Stell­ten Ein­zel­hei­ten zum Bau­fort­schritt am 1. Bau­ab­schnitt der Stadt­bahn­li­nie U 81 vor: Mobi­li­täts­de­zer­nent Jochen Kral (li.) und Ste­phan Ueter, Tech­ni­scher Pro­jekt­lei­ter im Amt für Verkehrsmanagement,©Landeshauptstadt Düs­sel­dorf, Ingo Lammert

 

U‑Bahnhof Flug­ha­fen muss umge­plant werden

Grün­dungs­ar­bei­ten der Brü­cken­an­la­gen für die neue Stadt­bahn­stre­cke U 81 vom Flug­ha­fen bis zum Frei­li­grath­platz sind abgeschlossen/Arbeiten am Flug­ha­fen-Ter­mi­nal im vol­len Gange/Umplanung für das Gebiet des U‑Bahnhofs erforderlich

Der Vor­schub der Nord­stern­brü­cke läuft plan­mä­ßig, die Grün­dungs­ar­bei­ten der Brü­cken­an­la­gen für die neue Stadt­bahn­stre­cke der U 81 vom Flug­ha­fen bis Frei­li­grath­platz sind jetzt abge­schlos­sen. Den­noch steht der genaue Ter­min der Inbe­trieb­nahme des 1. Bau­ab­schnit­tes noch nicht fest. Wann die­ser sein wird, wird sich im nächs­ten Früh­jahr ent­schei­den. Grund ist eine unvor­her­seh­bare Umpla­nung, die sich aus einer sta­ti­sche Nach­weis­rech­nung erge­ben hat. Die Lan­des­haupt­stadt ver­folgt wei­ter das Ziel, die Stre­cke im Jahr 2024 zu eröff­nen. Ein­zel­hei­ten zum Bau­fort­gang haben am Mitt­woch, 22. Dezem­ber, Mobi­li­täts­de­zer­nent Jochen Kral und der Tech­ni­sche Lei­ter des Pro­jek­tes, Ste­phan Ueter, bei einem Medi­en­ter­min vorgestellt.

“Der Aus­bau des Stadt­bahn­net­zes dient der Ver­kehrs­wende und dem Kli­ma­schutz in der Lan­des­haupt­stadt Düs­sel­dorf. Des­halb wird der Flug­ha­fen Düs­sel­dorf mit der neuen Linie U 81 an das Stadt­bahn­netz ange­schlos­sen. Der erste Bau­ab­schnitt der geplan­ten Stadt­bahn­stre­cke ver­bin­det das Flug­ha­fen-Ter­mi­nal mit dem Frei­li­grath­platz, einem Ver­kehrs­kno­ten­punkt mit Anbin­dung zur City, an die Messe Düs­sel­dorf und die ‘Mer­kur-Spiel Arena’ sowie der Stadt Duis­burg im Nor­den. In Zukunft kön­nen die Fahr­gäste der Stadt­bahn inner­halb von nur zwei­ein­halb Minu­ten Fahrt­zeit vom Flug­ha­fen aus den Frei­li­grath­platz errei­chen — und umge­kehrt”, kün­digte Mobi­li­täts­de­zer­nent Jochen Kral bei dem Rund­gang über die Bau­stelle an. “Durch die­sen Lücken­schluss im Ver­kehrs­netz wol­len wir zudem die Innen­stadt vom Ver­kehr ent­las­ten. Aller­dings hat sich lei­der eine mög­li­che Ter­min­ver­zö­ge­rung erge­ben”, erläu­terte der Mobilitätsdezernent.

