Jochen Kral, Mela­nie Neu­haus, Klaus Kurtz, Gün­ter Bunte-Esders und Doris Tör­kel. Pres­se­ter­min “Stadt­baum­kon­zept star­tet in die fünfte Pflanz­sai­son” am 14.2.2024 auf der Meine­cke­straße. Foto: Lan­des­haupt­stadt Düs­sel­dorf / Uwe Schaffmeister

 

452 Baum­stand­orte wer­den bis zum Früh­jahr im Rah­men des Stadt­baum­kon­zepts erstellt oder saniert/BUND macht Stand­ort­vor­schläge für die Zukunft

Die Arbei­ten für die fünfte Pflanz­sai­son des Düs­sel­dor­fer Stadt­baum­kon­zepts lau­fen auf Hoch­tou­ren. Bis Ende März wer­den im Rah­men des Stadt­baum­kon­zep­tes an Stra­ßen 146 neue Baum­stand­orte geschaf­fen, 155 bestehende Baum­gru­ben saniert und wie­der­be­pflanzt sowie 151 Baum­gru­ben unter Erhalt des Baum­be­stan­des saniert. Zusätz­lich zu den städ­ti­schen Pla­nun­gen bringt sich der Umwelt­ver­band BUND (Bund für Umwelt und Natur­schutz Deutsch­land e. V.) in das Kon­zept ein und macht Vor­schläge für neue Baumstandorte.

Der Bei­geord­nete für Umwelt und Mobi­li­tät, Jochen Kral, und Doris Tör­kel, Lei­te­rin des Garten‑, Fried­hofs- und Forst­amts, haben zusam­men mit der Vor­sit­zen­den der BUND-Kreis­gruppe Düs­sel­dorf, Mela­nie Neu­haus, und Klaus Kurtz, Pro­jekt­in­itia­tor in der BUND-Kreis­gruppe Düs­sel­dorf, Ulmen in der Meine­cke­straße gepflanzt.

“Düs­sel­dorf setzt auf neue Bäume als eine Schlüs­sel­maß­nahme zur Kli­ma­an­pas­sung. Mit dem Stadt­baum­kon­zept iden­ti­fi­ziert die Stadt neue Baum­stand­orte oder ver­bes­sert die Bedin­gun­gen für bestehende und neue Stra­ßen­bäume kon­ti­nu­ier­lich. Ins­ge­samt wur­den alleine im Rah­men des Stadt­baum­kon­zep­tes bereits mehr als 1.000 neue Bäume gepflanzt. Dar­über hin­aus haben wir in der noch lau­fen­den Pflanz­sai­son meh­rere hun­dert wei­tere Bäume in Grün­an­la­gen, auf Fried­hö­fen und zur Ver­schat­tung auf Spiel­plät­zen gepflanzt. Alleine 123 Bäume wur­den im Quar­tiers­wäld­chen an der Albert­straße gesetzt”, sagt Jochen Kral, Bei­geord­ne­ter für Umwelt und Mobilität.

“Die neuen Stra­ßen­bäume wählt die Stadt zukunfts­ori­en­tiert aus und pflanzt Sor­ten, die erwar­tungs­ge­mäß gut mit den Fol­gen des ver­än­der­ten Stadt­kli­mas nach­hal­tig zurecht­kom­men. In der lau­fen­den Pflanz­sai­son wer­den zum Bei­spiel Ulmen, Zier­kir­schen und Pur­pu­rer­len gepflanzt”, ergänzt Doris Tör­kel, Lei­te­rin des Garten‑, Fried­hofs- und Forstamts.

Im Rah­men des Stadt­baum­kon­zepts pflanzt die Stadt aktu­ell 146 Bäume in neu geschaf­fene Stand­orte – dar­un­ter vier Ulmen in der Meine­cke­straße. Für die neuen Baum­gru­ben wird der Stra­ßen­be­lag auf­ge­bro­chen und aus­ge­ho­ben. Anschlie­ßend wird jede Baum­grube mit zwölf Kubik­me­tern spe­zi­el­lem Pflanz­sub­strat gefüllt und mit Belüf­tungs­roh­ren aus­ge­stat­tet. Das Sub­strat spei­chert effi­zi­ent Was­ser und sorgt für eine gute Luft­zu­fuhr. An wei­te­ren 155 Stand­or­ten saniert die Stadt bestehende Baum­schei­ben grund­le­gend und bepflanzt sie mit neuen Bäu­men. Bei der Sanie­rung wird der Raum für die Wur­zeln eben­falls erheb­lich ver­grö­ßert, ein spe­zi­el­les Pflanz­sub­strat ein­ge­ar­bei­tet und mit einer Wur­zel­raum­be­lüf­tung ver­se­hen. Außer­dem saniert die Stadt 151 Baum­gru­ben unter Erhalt der vor­han­de­nen Alt­bäume. Ziel dabei ist es, die Stand­ort­be­din­gun­gen die­ser Bäume lang­fris­tig zu opti­mie­ren. Bäume des Stadt­baum­kon­zepts kenn­zeich­net die Stadt mit dun­kel­grü­nen Stütz­pfäh­len soge­nannte Drei­bö­cken und dem wei­ßen Schrift­zug “Düs­sel­dor­fer Stadt­baum­kon­zept”. Außer­dem sind sie nach erfolg­ter Pflan­zung online unter www.maps.duesseldorf.de in der Kate­go­rie “Stadt­baum­kon­zept” zu finden.

