
Durchsuchung in Nagelstudios in Düsseldorf © Lokalbüro
In der Landeshauptstadt Düsseldorf hat am Mittwoch, den 14. Januar 2026, ein groß angelegter Einsatz von Polizei, Zoll und Staatsanwaltschaft stattgefunden. Im Rahmen einer bundesweit koordinierten Aktion gegen organisierte Schwarzarbeit und mutmaßliche Schleuserkriminalität durchsuchten Ermittler mehrere Objekte in der Stadt und nahmen Tatverdächtige fest.
Zentrale Maßnahmen in Düsseldorf
In Düsseldorf allein wurden nach Angaben der Ermittlungsbehörden elf Wohn- und Geschäftsräume durchsucht, darunter offenbar auch mehrere Nagelstudios und Räume im Stadtgebiet. In den betroffenen Objekten suchten die Einsatzkräfte nach Unterlagen, Datenträgern und weiteren Beweismitteln, die im Zusammenhang mit dem Verdacht auf Schwarzarbeit, Steuerhinterziehung und illegal beschäftigte Arbeitskräfte stehen könnten. Gleichzeitig sicherten sie Vermögenswerte, die nach Einschätzung der Ermittler aus den mutmaßlichen Straftaten stammen könnten.
Hauptverdächtiger aus Düsseldorf festgenommenIm Zentrum der Ermittlungen steht ein 56 Jahre alter Mann aus Düsseldorf. Die Zentral- und Ansprechstelle für die Verfolgung Organisierter Straftaten in Nordrhein-Westfalen (ZeOS NRW) wirft ihm vor, über einen Zeitraum von etwa 16 Jahren ein Netzwerk von Nagelstudios betrieben zu haben, darunter mehrere in Düsseldorf. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, vietnamesische Staatsangehörige ohne gültige Aufenthaltserlaubnis beschäftigt, ihnen Lohn vorenthalten und Einnahmen nicht korrekt an das Finanzamt sowie die Sozialkassen gemeldet zu haben. Insgesamt soll dadurch ein Schaden von mehr als sieben Millionen Euro entstanden sein.
Die Ermittler gehen davon aus, dass die Düsseldorfer Standorte Teil eines bundesweiten Netzwerks waren, das auch in Städten wie Köln, Dortmund und Stuttgart tätig gewesen sein soll.
Haftbefehle und Festnahmen vor OrtIm Laufe des Tages wurden in Düsseldorf zwei der drei erlassenen Haftbefehle vollstreckt. Dabei wurde der 56-jährige Hauptverdächtige ebenso festgenommen wie eine 36-jährige und eine 44-jährige Frau, die nach Angaben der Staatsanwaltschaft als sogenannte Storemanagerinnen in Nagelstudios gearbeitet haben sollen. Ein weiterer Haftbefehl wurde in Dortmund umgesetzt. Alle drei Personen wurden in Untersuchungshaft genommen, nachdem das Amtsgericht Düsseldorf dies auf Antrag der Ermittlungsbehörden angeordnet hatte.
Ermittlungen laufen weiter
Neben den drei Festgenommenen richten sich die Ermittlungen gegen weitere 24 Beschuldigte, zu denen Angestellte und angebliche Helfer des Netzwerks zählen sollen. Die Behörden erklärten, dass die Durchsuchungen und Auswertungen an den Düsseldorfer Objekten sowie in anderen Bundesländern noch andauern.
Beteiligte BehördenFederführend bei den Ermittlungen in Düsseldorf waren die Bundespolizeiinspektion Kriminalitätsbekämpfung Köln, die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamts Düsseldorf sowie die Steuerfahndung des Landesamts zur Bekämpfung der Finanzkriminalität. Die Aktion gilt als wichtiger Schritt im Kampf gegen organisierte Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung.



