Foto: Bar­bara Schmitz

 

Am Frei­tag fand eine Kund­ge­bung auf der Wiese vor dem Land­tag NRW statt, zu der die Deutsch-Israe­li­sche Gesell­schaft Düs­sel­dorf (DIG) und die Gesell­schaft für Christ­lich-Jüdi­sche Zusam­men­ar­beit Düs­sel­dorf (GCJZ) ein­ge­la­den hat­ten. Mehr als 500 Teil­neh­mer kamen, um sich soli­da­risch mit Israel und den in Düs­sel­dorf leben­den Jüdin­nen und Juden zu zeigen.

Die Jüdi­sche Gemeinde Düs­sel­dorf, mit 7000 Mit­glie­dern die dritt­größte Gemeinde in Deutsch­land, ist bes­tens ver­netzt in der Stadt­ge­sell­schaft und nimmt aktiv am Düs­sel­dor­fer Brauch­tum teil. In der Lan­des­haupt­stadt, der Part­ner­stadt von Haifa, leben 180 Natio­nen fried­lich zusam­men und man schätzt diese beson­dere rhei­ni­sche Viel­falt der unter­schied­li­chen Kulturen.

Düs­sel­dorf ist ent­setzt über die Eska­la­tion der Gewalt in Israel und dar­über, daß die­ser Kon­flikt nun in Deutsch­land mas­sive anti­se­mi­ti­sche Demons­tra­tio­nen und eine Flut von Hass­bot­schaf­ten in den „sozia­len Medien“ aus­ge­löst hat. In Düs­sel­dorf wurde der Gedenk­stein der ehe­ma­li­gen Düs­sel­dor­fer Syn­agoge geschän­det und die israe­li­sche Flagge vor dem Rat­haus abgefackelt.

Michael Rubin­stein, der Direk­tor der Jüdi­schen Gemeinde Düs­sel­dorf, betonte, daß die Juden nicht für die israe­li­sche Poli­tik ver­ant­wort­lich seien, aber der Haß auf Israel auf die Juden pro­ji­ziert werde. Gegen anti­se­mi­ti­sche Aktio­nen würde oft­mals nichts unter­nom­men, son­dern ein­fach weg­ge­schaut. Viele Juden die in Deutsch­land zuhause sind, wür­den sich aus Angst vor Über­grif­fen und Anfein­dun­gen, öffent­lich nicht mehr zu ihrem Glau­ben bekennen.

Auch die Rede von Carina Göde­cke war sehr emo­tio­nal: “Hetze und Juden­hass haben nichts mit dem Recht auf freie Mei­nungs­äu­ße­rung zu tun. Wer Israel ver­nich­ten will, meint uns alle“.

Emil Bracht­häu­ser, der Vor­sit­zen­der der DIG Düs­sel­dorf: “Wir appel­lie­ren an die Ver­ant­wort­li­chen, nicht nur die Sicher­heits­stan­dards jüdi­scher Ein­rich­tun­gen einer Über­prü­fung zu unter­zie­hen, son­dern gegen Straf­ta­ten – und davon gibt es viele – mit gro­ßem Nach­druck vor­zu­ge­hen. Von Sei­ten der Poli­tik ist ver­spro­chen wor­den, sol­che Straf­ta­ten mit der vol­len Härte des Geset­zes zu bekämp­fen. Hieran wird sie sich mes­sen las­sen müssen.“

Julian Deter­ding über­mit­telte ein Gruß­wort von Dr. Marie-Agnes Strack-Zim­mer­mann, die durch ihre Arbeit im Bun­des­tag nicht an der Kund­ge­bung teil­neh­men konnte. Er erhielt spon­ta­nen Bei­fall, als er von sei­nen ganz per­sön­li­chen Erfah­run­gen als Jude berichtete.

Hier in Düs­sel­dorf, der Hei­mat­stadt von Hein­rich Heine, wer­den Anti­se­mi­tis­mus und Frem­den­feind­lich­keit nicht gedul­det! Das beton­ten alle Red­ner aus der Poli­tik und der Zivil­ge­sell­schaft. “Man sei gefor­dert, alles dafür zu tun, dass sich Juden bei uns sicher füh­len kön­nen und bei uns sicher sind.“

 

Es spra­chen: 
  • Dr. Ste­phan Kel­ler, Düs­sel­dor­fer Oberbürgermeister
  • Corinna Göde­cke, Vize­prä­si­den­tin des NRW-Landtags
  • Hen­rike Tetz, die Vor­sit­zende des För­der­krei­ses der Mahn- und Gedenk­stätte Düsseldorf
  • Michael Rubin­stein, der Direk­tor der Jüdi­schen Gemeinde Düsseldorf
  • Ste­fan Engst­feld, der Spre­cher der Par­la­men­ta­ri­er­gruppe Israel im Land­tag NRW
  • Tho­mas Kutschaty, der SDP-Frak­ti­ons­vor­sit­zende im NRW-Landtag
  • Dr. Mar­tin Fri­cke, Evan­ge­li­scher Vor­sit­zen­der der GCJZ
  • Olaf Lehne, Spre­cher der CDU-Land­tags­frak­tion NRW
  • Julian Deter­ding, stellv. Bezirks­bür­ger­meis­ter BV 7
  • Emil Bracht­häu­ser, der DIG-Vorsitzende
  • Phil­ipp J. But­ler-Ran­so­hof, DIG-Vize­prä­si­dent & Mode­ra­tor der Veranstaltung
  • Mark Lürbke, stellv. Vor­sit­zen­der der FDP-Fraktion-NRW