Grund ist die ver­trag­li­che Ver­pflich­tung, dass die Trag­kon­struk­tion des zukünf­ti­gen Tief­bahn­ho­fes der U 81 am Flug­ha­fen­ter­mi­nal die Las­ten aus der zukünf­ti­gen Flug­ha­fen­be­bau­ung auf­neh­men muss. Erst mit der zur­zeit lau­fen­den Aus­füh­rungs­pla­nung konnte eine sta­ti­sche Nach­weis­rech­nung, ein so genann­ter Durch­stanz­nach­weis, unter Ansatz sämt­li­cher bei die­ser Kon­struk­tion mög­li­chen Rand­be­din­gun­gen und sta­ti­schen Vari­an­ten geführt wer­den. Das Ergeb­nis ist eine nicht vor­her­seh­bare Umpla­nung. Sie betrifft den Roh­bau und Aus­bau des U‑Bahnhofes. Eine belast­ba­rere Ein­schät­zung der Ter­min­aus­wir­kun­gen auf die Inbe­trieb­nahme kann erst im Früh­jahr 2022 erfol­gen. Vor­sorg­lich wird daher ein alter­na­ti­ves Trans­port­sze­na­rio für die Fans der EURO 2024, die auch in Düs­sel­dorf statt­fin­det, erarbeitet.

Gebaut wird an vie­len Stel­len der Stre­cke gleichzeitig
Nichts­des­to­trotz schrei­ten die Bau­ar­bei­ten für die Trasse der neuen Stadt­bahn-Linie U 81 wei­ter voran. Inzwi­schen sind die Grün­dungs­ar­bei­ten für die Brü­cken­bau­werke abge­schlos­sen. Dies gilt eben­falls für die Bau­gru­ben-Umschlie­ßung am Flug­ha­fen-Ter­mi­nal. “Gebaut wird ent­lang der 1,9 Kilo­me­ter lan­gen Stre­cke an vie­len Stel­len gleich­zei­tig”, erklärte Flo­rian Reeh, Lei­ter des Amtes für Ver­kehrs­ma­nage­ment. So läuft seit Som­mer der Vor­schub für die neue Brü­cke Nord­stern, die im Takt­schie­be­ver­fah­ren errich­tet wird. “Auf die Reise geschickt” wurde zunächst die Stahl­kon­struk­tion mit dem so genann­ten Vor­bau­schna­bel. Das ist ein pro­vi­so­ri­sches Trage-Ele­ment, das wäh­rend der Bau­zeit zur Last­ab­tra­gung auf den Stüt­zen dient. Alle fünf Stütz­pfei­ler ste­hen bereits. Im Novem­ber wurde der dritte Brü­cken­ab­schnitt (Takt) vom Flug­ha­fen aus in Rich­tung Frei­li­grath­platz verschoben.

Mit Bau­be­ginn im Okto­ber 2019 wur­den zunächst die vor­han­de­nen Ver- und Ent­sor­gungs­lei­tun­gen aus dem Bau­feld her­aus­ver­legt und neue Lei­tun­gen gelegt sowie mit dem bestehen­den Netz ver­bun­den. “Doch im Unter­grund fand sich man­ches ‘Schätz­chen’, da die Bestands­pläne nicht immer stimm­ten”, führte Ste­phan Ueter, Tech­ni­scher Pro­jekt­lei­ter im Amt für Ver­kehrs­ma­nage­ment aus. Den­noch konn­ten im Herbst 2020 die Roh­bau­ar­bei­ten für die Stadt­bahn­stre­cke pünkt­lich star­ten. Von Bau­be­ginn bis heute fin­den in allen Stre­cken­ab­schnit­ten Kampf­mit­tel-Son­die­rungs­ar­bei­ten statt. Schließ­lich war der 1927 eröff­nete Flug­ha­fen im Zwei­ten Welt­krieg ab 1943 Ziel von Flie­ger­an­grif­fen der Alli­ier­ten. Bis­lang wurde bei den Erd­ar­bei­ten jedoch nur eine kleine Brand­bombe entdeckt.

U‑Bahnhof Flug­ha­fen Ter­mi­nal ent­steht in offe­ner Bauweise
Im vol­len Gange sind die Arbei­ten am Flug­ha­fen-Ter­mi­nal. In der etwa 15 Meter tie­fen Bau­grube zwi­schen dem Mari­tim-Hotel und den Air­port-Park­plät­zen P 12 und P 25 ste­hen bereits die Schlitz­wände. Sie ver­hin­dern, dass Erde in den unter­ir­di­schen Bau nach­rut­schen kann und schüt­zen die Grube vor Grund­was­ser. Dort ent­ste­hen in offe­ner Bau­weise der gut 180 Meter lange bar­rie­re­freie U‑Bahnhof “Flug­ha­fen Ter­mi­nal” für die U 81 und ein 210 Meter lan­ger Stre­cken­tun­nel sowie eine Tun­nel­rampe. Die Bau­werke wer­den vor Ort in Beton gegos­sen. Nach Fer­tig­stel­lung des Roh­baus wird der obere Ver­bau zurück­ge­baut und die Bau­grube wie­der verfüllt.

