©SHA Scheff­ler Hel­bich Archi­tek­ten GmbH, GINA Bar­ce­lona Architects

 

Anläss­lich des Neu­baus des Städ­ti­schen Gym­na­si­ums am Hein­zel­männ­chen­weg sol­len ins­ge­samt drei künst­le­ri­sche Ent­würfe rea­li­siert wer­den. Aus­ge­lobt wurde der Kunst am Bau-Wett­be­werb von der Kunst­kom­mis­sion der Lan­des­haupt­stadt Düs­sel­dorf. Im Sep­tem­ber kürte sie die drei sie­gen­den Ent­würfe. Der Kul­tur­aus­schuss hat in sei­ner Sit­zung am Don­ners­tag, 3. Novem­ber, die Rea­li­sie­rung der Kunst­werke beschlos­sen. Für die Rea­li­sie­rung ste­hen ins­ge­samt bis zu 126.000 Euro zur Verfügung.

In einem gela­de­nen, ein­pha­si­gen und anony­men Ver­fah­ren haben acht Künst­le­rin­nen und Künst­ler ihre Ent­würfe ein­ge­reicht. Ziel des Wett­be­werbs war es, sich mit orts­spe­zi­fi­schen Ent­wür­fen auf die geplante Archi­tek­tur des Gebäu­des zu bezie­hen und das Pro­fil der neu­ge­grün­de­ten Schule zu schär­fen und sicht­bar zu machen.

Die Boden­ar­beit “Füt­tere alle deine Ali­ens” von Liza Die­kwisch soll zukünf­tig im Bereich vor der Mensa rea­li­siert wer­den. Der künst­le­risch gestal­tete Schrift­zug ermu­tigt auf humor­volle Weise die Schü­le­rin­nen und Schü­ler zum krea­ti­ven, freien und unab­hän­gi­gen Den­ken und moti­viert gleich­zei­tig zur Ent­wick­lung einer eige­nen Persönlichkeit.

An ande­rer Stelle wer­den sich ent­lang der Magis­trale weiße Pfeile im Boden schlän­geln, die das emo­tio­nale Chaos, das die jugend­li­che Ent­wick­lung prägt, spie­le­risch auf­greift. Man­che Pfeile füh­ren ins Leere, man­che zei­gen auf kleine Metall­fi­gu­ren, die unter­schied­li­che Emo­tio­nen zei­gen. Ganz egal, wel­chen Weg die Schü­le­rin­nen und Schü­ler ein­schla­gen, am Ende steht fest: “Du bist okay”, so der Titel des Ent­wurfs von Jan Hoeft.

Eta­gen­über­grei­fend ist die Kom­po­si­tion einer indi­vi­du­el­len Schul­klin­gel, eine Sound­ar­beit der Künst­le­rin Suse Weber. Grund­lage der Klang­ge­win­nung bie­tet dabei die Bio­da­ten­so­ni­fi­ka­tion, eine Methode, die Impulse von Pflan­zen in Töne umwan­delt. An der Kom­po­si­tion sol­len sich auch die Schü­le­rin­nen und Schü­ler betei­li­gen können.

Suse Weber wurde 1970 in Leip­zig gebo­ren. Sie lebt und arbei­tet in Brüs­sel. Von 1995 bis 2000 stu­dierte sie Bil­dende Kunst an der Hoch­schule der Künste in Ber­lin bei Georg Bas­elitz und Elek­tro­akus­ti­sche Musik bei Mar­tin Sup­per. 1998 absol­vierte Weber ein Gast­stu­dium am Royal Col­lege in Lon­don. Sie arbei­tet mit Skulp­tur, Instal­la­tion, Sound und Per­for­man­ces, wobei ihre Werke häu­fig auf eige­nen Beob­ach­tun­gen oder bestehen­den Struk­tu­ren basieren.

Liza Dieck­wisch wurde 1989 in Kiel gebo­ren. Sie lebt und arbei­tet in Kiel und Düs­sel­dorf. An der Kunst­aka­de­mie Düs­sel­dorf stu­dierte sie Male­rei bei Katha­rina Grosse. Ihre Arbei­ten wur­den unter ande­rem mit dem Nord­west­kunst­preis der Kunst­halle Wil­helms­ha­ven (2020), dem Arbeits­sti­pen­dium der Stif­tung Kunst­fonds (2019) und dem För­der­preis für Bil­dende Kunst der Stadt Düs­sel­dorf (2017) aus­ge­zeich­net. 2022/23 ist sie Sti­pen­dia­tin der Villa Mas­simo in Rom.

Jan Hoeft wurde 1981 in Blan­ken­burg gebo­ren. Er lebt und arbei­tet in Köln, wo er von 2006 bis 2012 an der Kunst­hoch­schule für Medien stu­dierte. Zuvor besuchte er die Aka­de­mie der Bil­den­den Künste in Karls­ruhe. Seine ana­ly­ti­schen, oft spie­le­risch-iro­ni­schen Arbei­ten ver­bin­den unter­schied­li­che Medien wie Foto­gra­fie, Video oder bild­haue­ri­sche Konstruktionen.

Hin­ter­grund
Die Lan­des­haupt­stadt Düs­sel­dorf plant den Neu­bau eines Städ­ti­schen Gym­na­si­ums am Hein­zel­männ­chen­weg. Die Neu­grün­dung der Schule ist Teil des Maß­nah­men­pa­kets der aktu­el­len Schul­ent­wick­lungs­pla­nung. Hin­ter­grund ist, dem hohen Bedarf des Stadt­be­zirks, der vor allem auch durch die Wohn­bau­ent­wick­lung einer ehe­mals gewerb­lich genutz­ten Flä­che ent­stan­den ist, ein adäqua­tes Bil­dungs­an­ge­bot mit wei­te­ren Sport- und Spiel­flä­chen zu bie­ten. Die Schule wird dazu als neues 4‑zügiges Gym­na­sium für rund 1.000 Schü­le­rin­nen und Schü­ler ein­schließ­lich einer Drei­feld­sport­halle kon­zi­piert. Die Net­to­flä­che der Schule beträgt ohne Sport­halle 8.600 Qua­drat­me­ter. Das Grund­stück hat eine Flä­che von 16.000 Quadratmeter.