1. Die neuen bar­rie­re­freien Bahn­steige an der Hal­te­stelle „Ven­loer Straße“ “prä­sen­tier­ten heute: Mat­thias Fal­ken­ha­gen (Inves­ti­ti­ons­för­de­rung, Ver­kehrs­ver­bund Rhein-Ruhr), Hamit Özde­mir (Pro­jekt­in­ge­nieur Ver­kehrs­an­la­gen- und Stre­cken­pla­nung Nie­der­flur, Rhein­bahn), Dr. Andreas Fer­lic (Lei­ter Pla­nung Ver­kehrs­an­la­gen, Rhein­bahn) und Dr. Bernd Ken­te­nich (Lei­ter Stra­ßen­bau, Amt für Ver­kehrs­ma­nage­ment, Stadt Düsseldorf).

 

Der bar­rie­re­freie Aus­bau der Hal­te­stelle „Ven­loer Straße“ ist wie geplant nach drei Mona­ten abge­schlos­sen. Die drei Bahn­steige der Linien 701, 705 und 707 waren vor­her räum­lich getrennt auf der Nord­straße und der Duis­bur­ger Straße. Die bei­den neuen Bahn­steige lie­gen auf der Nord­straße, sind par­al­lel ange­ord­net und ver­bes­sern nicht nur den Kom­fort und die Erreich­bar­keit, son­dern auch die Ori­en­tie­rung und die Umstei­ge­mög­lich­kei­ten für die Fahr­gäste. Sie sind plan­mä­ßig am Mon­tag, 29. August, um 4 Uhr, in Betrieb gegangen.

Die Hal­te­stelle „Ven­loer Straße“ bestand bis­her aus drei Sei­ten­bahn-stei­gen. Die bei­den Steige in Rich­tung Drei­eck sind nun zu einem in der Nord­straße zusam­men­ge­fasst, so dass alle drei Linien an der glei­chen Stelle hal­ten. Zwei moderne Bahn­steige kön­nen die Fahr­gäste jetzt nut­zen; sie sind auf 60 Meter ver­län­gert, erhöht und mit tak­ti­len Leit­sys­te­men, gesi­cher­ten Über­we­gen, trans­pa­ren­ten, ein­seh­ba­ren War­te­hal­len und digi­ta­len Anzei­ge­ta­feln mit Vor­le­se­funk­tion aus­ge­stat­tet. Mit über 6.000 ein- und aus­stei­gen­den Fahr­gäs­ten pro Tag hat diese Hal­te­stelle eine hohe Bedeu­tung: „Der bar­rie­re­freie Aus­bau erleich­tert die Nut­zung unse­res Ange­bots für alle Men­schen, vor allem aber für mobi­li­täts­ein­ge­schränkte Fahr­gäste. Bar­rie­re­frei­heit ist ein wich­ti­ger Fak­tor, um den Nah­ver­kehr noch attrak­ti­ver zu machen und noch mehr Men­schen zum Umstei­gen auf unsere kli­ma­freund­li­che Mobi­li­tät zu bewe­gen“, so Dr. Andreas Fer­lic, Lei­ter Pla­nung Ver­kehrs­an­la­gen bei der Rheinbahn.

Berück­sich­tigt ist auch, dass die Hal­te­stel­len in einer Haupt­ge­schäfts­straße mit Außen­gas­tro­no­mie lie­gen. In Abstim­mung mit der Stadt Düs­sel­dorf ist der Bahn­steig in Rich­tung Drei­eck daher auf einer Länge von knapp 17 Metern nur zwei Meter breit, um den Anfor­de­run­gen vor Ort gerecht zu wer­den. Die Bahn­steig­kan­ten sind mit einem soge­nann­ten „Com­bi­bord“ ver­se­hen, sodass bei Bedarf auch Ersatz­busse hier niveau­gleich hal­ten können.

Pilot­pro­jekt „VeloG­leis“
Zudem tes­tet die Rhein­bahn an die­ser Stelle deutsch­land­weit erst­ma­lig im ganz nor­ma­len Lini­en­ver­kehr ein soge­nann­tes „VeloG­leis“, also ein fahr­rad­si­che­res Gleis. Die­ses war zuerst in Basel im Ein­satz, in Deutsch­land bis­her nur auf Betriebs­hö­fen. Auf der Nord­straße sind jetzt vor und hin­ter der Hal­te­stelle stadt­ein­wärts auf einer Länge von je zehn Metern die Ril­len der Schie­nen mit einem Elas­to­mer ver­füllt, das sich absenkt, wenn die Bah­nen dar­über fah­ren, jedoch nicht bei Fahr­rä­dern oder Pkw. Das macht das Über­que­ren der Gleise für Rad­fah­rende
siche­rer, weil sie nicht mit dem Rei­fen in die Ril­len gera­ten können.

„Wir wol­len Erfah­run­gen mit dem VeloG­leis sam­meln und tes­ten es daher räum­lich begrenzt an die­ser Stelle. Dafür neh­men wir einen Kos­ten­auf­wand von über 3.000 Euro pro Meter Gleis beim Ein­bau und bei der Instand­hal­tung in Kauf“, erklärt Hamit Özde­mir, Pro­jekt­in­ge­nieur Ver­kehrs­an­la­gen- und Stre­cken­pla­nung Niederflur.

Inves­ti­tio­nen
Die Rhein­bahn hat rund 1,9 Mil­lio­nen Euro in die Moder­ni­sie­rung der Hal­te­stelle inves­tiert. Den bar­rie­re­freien Aus­bau hat der Ver­kehrs­ver­bund Rhein-Ruhr (VRR) aus Mit­teln des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len geför­dert. „Wir freuen uns, dass durch die För­de­rung und den Aus­bau die­ser Hal­te­stelle ein wei­te­rer Schritt in Rich­tung Bar­rie­re­frei­heit im Nah­ver­kehr erfolgt und ins­be­son­dere mobi­li­täts­ein­ge­schränkte Per­so­nen einen bes­se­ren Zugang zu den Bah­nen erhal­ten“, so Mat­thias Fal­ken­ha­gen von der Inves­ti­ti­ons­för­de­rung des Ver­kehrs­ver­bun­des Rhein-Ruhr.

Noch mehr Moder­ni­sie­rung
lm Rah­men des Umbaus haben Stadt und Rhein­bahn gemein­sam auch die Geh­wege erneu­ert, die an die Bahn­steige gren­zen. Umfang­rei­che Arbei­ten an den Was­ser­lei­tun­gen und Ent­wäs­se­rungs­an­la­gen, Kabel­tief­bau, Fahr­lei­tungs­re­gu­lie­run­gen, Moder­ni­sie­rung der Gleise stadt­ein­wärts auf über 200 Metern, Erneue­rung der Nie­der­span­nungs- und Nach­rich­ten­tech­nik, der Beleuch­tung und der Ampel­an­la­gen gehör­ten eben­falls dazu. Drei Bäume, die gefällt wer­den muss­ten, ersetzt die Rhein­bahn durch drei Neu­pflan­zun­gen im kom­men­den Herbst. Dort, wo bis­her der Bahn­steig in der Duis­bur­ger Straße lag, sind drei Park­plätze und eine Lade­zone entstanden.

Die Pla­nun­gen für den nächs­ten bar­rie­re­freien Aus­bau lau­fen schon: Die Hal­te­stelle „Drei­eck“ wird von Ende Mai bis Ende Sep­tem­ber 2023 umgebaut.