi­nis­te­rium für Digi­ta­les und Ver­kehr geför­dert. Zudem wird das Land Nord­rhein-West­fa­len für die geplan­ten Pro­jekte der Region Rhein-Ruhr Mit­tel in glei­cher Höhe bereit­stel­len. Ins­ge­samt sind Inves­ti­tio­nen in Höhe von rund 82 Mil­lio­nen Euro geplant.

Elek­tro­ly­seure zur Erzeu­gung von grü­nem Was­ser­stoff sowie Was­ser­stoff-Tank­stel­len für Lkw und Busse sind in Düs­sel­dorf, Wup­per­tal, Essen, Gel­sen­kir­chen und Dors­ten an wich­ti­gen Kno­ten­punk­ten und Ver­kehrs­adern geplant. Dar­über hin­aus erlaubt die Lage der Tank­stel­len zum Teil einen spä­te­ren Pipe­line­zu­gang, mit dem ein wach­sen­der Was­ser­stoff­be­darf bedient wer­den kann. Die bereits bestehen­den Wasserestoff(H2)-Tankstellen sind weit­ge­hend auf den Pkw-Ver­kehr aus­ge­rich­tet, sodass es drin­gend erfor­der­lich ist, H2-Tank­mög­lich­kei­ten für den Bus- und Schwer­last­ver­kehr zu realisieren.

In Wup­per­tal kön­nen die Busse der Wup­per­ta­ler Stadt­werke (WSW) ihren Was­ser­stoff bereits seit mehr als zwei Jah­ren direkt am Müll­heiz­kraft­werk der Abfall­wirt­schafs­ge­sell­schaft (AWG) Wup­per­tal tan­ken. Den Strom lie­fert die AWG durch die ther­mi­sche Behand­lung der Abfälle – ein ein­ma­li­ges Bei­spiel für prak­ti­zierte Sektorenkopplung.

“Die Bewer­bung der ‘HyPer­for­mer-Region Rhein-Ruhr’ ver­eint die Inter­es­sen von über 100 unter­stüt­zen­den Unter­neh­men, Kom­mu­nen und For­schungs­ein­rich­tun­gen. Gemein­sam wol­len wir in einem ers­ten Schritt grü­nen Was­ser­stoff für Busse und Lkw in unse­rer Region eta­blie­ren”, erläu­tert der Düs­sel­dor­fer Mobi­li­täts­de­zer­nent Jochen Kral.

In der Kom­pe­tenz­re­gion Was­ser­stoff Düssel.Rhein.Wupper sind drei Pro­jekte ver­or­tet: Das Pro­jekt der Stadt­werke Düs­sel­dorf zielt auf die Erwei­te­rung einer bereits geneh­mig­ten Elek­tro­ly­se­an­lage von einem auf zwei Mega­watt ab. Geplant ist vor allem die Ver­sor­gung einer noch zu errich­ten­den Tank­stelle des Unter­neh­mens “H2 MOBILITY” am Stand­ort der Elek­tro­lyse auf dem Gelände der Stadt­werke am Höher­weg in Düs­sel­dorf. “Was­ser­stoff spielt für die Ener­gie­wende und die Errei­chung der Kli­ma­schutz­ziele eine Schlüs­sel­rolle – nicht nur im Ver­kehrs­sek­tor, aber hier wol­len wir star­ten. Des­we­gen inves­tie­ren wir in Was­ser­stoff und wol­len die­sen künf­tig selbst pro­du­zie­ren”, sagt Julien Mounier, Vor­stands­vor­sit­zen­der der Stadt­werke Düs­sel­dorf. “Dass wir mit der heute avi­sier­ten För­de­rung unsere geplante Elek­tro­ly­se­ur­an­lage auf zwei Mega­watt erwei­tern kön­nen, freut mich sehr und unter­stützt unser Ziel, Was­ser­stoff-Mobi­li­tät auf die Straße zu brin­gen. So schüt­zen wir das Klima, redu­zie­ren Fein­staub und Lärm und machen Inno­va­tion erleb­bar. Kurz: Wir machen Düs­sel­dorf so noch ein biss­chen lebens­wer­ter”, ergänzt Mounier.

