In der Fran­ken­stei­ner Straße sind die Auf­satz­leuch­ten zwi­schen Wäschla­cker Weg und Am Hacken­bruch umge­rüs­tet worden,©Landeshauptstadt Düs­sel­dorf, Michael Gstettenbauer

 

Stadt­ver­wal­tung prä­sen­tiert strom­be­trie­bene Later­nen unter rea­len Bedin­gun­gen in vier Stra­ßen­zü­gen in Eller

Vier Mus­ter­stre­cken im Stadt­teil Eller ver­an­schau­li­chen nun wie die his­to­ri­schen Stra­ßen­leuch­ten nach der Umstel­lung von Gas auf Strom aus­se­hen. Sie befin­den sich am Künd­gens­weg, Wäschla­cker Weg, in der Fran­ken­stei­ner Straße und Am Hacken­bruch. Die Arbei­ter haben jetzt im Auf­trag der Lan­des­haupt­stadt die Ein­rich­tung der Mus­ter­stre­cken abge­schlos­sen. Die Men­schen vor Ort kön­nen sich ab sofort ein per­sön­li­ches Bild der umge­rüs­te­ten Leuch­ten machen.

“Die Mus­ter­stre­cken wer­den ein­ge­rich­tet, damit sich die Men­schen noch bes­ser ein Bild von der Umstel­lung der vor­han­de­nen Gas­licht­punkte auf ener­gie­ef­fi­zi­en­ten Strom­be­trieb machen kön­nen. Wir gehen im Sinne des zu erhal­ten­den Erschei­nungs­bil­des sen­si­bel mit den Kör­pern der Gas­leuch­ten um. Zudem wird eine Licht­qua­li­tät gewählt, die einer­seits dem wei­chen Licht der Gas­leuch­ten ähnelt und ande­rer­seits die Belange der Ver­kehrs­si­cher­heit erfüllt”, betont Mobi­li­täts­de­zer­nent Jochen Kral.

Aus­ge­wählt wur­den für die Test­stre­cken vier Stra­ßen­züge in Eller, die räum­lich nah bei­ein­an­der lie­gen. Dort sind vier unter­schied­li­che, jetzt umge­rüs­tete Leuch­ten­mo­delle fuß­läu­fig zu errei­chen und auch mit benach­bar­ten, nicht umge­rüs­te­ten Gas­leuch­ten zu ver­glei­chen. Auf dem Künd­gens­weg wird das auf Strom­be­trieb umge­rüs­tete Modell “Alt Düs­sel­dorf” gezeigt. Die Ansatz­leuch­ten mit LED-Licht wer­den auf dem Wäschla­cker Weg im Abschnitt zwi­schen Weich­sel­straße und Fran­ken­stei­ner Straße prä­sen­tiert. In der Fran­ken­stei­ner Straße sind die Auf­satz­leuch­ten zwi­schen Wäschla­cker Weg und Am Hacken­bruch umge­rüs­tet wor­den. Am Hacken­bruch sind im Abschnitt zwi­schen Richard­straße und Jäger­straße die Rei­hen­leuch­ten jetzt von Gas auf die Betriebs­art Strom umge­rüs­tet wor­den. Die Gas­la­ter­nen ste­hen in Düs­sel­dorf unter Denk­mal­schutz. Für die Umrüs­tung in den oben genann­ten Stra­ßen in Eller stimmte die Denk­mal­pflege dem Rück­bau der gas­be­trie­be­nen Modelle zu. Die Stra­ßen­be­leuch­tung ist dort nicht nur Test­stre­cke, son­dern bleibt nach der Umrüs­tung dau­er­haft bestehen.

Das fünfte his­to­ri­sche Leuch­ten­mo­dell “Frank­fur­ter” ist nicht in einer Mus­ter­stre­cke zu sehen. Denn der Groß­teil des Bestan­des die­ses Modells steht im Hof­gar­ten, und dort wird der Gas­be­trieb auf­recht­erhal­ten. Für die rest­li­chen “Frank­fur­ter-Stand­orte” im Stadt­ge­biet wird zur­zeit eine Mus­ter­leuchte ent­wi­ckelt. Sie steht in weni­gen Wochen zur Verfügung.

Die groß­flä­chige Umrüs­tung der heute gas­be­trie­be­nen Leuch­ten auf ener­gie­ef­fi­zi­en­ten Strom­be­trieb mit LED hat der Rat der Lan­des­haupt­stadt Düs­sel­dorf im Sep­tem­ber 2023 beschlos­sen (RAT/341/2023). Aktu­ell sind noch knapp 13.600 Gas­leuch­ten in Betrieb. Vor­ge­se­hen ist der wei­test­ge­hende Erhalt der äuße­ren Hülle für etwa 11.840 Gas­leuch­ten, auf­ge­teilt auf die Modelle Alt Düs­sel­dorf, Frank­fur­ter, Auf­satz­leuchte, Ansatz­leuchte und Rei­hen­leuchte. Dies wurde im Rah­men der Leit­li­nien zur Fort­schrei­bung des Mas­ter­plans “Ener­gie­ef­fi­zi­ente und his­to­ri­sche Stra­ßen­be­leuch­tung” eben­falls vom Düs­sel­dor­fer Stadt­rat im Dezem­ber 2023 beschlos­sen. Nur die Later­nen im Gar­ten­denk­mal Hof­gar­ten wer­den wei­ter mit Gas betrieben.