Aus dem Tun­nel kom­mend wer­den die Stadt­bah­nen Rich­tung Frei­li­grath­platz auf einer 300 Meter lan­gen Stre­cke ober­ir­disch fah­ren. Über eine Brü­cken­rampe geht es dann auf eine rund 100 Meter lange Brü­cke. Dort wird die Linie 81 in Höhe Tor 1, dem Haupt­zu­gang für den Flug­ha­fen-Betrieb, die Flug­ha­fen­straße, einen neuen Rad­schnell­weg und einen Geh­weg que­ren. Wei­ter wird die Fahrt etwa in Höhe der Feu­er­wa­che Nord über einen rund 180 Meter lan­gen Damm­ab­schnitt füh­ren. Er wird als Stahl­be­ton­trog in Hoch­lage aus­ge­führt und direkt an die Brü­cke Nord­stern angeschlossen.

Vor­schub eines Brü­cken­ab­schnitts dau­ert bis zu zehn Stunden
Die neue Brü­cke Nord­stern wird sich auf einer Gesamt­länge von 438 Metern über das Flug­ha­fen­ge­lände nörd­lich der A44-Aus­fahrt im wei­ten Bogen über den Ver­kehrs­kno­ten Nord­stern bis zum Wider­la­ger an der Lili­en­thal­straße erstre­cken. Die Stahl­brü­cke wird auf fünf Stütz­pfei­lern auf­lie­gen. Die Stahl­ele­mente für die zwölf Meter breite und sechs­feld­rige Brü­cke wer­den mit Schwer­trans­por­tern über die A44 ange­lie­fert. Für die Kon­struk­tion des Inge­nieur­bau­werks vor Ort wurde ein Mon­ta­ge­ge­rüst — der so genannte Takt­kel­ler — gebaut. Dort wer­den die Brü­cken­ele­mente zusam­men­ge­schweißt und erhal­ten einen Kor­ro­si­ons­schutz. Die fer­ti­gen und rund 50 Meter lan­gen Brü­cken­ab­schnitte wer­den anschlie­ßend aus Rich­tung Flug­ha­fen zum Frei­li­grath­platz über die fünf Pfei­ler ver­scho­ben — Takt für Takt. Der Vor­schub eines Brü­cken­ab­schnitts dau­ert zwi­schen acht und zehn Stun­den. Ins­ge­samt fin­den bis vor­aus­sicht­lich Mai 2022 neun Teil­ver­schübe statt. Dann ist die Stahl­bau­grund­mon­tage been­det, und die Restroh­bau­mon­tage schließt sich bis Ende 2022 an.

Über eine wei­tere Rampe in Insel­lage zwi­schen den Glei­sen der U 79 wird die U 81 die Brü­cke ver­las­sen und zur Hal­te­stelle Frei­li­grath­platz fah­ren. Die bei­den Sei­ten­bahn­steige dort müs­sen für die neue Stadt­bahn­li­nie, die mit maxi­mal 3‑Wa­gen-Zügen unter­wegs sein wird, um 30 Meter auf eine Gesamt­länge von 90 Metern ver­län­gert werden.

Die vor­läu­fi­gen Gesamt­kos­ten für den Bau der Stadt­bahn-Trasse belau­fen sich auf rund 256 Mil­lio­nen Euro. Jedoch ist auch die­ses Groß­pro­jekt den zur­zeit nicht zu kal­ku­lie­ren­den Risi­ken aus der Pan­de­mie, der all­ge­mein ange­spann­ten Markt­si­tua­tion und der Mate­ri­al­be­schaf­fungs­pro­ble­ma­tik unterworfen.

