Künst­ler HA Schult, Prä­si­dent des Land­tags André Kuper und Prä­si­den­tin des Ver­fas­sungs­ge­richts­hofs für das Land Nord­rhein-West­fa­len, Bar­bara Dau­ner-Lieb Foto: LB / Olaf Oidtmann

 

Ges­tern fand im Land­tag von Nord­rhein-West­fa­len eine bemer­kens­werte Kunst­über­gabe statt. Unter dem Titel “Jus­tice Man” prä­sen­tierte der renom­mierte Künst­ler HA Schult eine ein­drucks­volle Skulp­tur, die aus 45.000 Geset­zen besteht. Die Quelle sei­ner Mate­ria­lien? Die mar­kan­ten roten Geset­zes­bü­cher “Schön­fel­der — Deut­sche Gesetze”.

Die Ver­an­stal­tung zur Über­gabe wurde von André Kuper, dem Prä­si­den­ten des Land­tags, gelei­tet. An sei­ner Seite stand Bar­bara Dau­ner-Lieb, die Prä­si­den­tin des Ver­fas­sungs­ge­richts­hofs für das Land Nord­rhein-West­fa­len. Gemein­sam emp­fin­gen sie den Künst­ler HA Schult, um sein beein­dru­cken­des Werk offi­zi­ell in die Samm­lung des Land­tags aufzunehmen.

HA Schult hat mit sei­ner Skulp­tur nicht nur ein Kunst­werk geschaf­fen, son­dern auch ein Stück deut­scher Rechts­ge­schichte dar­ge­stellt. Die 45.000 Gesetze, aus denen “Jus­tice Man” besteht, sym­bo­li­sie­ren eine Refle­xion über die Ent­wick­lung des Rechts­sys­tems in Deutsch­land. Inter­es­san­ter­weise wer­den in den neue­ren Auf­la­gen der Schön­fel­der-Geset­zes­bü­cher auf­grund der NS-Ver­gan­gen­heit des Namens “Schön­fel­der” keine Cover­na­men mehr verwendet.

André Kuper betonte die Bedeu­tung von “Jus­tice Man” als Mah­nung und Erin­ne­rung an die Ver­gan­gen­heit. “Auch in einem Unrechts­staat wie dem Drit­ten Reich wurde ver­meint­li­ches Recht gespro­chen”, sagte er. “Wir wer­den heute und in Zukunft unsere Demo­kra­tie mit allen Mit­teln schüt­zen und dafür sor­gen, dass die Jus­tiz unab­hän­gig arbei­ten kann und unsere frei­heit­lich-demo­kra­ti­sche Grund­ord­nung ver­tei­digt wird. Echte Rechts­staat­lich­keit gibt es nur in Demokratien.”

Der Land­tag von Nord­rhein-West­fa­len beher­bergt nicht nur poli­ti­sche Debat­ten, son­dern auch eine beein­dru­ckende Kunst­samm­lung. Werke ver­schie­de­ner renom­mier­ter Künst­le­rin­nen und Künst­ler fin­den dort ihren Platz, und auch junge Talente aus Nord­rhein-West­fa­len wer­den regel­mä­ßig geför­dert und in die Samm­lung auf­ge­nom­men, um die Kunst­szene der Region zu unterstützen.

Künstler HA Schult und Präsident des Landtags André Kuper Foto: LB / Olaf Oidtmann
Präsidentin des Verfassungsgerichtshofs für das Land Nordrhein-Westfalen Barbara Dauner-Lieb, Künstler HA Schult und Präsident des Landtags André Kuper und Foto: LB / Olaf Oidtmann