Die Wup­per­ta­ler Stadt­werke beab­sich­ti­gen auf ihrem Betriebs­hof in Wup­per­tal-Nächs­te­breck eine Was­ser­stoff-Tank­stelle zu bauen. Im Rah­men des Pro­jek­tes fin­det die Erwei­te­rung der bereits bestehen­den Elek­tro­lyse am Müll­heiz­kraft­werk der AWG Wup­per­tal statt. “Mit dem Aus­bau der Was­ser­stoff­er­zeu­gung und der Betan­kung unse­rer Brenn­stoff­zel­len­busse zei­gen wir, wie Kli­ma­schutz im öffent­li­chen Nah­ver­kehr in der Region Rea­li­tät wird”, sagt Sabine Schnake, Geschäfts­füh­re­rin der Wup­per­ta­ler Stadtwerke.

Am Flug­ha­fen Düs­sel­dorf ist eben­falls der Auf­bau und Betrieb einer H2-Tank­stelle geplant, die eine luft- und land­sei­tig anfahr­bare Ver­sor­gung für Busse, Son­der- und Nutz­fahr­zeuge ermög­licht. Der Flug­ha­fen möchte drei Brenn­stoff­zel­len-Busse auf dem Vor­feld des Flug­ha­fen­ge­län­des ein­set­zen, die über diese Tank­stelle ver­sorgt wer­den sol­len. “Der Wan­del zu einem nach­hal­ti­gen Mobi­li­täts­hub ist für den Düs­sel­dor­fer Flug­ha­fen eine der wich­tigs­ten Auf­ga­ben. Was­ser­stoff ist dabei ein logi­scher nächs­ter Schritt und hat Vor­bild­cha­rak­ter für unsere Bran­che. Mit dem Auf­bau einer H2-Betan­kungs­in­fra­struk­tur ver­fol­gen wir das Ziel, unsere Emis­sio­nen zu redu­zie­ren und holen dazu auch unsere Part­ner am Flug­ha­fen mit ins Boot”, erklärt Lars Rede­ligx, Vor­sit­zen­der der Geschäfts­füh­rung der Flug­ha­fen Düs­sel­dorf GmbH.

Alle Pro­jekte ver­fol­gen das Ziel, die Trans­for­ma­tion des Ver­kehrs zu emis­si­ons­freien bezie­hungs­weise emis­si­ons­ar­men Antrie­ben vor­an­zu­trei­ben, einen wesent­li­chen Bei­trag zur Min­de­rung der Treib­haus­gas-Emis­sio­nen zu leis­ten und damit zur Errei­chung der Kli­ma­ziele des Bun­des und des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len beizutragen.

Hin­ter­grund
Ziel des För­der­mit­tel­wett­be­werbs HyPer­for­mer ist es, die Umset­zung von inno­va­ti­ven und erfolg­ver­spre­chen­den regio­na­len Kon­zep­ten zu för­dern (Hy steht für Hydro­gen, eng­lisch für Was­ser­stoff). Die För­de­rung erfolgt im Rah­men der För­der­richt­li­nie für Maß­nah­men der Markt­ak­ti­vie­rung im Zuge des Natio­na­len Inno­va­ti­ons­pro­gramms Was­ser­stoff- und Brenn­stoff­zel­len­tech­no­lo­gie Phase 2 des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Digi­ta­les und Ver­kehr. Die För­der­richt­li­nie wird von der NOW (Natio­nale Orga­ni­sa­tion Was­ser­stoff) GmbH koor­di­niert und durch den Pro­jekt­trä­ger Jülich (PtJ) umgesetzt.

Die Bewer­bung als HyPer­for­mer-Region Rhein-Ruhr wurde durch den Regio­nal­ver­band Ruhr koor­di­niert und ein­ge­reicht. Die Geschäfts­stelle zur Koor­di­nie­rung der Umset­zung der geplan­ten Pro­jekte wird beim Regio­nal­ver­band Ruhr im Rah­men sei­ner Initia­tive Hydro­gen Metro­pole Ruhr ein­ge­rich­tet. Die zur För­de­rung vor­ge­se­he­nen inves­ti­ven Pro­jekte basie­ren auf den Vor­stu­dien der Kom­pe­tenz­re­gion Was­ser­stoff Düssel.Rhein.Wupper sowie der HyEx­pert-Regio­nen Emscher-Lippe und Essen.

Die Kom­pe­tenz­re­gion Was­ser­stoff Düssel.Rhein.Wupper hat durch den Gewinn des Lan­des­wett­be­wer­bes zur Was­ser­stoff­mo­bi­li­tät in 2020 vom Wirt­schafts­mi­nis­te­rium des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len den Titel “Modell­re­gion Was­ser­stoff-Mobi­li­tät NRW” erhal­ten und arbei­tet seit­dem ver­stärkt am Auf­bau einer Wasserstoffregion.