Wer­ner Bendels

 

Düs­sel­dorf ver­liert eine Musik­le­gende – Wer­ner Ben­dels, der berühmte Big-Band-Lea­der ist im Alter von 84 Jah­ren ver­stor­ben. Er hin­ter­lässt nicht nur eine beein­dru­ckende musi­ka­li­sche Erb­schaft, son­dern auch unzäh­lige Erin­ne­run­gen an seine lebens­lange Lei­den­schaft für die Musik.

Wer­ner Ben­dels führte eine über 100 Jahre alte Fami­li­en­tra­di­tion fort, die sein Groß­va­ter Georg Min­der­gan 1898 begrün­det hatte. Mit einer mehr als 30-köp­fi­gen Big Band brachte er den moder­nen Big-Band-Sound in die Welt und prägte die Düs­sel­dor­fer Musik­szene. Sein Sohn, Oli­ver Ben­dels, hat bereits in die Fuß­stap­fen sei­nes Vaters getre­ten, um diese bemer­kens­werte Tra­di­tion fortzusetzen.

Schon in jun­gen Jah­ren zeigte Wer­ner Ben­dels sein außer­ge­wöhn­li­ches musi­ka­li­sches Talent. Mit nur zwölf Jah­ren gab er sein ers­tes Trom­pe­ten­solo, das viele als “Die Post im Walde” ken­nen. Er erlernte sein Hand­werk von renom­mier­ten Musi­kern wie Onkel Franz und Prof. Franz Willy Neu­ge­bauer, dem dama­li­gen Solo­trom­pe­ter des WDR-Sinfonieorchesters.

Wer­ner Ben­dels war eng mit dem Düs­sel­dor­fer Brauch­tum ver­bun­den. Seit den fünf­zi­ger und sech­zi­ger Jah­ren hat er das Leben der Kapelle “von der Pike auf” erlebt. Er erin­nerte sich an diese Zeit als eine harte, aber auch schöne Peri­ode, in der er die Werte des Brauch­tums lernte.

Eine her­aus­ra­gende Eigen­schaft der Wer­ner Ben­dels Big Band war ihr moder­ner Sound, der Ele­mente der Tanz­mu­sik beinhal­tete. Die Band beherrschte über 700 Stü­cke und wurde zu einem 18-köp­fi­gen Tanz- und Unter­hal­tungs­or­ches­ter mit dem typi­schen Big-Band-Sound, Ever­greens, Pop­mu­sik und inter­na­tio­na­ler Tanz­mu­sik. Ihre Auf­tritte in gro­ßen Fest­hal­len, wie der Mer­ca­tor­halle und Gru­ga­halle, sowie in Fest­zel­ten und Kar­ne­vals­sä­len waren stets ein Highlight.

Die Wer­ner Ben­dels Band war nicht nur in Düs­sel­dorf bekannt, son­dern trat auch welt­weit auf, von Lon­don über Paris bis nach Tokio. Sie beglei­tete zahl­rei­che berühmte Künst­ler, dar­un­ter Roberto Blanco, Peter Kraus, Heino, und viele weitere.