Sor­gen für neues Grün an der Ceci­li­en­al­lee (v.r.): Doris Tör­kel (Lei­te­rin des Gar­ten­am­tes), Grün­de­zer­nen­tin Helga Stul­gies und Mat­thias Pasch (Gartenamt),©Landeshauptstadt Düsseldorf/David Young

 

127 Baum­pflan­zun­gen im Dezember/Tulpenbäume erset­zen Rosskastanien

Die Ross­kas­ta­ni­en­al­lee ent­lang der Ceci­li­en­al­lee weist aktu­ell viele Lücken auf, die durch Baum­krank­hei­ten und Sturm “Ela” geris­sen wur­den. Auf­grund der hohen Krank­heits­an­fäl­lig­keit der Ross­kas­ta­nien strebt das Garten‑, Fried­hofs- und Forst­amt in die­ser Allee einen suk­zes­si­ven Arten­wech­sel zum Tul­pen­baum an.

Grün­de­zer­nen­tin Helga Stul­gies hat am Frei­tag, 11. Dezem­ber, vor­ge­stellt, dass im Zuge der dies­jäh­ri­gen Pflanz­sai­son ins­ge­samt 87 Exem­plare des Tul­pen­baums ent­lang des Rhein­parks und 40 Zier­äp­fel auf der gegen­über­lie­gen­den Stra­ßen­seite der Ceci­li­en­al­lee gepflanzt wer­den. Mit die­sen Pflan­zun­gen wird ein Groß­teil der freien Berei­che in der Baum­al­lee wie­der geschlos­sen. Die Pflanz­ar­bei­ten haben am Don­ners­tag, 10. Dezem­ber, begon­nen und dau­ern etwa ein bis zwei Wochen.

Grün­de­zer­nen­tin Helga Stul­gies: “Die Lücken, die der Orkan ELA in diese stadt­bild­prä­gende Allee geschla­gen hat, wer­den nun geschlos­sen. Mit dem ein­ge­lei­te­ten Baum­ar­ten­wech­sel wird diese Allee auch in Zukunft den Rhein­park rah­men. Die Pflege und Ergän­zung des städ­ti­schen Baum­be­stan­des ist ein Bei­trag zur nach­hal­ti­gen Siche­rung der Lebens­be­din­gun­gen in die­ser Stadt.”

Ross­kas­ta­nien zei­gen deut­lich abneh­mende Vitalität
Die Ross­kas­ta­ni­en­al­lee an der Ceci­li­en­al­lee bil­det die öst­li­che Raum­kante des denk­mal­ge­schütz­ten Rhein­parks. Die Allee wurde 1906 gepflanzt und ist damit das letzte Relikt des Kai­ser-Wil­helm-Parks, der Vor­gän­ger­an­lage des heu­ti­gen Rhein­parks. In ihrer ursprüng­li­chen Aus­for­mung bestand diese Allee aus ins­ge­samt 340 Bäumen.

Durch den Sturm Ela wurde die Allee stark per­fo­riert und bestand im Jahr 2015 nur noch aus 252 Bäumen.
Die rund 114 Jahre alten Ross­kas­ta­nien (Aes­cu­lus hip­po­casta­num) zei­gen lei­der deut­lich eine Abnahme ihrer Vita­li­tät auf. Dies hat ver­schie­dene Ursachen.
Im Jahr 2007 wurde in Nord­rhein-West­fa­len ein neues Krank­heits­sym­ptom an Ross­kas­ta­nien nach­ge­wie­sen und inten­si­ver unter­sucht. Das Schad­bild der soge­nann­ten Kom­ple­x­er­kran­kung, aus­ge­löst durch das Bak­te­rium Pseu­do­mo­nas syringae aes­culi weist ein­zelne blu­tende Stel­len am Haupt­stamm sowie an den Ästen der infi­zier­ten Bäume auf, die spä­ter ein­trock­nen. Typisch ist eine damit ein­her­ge­hende Lau­bauf­hel­lung. Mit zuneh­men­der Erkran­kung ist das Wel­ken und Abster­ben ein­zel­ner Äste zu beob­ach­ten. Am Stamm und ein­zel­nen Ästen bil­den sich Risse. Unter­halb der infi­zier­ten blu­ten­den Stel­len ist das Gewebe braun ver­färbt. Diese Ver­fär­bun­gen sind lang gestreckt oder auch strei­fen­för­mig hell­braun bis rot­braun und teil­weise sehr stark näs­send. Zudem zei­gen sich häu­fig und vor­ran­gig am Stamm Pilz­frucht­kör­per, offen­sicht­lich als Sekun­där­schäd­linge. In der Folge tre­ten ver­mehrt Ast­brü­che, aber auch groß­flä­chige Rin­den­ab­lö­sun­gen auf, wodurch viele Bäume in der Folge absterben.

