Kana­da­gänse Foto: LOKALBÜRO

 

Kana­da­gans-Bestand wei­ter zurück­ge­gan­gen, Anteil an Jung­vö­geln bei elf Prozent

Das Garten‑, Fried­hofs- und Forst­amt zieht nach dem fünf­ten Jahr des Gän­se­ma­nage­ments eine posi­tive Bilanz. Erst­mals seit Beginn des Manage­ments im Jahr 2017 wur­den im Stadt­ge­biet ins­ge­samt weni­ger Kana­da­gänse gezählt.

Beim Gän­se­ma­nage­ment beob­ach­tet das Gar­ten­amt die Anzahl der Kana­da­gänse in den Parks und im gesam­ten Stadt­ge­biet jeweils getrennt. Im gesam­ten Stadt­ge­biet leben nach die­ser Erhe­bung aktu­ell 1.168 Gänse, davon 915 in den Parkanlagen.

Zum Ver­gleich:
In den Jah­ren 2009 bis 2017 hatte sich die Anzahl der Tiere in den Parks von etwa 329 auf 966 Tiere ver­drei­facht, im gesam­ten Stadt­ge­biet von 700 auf etwa 1.400 Tiere ver­dop­pelt. Mit einem wei­te­ren Anwach­sen der Popu­la­tion musste gerech­net wer­den. Vor dem Hin­ter­grund der Wachs­tums­ra­ten der Vor­jahre wäre – ohne das Gän­se­ma­nage­ment – für 2022 eine Popu­la­tion von über 1.500 Kana­da­gän­sen zu erwar­ten gewe­sen. Die durch die Maß­nah­men erreich­ten Zah­len lie­gen nun in etwa auf dem Niveau vor der Brut­sai­son 2016.

Redu­zie­rung der Jung­vö­gel durch Gelegemanagement
Eine externe Fach­gut­ach­te­rin beglei­tet das Pro­jekt, sie über­nimmt auch die Ei-Ent­nahme. Mit der fach­li­chen Beglei­tung wur­den aus jedem gefun­de­nen Gänse­nest in den Park­an­la­gen alle bis auf ein oder zwei Eier ent­nom­men. Es ist not­wen­dig, die Rest-Eier im Nest zu belas­sen, weil die Vögel ande­ren­falls eine wei­tere Brut begin­nen wür­den. Ins­ge­samt wur­den in die­sem Jahr fast 800 Eier entnommen.

Nach Abschluss der Ei-Ent­nahme wur­den die Bestände und der Anteil an Jung­vö­gel gezählt. Vor Beginn des Gän­se­ma­nage­ments betrug der Anteil der Jung­vö­gel stets um 20 Pro­zent, im Jahr 2013 sogar mehr als 30 Pro­zent. Die Gelege-Ent­nahme führte zu einem Jung­vo­gel­an­teil von unter zehn Pro­zent im Jahr 2018, 13 Pro­zent im Jahr 2019, elf Pro­zent im Jahr 2020, sie­ben Pro­zent im Jahr 2021 und elf Pro­zent im Jahr 2022.

Hin­der­lich bei der Begren­zung der Gänse­po­pu­la­tion ist das Füt­tern der Vögel. Nach der Stra­ßen­ord­nung der Lan­des­haupt­stadt Düs­sel­dorf besteht bereits ein Füt­te­rungs­ver­bot für wild­le­bende Tiere, also auch für Kana­da­gänse. Hin­weis­schil­der machen an rele­van­ten Orten in Park­an­la­gen dar­auf auf­merk­sam und sol­len so die Öffent­lich­keit sen­si­bi­li­sie­ren. Das Ver­bot wird durch Mit­ar­bei­ter der Stadt kon­trol­liert und geahndet.

Trotz aller Anstren­gun­gen bleibt fest­zu­hal­ten, dass es wei­ter­hin eine hohe Anzahl an Gän­sen in den Düs­sel­dor­fer Park­an­la­gen und damit auch Ver­schmut­zun­gen geben wird. Die Kot­be­las­tung ist trotz rück­gän­gi­ger Anzahl in eini­gen Parks immer noch hoch. Für die Haupt­zei­ten, in denen sich die Gänse in den Park­an­la­gen auf­hal­ten, wur­den häu­fige Pfle­ge­inter­valle bei­be­hal­ten. In ers­ter Linie wer­den beson­ders stark fre­quen­tierte Berei­che gereinigt.

Am Elb­see wird die Vogel­in­sel für Aus­tern­fi­scher, Fluß­re­gen­pfeif­fer und Möwen opti­miert, indem die kie­si­gen Boden­be­rei­che vom Bewuchs frei­ge­hal­ten wer­den. Die Möwen fres­sen unter ande­rem auch Gän­se­eier und redu­zie­ren so die Bestände an den Seen.

Bedingt durch die hohe Lebens­er­war­tung der Gänse müs­sen die Bestre­bun­gen zur Redu­zie­rung der Bestände in den kom­men­den Jah­ren fort­ge­setzt werden.

Sta­tis­tik seit Beginn des Gänsemanagements

Anzahl Gänse im Stadt­ge­biet: 1364 (2017); 1362 (2018); 1328 (2019); 1437 (2020); 1284 (2021); 1168 (2022)

Anzahl Gänse in den Parks: 966 (2017); 923 (2018); 907 (2019); 967 (2020); 878 (2021); 915 (2022)

Anteil Jung­vö­gel in den Parks: 18 Pro­zent (2017); 9 Pro­zent (2018); 13 Pro­zent (2019); 11 Pro­zent (2020); 7 Pro­zent (2021); 11 Pro­zent (2022)