Foto: Ingo Lammert; Höhenretter der Feuerwehr üben auf der Alpinabahn auf der größten Kirmes am Rhein

 

Seit 8 Jahren gehört das Training der Höhenretter zum Vorbereitungsprogramm auf die Kirmes

Die Höhenretter der Feuerwehr Düsseldorf üben vor Beginn der Kirmes auf den Oberkasseler Rheinwiesen die Rettung von Menschen aus Hochfahrgeschäften. Bereits seit acht Jahren erfolgt vor der Eröffnung des Volksfestes eine Begehung aller Fahrgeschäfte, die eine Höhe von mehr als 23 Metern aufweisen. Bis zu dieser Grenze kann noch die Drehleiter zur Menschenrettung eingesetzt werden. Alles was höher hinausgeht – es gibt Fahrgeschäfte, die eine Höhe von über 80 Metern haben – ist mit diesem Rettungsgerät nicht mehr zu erreichen.

Die Fahrgeschäfte auf der Rheinkirmes sind sicher und entsprechen dem technischen Standard. Trotzdem kann es beispielsweise durch eine Störung in der Stromversorgung dazu kommen, dass die Fahrgäste trotz eines Notbetriebes nicht auf den Boden abgelassen werden können. Um im Einsatzfall gut gerüstet zu sein, bereiten sich die Höhenretter der Feuerwehr auf die verschiedenen möglichen Szenarien vor. In enger Zusammenarbeit mit den Schaustellern sind spezielle Einsatzblätter erstellt worden, die jedes Jahr für die Kirmes aktualisiert werden. Darin sind rund zehn Hochfahrgeschäfte der Rheinkirmes mit den wichtigsten Daten erfasst, wie unter anderem die maximale Anzahl der Fahrgäste, Aufstiegsmöglichkeiten für die Höhenretter, die Höhe des Fahrgeschäftes sowie Ort und Art der Notentriegelung.

Wie wichtig eine gute Vorbereitung und das regelmäßige Training sind, zeigte der bislang personalintensivste Einsatz der Düsseldorfer Höhenretter Ende Juli 2017. Dort unterstützte die Spezialeinheit der Feuerwehr bei einem Großeinsatz in der Nachbarstadt Köln. Aufgrund eines technischen Defekts blieb die Seilbahn über den Rhein in der Domstadt stehen. Rund 77 Fahrgäste mussten einzeln aus den Gondeln befreit und teilweise auf das Kölner Löschboot heruntergelassen werden. Die Feuerwehr Düsseldorf war mit zwölf Höhenrettern über fünf Stunden vor Ort im Einsatz und unterstützte bei der Rettung mehrerer Menschen.

Gerade zwei Wochen zuvor hatten sich die Spezialisten aus der Landeshauptstadt den siebten Deutschen Meistertitel im Vergleich der Höhenrettungsgruppen der Feuerwehren gesichert. Von bislang 14 Wettkämpfen, die ausgetragen wurden, nahmen die Düsseldorfer an 12 teil. Bei zwei Turnieren war das Team aus der Landeshauptstadt der Veranstalter und durfte selber nicht antreten. Der diesjährige Vergleich findet dann im September in Köln statt. Dort werden die Retter rund um den leitenden Höhenretter Jörg Janssen wieder ihr Können unter Beweis stellen.

Die im Jahr 2001 gegründete Höhenrettungsgruppe der Feuerwehr umfasst derzeit 48 ausgebildete Feuerwehrmänner. Erst nach Abschluss der anderthalbjährigen Feuerwehrgrundausbildung und der medizinischen Qualifikation zum Rettungsassistenten oder Notfallsanitäter kann an einem Auswahlverfahren für den Höhenrettungslehrgang teilgenommen werden. Dieser dauert rund zwei Wochen. Dort wird nicht nur das theoretische Wissen vermittelt, sondern vor allem das Arbeiten und Sichern in exponierten Lagen sowie großen Höhen trainiert.

Mindestens 72 Fortbildungsstunden muss jeder Spezialist im Jahr ableisten, damit er weiter als Höhenretter eingesetzt werden kann. Dazu kommt die Sonderqualifikation der Seil- und Baumklettertechnik für alle Retter, die aus den Erfahrungen von Sturmtief „Ela“ aus dem Jahr 2014 resultieren. Bereits 2016 wurden dahingehend alle 48 Höhenretter in dieser Spezialtechnik fortgebildet. Täglich sind mindestens fünf Retter an der Feuerwache auf der Münsterstraße im Dienst und besetzen den Gerätewagen Höhenrettung. Damit rückten sie 2017 zu 92 Einsätzen aus.

 

Text: Landeshauptstadt Düsseldorf, Michael Buch.