Chris­tine Rach­ner (Stif­tung Ger­res­heim Gemein­sam), Gerda Stei­nert und Michael Bro­cker­hoff  (Bür­ger­stif­tung Ger­ri­cus) (v.l.) hal­fen bei der Aus­gabe der Tor­nis­ter. Foto: Paul Esser

 

Ziel­si­cher greift Asmaa nach einem pink-blauen Tor­nis­ter mit Krone und Ster­nen. Für die ande­ren auf­ge­reih­ten Schul­ran­zen hat die Sechs­jäh­rige kei­nen Blick über. Die Fra­gen ihrer Eltern, ob nicht doch andere Mus­ter und Design schö­ner seien, ver­un­si­chern sie nicht, son­dern sie bleibt uner­schüt­ter­lich bei ihrem ers­ten Entschluss.

Als dann Gerda Stei­nert, ehren­amt­li­che Mit­ar­bei­te­rin der Cari­tas-Dia­ko­nie-Sprech­stunde, in den Tor­nis­ter greift und ihr den dazu­ge­hö­ri­gen Turn­beu­tel, sowie Federmäpp­chen und Schlam­permäpp­chen im sel­ben Design zeigt, strahlt das Mäd­chen freu­dig über­rascht. Und Farb­kas­ten, Zei­chen­block und Bunt­stifte, die es als wei­te­res Zube­hör gibt, will sie gleich in ihren neuen Tor­nis­ter packen. Es tut den Eltern sicht­lich gut, dass sich ihre Toch­ter jetzt noch mehr auf den ers­ten Schul­tag freut.

Sie gehö­ren zu dem Kreis bedürf­ti­ger Eltern, die in der Cari­tas-Dia­ko­nie-Sprech­stunde der evan­ge­li­schen und katho­li­schen Kir­chen­ge­meinde Ger­res­heim bei­spiels­weise mit Lebens­mit­tel­gut­schei­nen und auch Bera­tung unter­stützt wer­den. Dazu gehört auch das Ange­bot einer ers­ten Schul­aus­rüs­tung. Nach  einer Anmel­dung konn­ten sie ver­gan­ge­nen Diens­tag  zusam­men mit ihren Kin­dern die Tor­nis­ter im Gemein­de­zen­trum der evan­ge­li­schen Kir­che abholen.

 Die Kos­ten für die nagel­neuen Tor­nis­ter-Sets und Zube­hör für  ins­ge­samt 30 I‑Dötzchen aus Fami­lien, denen es finan­zi­ell gese­hen nicht so gut geht, tei­len sich die Bür­ger­stif­tung Ger­ri­cus und die evan­ge­li­sche Stif­tung „Ger­res­heim Gemein­sam“. In die­sem Jahr gab auch das Netz gegen Armut einen finan­zi­el­len Zuschuss. Das Spiel­wa­ren­fach­ge­schäft „Hobby und Spiel Mül­ler“ stellt die Tor­nis­ter und die Schu­lu­ten­si­lien zum Ein­kaufs­preis zur Verfügung.

 „Ich finde diese schon fast tra­di­tio­nelle Aktion eine gute  Idee“, sagt Ehren­amt­le­rin Gerda Stei­nert, die Ein­kauf und Aus­gabe der Tor­nis­ter maß­geb­lich mit orga­ni­siert hat. Denn sie stärke das Selbst­wert­ge­fühl der Kin­der, weil sie mit neuen — und nicht gebrauch­ten Tor­nis­tern — zur Schule gehen könn­ten. So sei die Armut nicht sicht­bar. Das sei wich­tig, weil Kin­der nicht stig­ma­ti­siert wür­den, erklärt sie.

Es ist die neunte  Ger­res­hei­mer „Tor­nis­ter Aktion“, bei der sich die Bür­ger­stif­tung Ger­ri­cus, die evan­ge­li­sche Stif­tung „Ger­res­heim Gemein­sam“ und „Hobby und Spiel Mül­ler“ zusam­men­ge­tan haben.