Die Zei­tungs­k­riese, lei­der macht sie auch vor dem Stra­ßen­ma­ga­zin fif­tyfifty nicht halt. Chef­re­dak­teur Hubert Osten­dorf holte sich Hilfe – unter ande­rem vom Meis­ter per­sön­lich: Jac­ques Tilly

Lus­ti­ges Gimmick
Osten­dorf: „Wie kön­nen wir außer durch jour­na­lis­ti­sche Qua­li­tät die Auf­lage stei­gern, haben wir uns gefragt und Rat bei der für uns ehren­amt­lich arbei­ten­den Top-Agen­tur HAVAS world­wide gesucht. Im Gespräch mit dem HAVAS-Exper­ten Daniel Grube ist die Idee ent­stan­den, der fif­tyfifty einen Gim­mick bei­zu­le­gen. So haben wir dann fif­tyfifty-Freund Jac­ques Tilly gebe­ten, einen But­ton zum Kar­ne­vals­auf­takt am 11.11. zu gestal­ten. Gefragt, getan. Das Ergeb­nis ist sehr lus­tig und will garan­tiert ganz Düs­sel­dorf haben.“

Alter­na­tive zum Betteln
Soviel Auf­wand für eine Obdach­lo­sen-Zei­tung – warum ist die bloß so wichtig? 
Des­halb. Denn wer das Stra­ßen­ma­ga­zin fif­tyfifty kauft, hilft kon­kret einem Men­schen in Not. Etwa 25.000 Exem­plare wer­den jeden Monat auf der Straße umge­setzt. Viele Obdach­lose sind auf diese Ein­nah­men ange­wie­sen. Doch es kri­selt. Inzwi­schen kau­fen immer weni­ger Men­schen die Zei­tung, geben nur noch einen oder zwei Euro. Zwar freuen sich die so Beschenk­ten. Doch wird dadurch die ursprüng­li­che Idee, durch den Ver­kauf eines Maga­zins eine Alter­na­tive zum Bet­teln zu bie­ten, ins Gegen­teil verkehrt.

Osten­dorf wei­ter: „Hinzu kommt, dass bei sin­ken­der Auf­lage irgend­wann die Kos­ten­de­ckung nicht mehr erreicht wird – noch ist es zum Glück nicht so weit.“ Die Obdach­lo­sen­hilfe fif­tyfifty deckt alle Kos­ten, außer denen für die Hilfs­pro­jekte zu Guns­ten Obdach­lo­ser, durch den Ver­kauf der Zei­tun­gen — OHNE Spen­den dafür zu benut­zen. Das ist ein­ma­lig in Deutsch­land. Doch ohne Hilfe der Bür­ger steht fif­tyfifty böse im Regen.

Preis bleibt
Übri­gends: Der But­ton liegt jeder fif­tyfifty in Düs­sel­dorf bei – Hefte und But­ton sind in eine Folie eingeschweißt. 
Der Ver­kaufs­preis bleibt bei 2,40 Euro, davon die Hälfte für die Ver­käu­fer. Die Auf­lage wurde vor­sichts­hal­ber um 3.000 Hefte erhöht. Natür­lich gibt es die But­tons nicht sepa­rat – ohne das Heft.