Im Zuge der Umrüs­tung bezie­hungs­weise des Wech­sels der Betriebs­art Gas auf Strom kön­nen viele Alt­ma­te­ria­lien der Gas­leuch­ten auf­be­rei­tet und im strom­be­trie­be­nen Modell wei­ter­ver­wen­det wer­den. Dabei wird aus­schließ­lich Licht in einer warm­wei­ßen Farb­ge­bung (2.700 Kel­vin) ver­wen­det wer­den. Die vor­ge­se­he­nen LED-Umrüst­sätze sind ansteu­er­bar, dimm­bar und erfül­len aktu­elle tech­ni­sche Stan­dards an eine ener­gie­ef­fi­zi­ente und nach­hal­tige Stra­ßen­be­leuch­tung. Die Guss­mas­ten des Models Alt Düs­sel­dorf kön­nen wei­test­ge­hend saniert und wei­ter in ihrer Ori­gi­nal­sub­stanz betrie­ben wer­den. Die Stahl­rohr­mas­ten der ande­ren Modelle wer­den nach­ge­baut. Sie sol­len die Form­spra­che hin­sicht­lich Stu­fig­keit und Durch­mes­ser der heu­ti­gen Maste auf­grei­fen und nachbilden.

Bei der Pla­nung der Mus­ter­stre­cken haben sich das für die Ver­kehrs­tech­nik zustän­dige Amt für Ver­kehrs­ma­nage­ment und die Netz­ge­sell­schaft Düs­sel­dorf eng abge­stimmt. Die Netz­ge­sell­schaft führt die Umrüs­tung vor Ort aus. Das bedeu­tet, sie baut zunächst den Mast und Leuch­ten­kopf der Gas­la­terne zurück, trennt die Laterne von der Gas­lei­tung, stellt den Netz­an­schluss Strom und den Neu­bau der Lampe her.

Die Mus­ter­stre­cke dient auch den Fach­leu­ten der Stadt und der Stadt­werke Düs­sel­dorf AG — als Ver­trags­part­ner für die Öffent­li­che Beleuch­tung — dazu, unter rea­len Bedin­gun­gen die umge­rüs­te­ten Stra­ßen­leuch­ten zu über­prü­fen. Dies gilt unter ande­rem für deren Licht­wir­kung, Licht­ver­tei­lung, Mast­pro­por­tion und Far­big­kei­ten. Even­tu­elle Anpas­sun­gen sind danach noch mög­lich, bevor die Modelle am Markt abge­fragt wer­den kön­nen und in Serie gehen.

Die Kos­ten für die Mus­ter­stre­cken inklu­sive Leuch­ten­ent­wick­lung sind etwa so hoch, wie die, die für die Erneuerung/Sanierung der Gas­la­ter­nen unter Bei­be­hal­tung des Ener­gie­trä­gers Gas anfal­len wür­den. Letzt­end­lich ergibt sich der tat­säch­li­che Preis für die Materialbeschaffung/Aufbereitung durch Aus­schrei­bung am Markt. Dort gibt es für Strom­leuch­ten einen ech­ten Wett­be­werb, der bei dem Nischen­pro­dukt Gas­leuch­ten nicht mehr vor­han­den ist. Die his­to­ri­schen Leuch­ten mit LED erwir­ken direkt nach der Inbe­trieb­nahme signi­fi­kante Ein­spa­run­gen bei den Betriebs- und Unter­hal­tungs­kos­ten und leis­ten so einen wich­ti­gen Bei­trag zum Ziel der Kli­ma­neu­tra­li­tät der Stadt. Gleich­zei­tig wird die Beleuch­tung ver­bes­sert und die Stör­an­fäl­lig­keit der Leuch­ten verringert.

Im Fall einer denk­mal­recht­li­chen Zustim­mung, strebt die Lan­des­haupt­stadt Düs­sel­dorf pro Jahr die Umrüs­tung von rund 2.000 Stra­ßen­la­ter­nen an. Ört­lich rich­tet sich die Umstel­lung auf LED aus tech­ni­schen und wirt­schaft­li­chen Grün­den in der ers­ten Phase vor­ran­gig nach der aktu­ell bereits lau­fen­den Markt­raum­um­stel­lung (MRU) von L‑Gas auf H‑Gas. Die räum­li­che und zeit­li­che Abfolge der MRU kann die Stadt nicht beeinflussen.

 

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