Par­al­lel zu den Pflanz­ar­bei­ten plant die Ver­wal­tung bereits die kom­mende Pflanz­sai­son – und erhält dabei Unter­stüt­zung vom Umwelt­ver­band BUND: “Mehr Grün in der Stadt nutzt der Umwelt, aber eben auch uns Men­schen”, erläu­tert Mela­nie Neu­haus, Vor­sit­zende der Kreis­gruppe Düs­sel­dorf des BUND. “Bäume spei­chern CO2 und pro­du­zie­ren Sau­er­stoff, spen­den Schat­ten, küh­len in Hit­ze­pe­ri­oden und sind ästhe­tisch anspre­chende Gestal­tungs­ele­mente im Stadt­bild. Uns als Kreis­gruppe ist es wich­tig, mit unse­ren Vor­schlä­gen für Baum­pflanz­orte einen posi­ti­ven Bei­trag zu Kli­ma­schutz und Kli­ma­an­pas­sung zu leisten.”

Die Mit­glie­der der BUND-Kreis­gruppe Düs­sel­dorf suchen im Rah­men von Spa­zier­gän­gen aktiv nach poten­zi­el­len Stand­or­ten für Baum­pflan­zun­gen und rei­chen ihre Vor­schläge ein. Im Anschluss prüft die Ver­wal­tung nach fach­li­chen Kri­te­rien, inwie­fern die Stand­orte zur Bepflan­zung geeig­net sind. Die ers­ten Stand­ort­vor­schläge sind bereits über­nom­men und aktu­ell im soge­nann­ten “Umlauf­ver­fah­ren” für Stra­ßen­bäume, bei dem unter ande­rem die Netz­ge­sell­schaft, der Stadt­ent­wäs­se­rungs­be­trieb und die Tele­kom die nahe­ge­le­ge­nen Lei­tungs­tras­sen und ihren Abstand zum Baum­stand­ort prü­fen. Ebenso sind not­wen­dige Abstände zu den Ver­kehrs­an­la­gen sowie brand­schutz­tech­ni­sche Belange zu beach­ten. Vor­aus­sicht­lich in der kom­men­den Pflanz­pe­ri­ode – das heißt, im Herbst/Winter 2024/25 – wer­den die ers­ten Pflan­zun­gen aus Vor­schlä­gen des BUND umgesetzt.

Hin­ter­grund: Ulmen in der Meineckestraße
Die Ulmen (Ulmus ‘Colu­mella‘) in der Meine­cke­straße sind Teil der Düs­sel­dor­fer Zukunfts­baum­liste. Die Ulme eig­net sich wegen ihrer schma­len Wuchs­form und ihrer säu­len­för­mi­gen Krone gut als Stra­ßen­baum. Cha­rak­te­ris­tisch ist zudem, dass sie resis­tent gegen das so genannte “Ulmen­ster­ben”, eine durch Pilze ver­ur­sachte Baum­krank­heit, ist. Die Stadt pflanzt die Sorte seit eini­gen Jah­ren mit posi­ti­ven Erfah­run­gen. Der Name “Colu­mella” ver­weist auf einen römi­schen Schrift­stel­ler, der im 1. Jahr­hun­dert n. Chr. eine Abhand­lung über den Land­bau ver­fasste. Die­ser Schrift­stel­ler hatte schon damals ein gro­ßes Inter­esse an der Ver­wen­dung von Ulmen.

Hin­ter­grund: Wei­tere gepflanzte Baumarten
Die Stadt pflanzt in der lau­fen­den Sai­son Zier­kir­schen (Pru­nus ser­ru­lata ‘Kanzan’) — zum Bei­spiel zwölf Exem­plare am Kik­weg in Eller. Die Sorte ist auch als “Japa­ni­sche Nel­ken­kir­sche” bekannt und blüht im Früh­jahr auf­fäl­lig rosa­far­ben. Im Herbst ver­fär­ben sich ihre Blät­ter rötlich-gelb.

Pur­pu­rer­len (Alnus spaet­hii) wer­den zum Bei­spiel an der Mar­co­ni­straße in Holt­hau­sen und der Lud­wig-Beck-Straße in Mör­sen­broich gepflanzt. Die Pur­pur-Erle oder auch groß­blätt­rige Erle ist eine Kreu­zung aus der japa­ni­schen Erle (Alnus japo­nica) und der kau­ka­si­schen Erle (Alnus sub­cordata). Die Erle ist nach dem Bota­ni­ker Franz Späth (1839 bis 1913) benannt, einem Ber­li­ner Baum­schul­be­sit­zer und Bota­ni­ker. Ihren deut­schen Namen ver­dankt sie dem pur­pur­vio­let­ten Aus­trieb und der auf­fal­lend vio­lett­ro­ten Herbstfärbung.