Neben die­ser hier nur kurz beschrie­be­nen Kom­ple­x­er­kran­kung lei­den Kas­ta­nien auch an ande­ren Bau­m­er­kran­kun­gen wie der Kas­ta­ni­en­blatt­bräune (Guig­nar­dia
aes­culi) und der gele­gent­lich auf­tre­ten­den Phythop­thora Erkran­kung. Der­zeit exis­tie­ren keine resis­ten­ten Züch­tun­gen oder Bekämp­fungs­mög­lich­kei­ten gegen das beschrie­bene Bak­te­rium, sodass eine Neu­pflan­zung mit der glei­chen Baum­art auf­grund poten­ti­el­ler Neu­in­fek­tio­nen von Jung­bäu­men nicht mög­lich ist.
Suk­zes­si­ver Arten­wech­sel zum Tul­pen­baum Um auch zukünf­tig das Stadt­bild in der Ceci­li­en­al­lee zu wah­ren, strebt das Garten‑, Fried­hofs- und Forst­amt einen suk­zes­si­ven Arten­wech­sel in die­ser Allee an.

Für die Rhein­seite der Ceci­li­en­al­lee stellt der Tul­pen­baum durch seine breite, säu­len­för­mige Kro­nen­ar­chi­tek­tur und sei­nem hohem Zier­wert eine opti­male Wahl dar. In Nord­ame­rika stand er zur Zeit des ame­ri­ka­ni­schen Bür­ger­krie­ges für Frei­heit und wurde sinn­bild­lich in vie­len Sied­lun­gen gepflanzt. Sei­nen Namen bekam er durch die attrak­ti­ven tul­pen­ar­ti­gen, gro­ßen gelb­li­chen Blü­ten, die von April bis Juni erschei­nen. Aber nicht nur die Blü­ten, son­dern auch die unge­wöhn­li­che Blatt­form besticht vor allem im Herbst mit ihrer gold­gel­ben Färbung.

Die heute noch vor­han­de­nen Kas­ta­nien blei­ben erhal­ten und wer­den in der Zukunft suk­zes­sive abhän­gig von ihrer Vita­li­tät durch Tul­pen­bäume ersetzt werden.

Die neuen Bäume leis­ten einen wich­ti­gen Bei­trag, die Fol­gen des Kli­ma­wan­dels abzu­mil­dern und tra­gen zur öko­lo­gi­schen Berei­che­rung der Bio­di­ver­si­tät der Stadt Düs­sel­dorf bei. Die nach­hal­tige Siche­rung der präch­ti­gen, stadt­bild­prä­gen­den Allee ist damit eben­falls gewährleistet.

Arten­wahl anhand “Zukunfts­baum­liste”
Bis heute wurde schon eine breite Selek­tion von neuen, wider­stand­fä­hi­ge­ren Stadt­baum­ar­ten in die Stra­ßen von Düs­sel­dorf gepflanzt, deren Eig­nung zuvor in Test­pflan­zun­gen durch unter­schied­li­che Insti­tu­tio­nen und Pro­jekte über­prüft wur­den. Die “Zukunfts­baum­liste” der Stadt Düs­sel­dorf benennt eine Viel­zahl von Bäu­men, die den sich ändern­den Kli­ma­be­din­gun­gen bes­ser ange­passt sind. Baum­ar­ten und Sor­ten wur­den nach ihren Eig­nun­gen, Fähig­kei­ten und Stand­orts­an­sprü­chen und ihrer öko­lo­gi­schen Bedeu­tung bewer­tet und kate­go­ri­siert. Zusätz­lich flie­ßen die lang­jäh­ri­gen Erfah­run­gen der Mit­ar­bei­ter des Garten‑, Fried­hofs- und Forst­am­tes in die Liste ein.

Die Zukunfts­baum­liste wird kon­ti­nu­ier­lich über­prüft und fort­ge­schrie­ben. Ein wei­te­res Kri­te­rium bei der Aus­wahl von Stra­ßen­bäu­men spielt der soge­nannte Stra­ßen­quer­schnitt. Die­ser hat einen erheb­li­chen Ein­fluss dar­auf, ob breit- oder schmal­kro­nige Bäume gesetzt werden.

Um eine Mono­kul­tur in der Stadt zu ver­mei­den, ver­sucht das Garten‑, Fried­hofs- und Forst­amt einen Baum­ar­ten­mix zu pflan­zen, der im Kli­ma­wan­del resis­ten­ter gegen anthro­po­gene Ein­flüsse und kli­ma­ti­sche Extreme ist. Bei der Aus­wahl wird für das gesamte Stadt­ge­biet eine mög­lichst hohe Arten­viel­falt mit einer gleich­mä­ßi­gen Ver­tei­lung angestrebt.

 

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