Anlie­ger-Manage­ment
Mit Blick auf eine trans­pa­rente und kon­struk­tive Kom­mu­ni­ka­tion hat die Stadt für die Anlie­gern einen per­sön­li­chen Ansprech­part­ner benannt. Für alle Fra­gen, die mit den Bau­ar­bei­ten der neuen Stadt­bahn-Linie 81, 1. Bau­ab­schnitt, zu tun haben, steht Anlie­ger­be­treuer Heinz Schulze unter Tele­fon 0211–8993859 oder per E‑Mail an: u81.anlieger@duesseldorf.de zur Verfügung.

Daten, Zah­len, Fak­ten 1. Bau­ab­schnitt U81

  • Länge des 1. Bau­ab­schnitts: 1,9 Kilometer
  • Länge Tun­nel inklu­sive U‑Bahnhof: 400 Meter
  • Länge Brü­cke über Nord­stern zwi­schen den Ram­pen: 438 Meter
  • Pro­jekt­start: Sep­tem­ber 2011
  • Bedarfs­be­schluss: Novem­ber 2013
  • Vari­an­ten­be­schluss: Okto­ber 2014
  • Plan­fest­stel­lungs­ver­fah­ren: ab Sep­tem­ber 2015 bis Juni 2019
  • Aus­füh­rungs- und Finan­zie­rungs­be­schluss: Januar 2019
  • Zuwen­dungs­ver­fah­ren: ab April 2019
  • Bau­be­ginn: Okto­ber 2019 — geplante Inbe­trieb­nahme: 2024
  • Gesamt­kos­ten gemäß Beschluss: rund 256 Mil­lio­nen Euro

Wei­tere geplante Bau­ab­schnitte U 81
Für die Umset­zung der neuen Stadt­bahn­stre­cke U 81 sind fol­gende Bau­ab­schnitte vorgesehen:

  • 1. Bau­ab­schnitt: Frei­li­grath­platz – Flughafen-Terminal
  • 2. Bau­ab­schnitt (Rhein­que­rung): Mer­kur Spiel-Arena/­Messe Nord – Handweiser/Lörick – (Neuss Hbf/-Kre­feld, Rheinstraße)
  • 3. Bau­ab­schnitt: Flug­ha­fen-Ter­mi­nal – Flughafen-Bahnhof
  • 4. Bau­ab­schnitt: Flug­ha­fen-Bahn­hof – Ratin­gen West

U 81/2. Bau­ab­schnitt, Rheinquerung
Der zweite Bau­ab­schnitt der U81, die soge­nannte Rhein­que­rung, ver­län­gert die Stadt­bahn­trasse in den links­rhei­ni­schen Raum und soll zukünf­tig die Messe ab der Sta­tion Arena/Messe Nord über eine Rhein­que­rung mit Anschlüs­sen bis nach Düs­sel­dorf-Lör­rick, Neuss, Meer­busch und Kre­feld ver­bin­den. Zur Tras­sen­fin­dung fand von Sep­tem­ber 2020 bis Sep­tem­ber 2021 ein reger Betei­li­gungs­pro­zess statt.

U 81/3. Bau­ab­schnitt, Flug­ha­fen-Ter­mi­nal – Flughafen-Bahnhof
Der dritte Bau­ab­schnitt stellt eine neue Stadt­bahn­trasse zwi­schen Flug­ha­fen-Ter­mi­nal und Flug­ha­fen-Bahn­hof dar. In einer Tras­sen­si­che­rungs­pla­nung wur­den ver­schie­dene Vari­an­ten unter­sucht, und es wurde eine Vor­zugs­va­ri­ante fest­ge­legt. Die geplante Trasse hat eine Länge von rund 3 Kilometern.

U 81/4. Bau­ab­schnitt, Flug­ha­fen-Bahn­hof – Ratin­gen West
Der vierte Bau­ab­schnitt ist ein Pro­jekt der Zukunft und umfasst die Stre­cke zwi­schen Flug­ha­fen-Bahn­hof und Ratin­gen West. Vom Flug­ha­fen-Bahn­hof schwenkt die Trasse nach Osten ab.